Eschweiler - Europa als Garant, die Krise zu meistern

Europa als Garant, die Krise zu meistern

Von: ran
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Wie sehen die Landesflaggen der EU-Mitgliedsstaaten aus? Mit dem Malstift zeigten auch die Jüngsten ihre Europa-Begeisterung.

Eschweiler. „Europa bedeutet 60 Jahre lang Frieden. Unsere Kinder kennen keinen Krieg mehr. Aus Erzfeinden sind Partner geworden.” Sabine Verheyen, CDU-Kandidatin für die Europawahl am 7. Juni, macht aus ihrer Begeisterung für eine noch engere Kooperation der europäischen Staaten keinen Hehl.

Am Sonntag war die gebürtige Aachenerin nun zu Gast bei einer gemeinsamen Veranstaltung der CDU-Ortsverbände Lohn und Dürwiß. In der Gaststätte „Alt-Lohn” zeigte sie den Interessierten Möglichkeiten auf, die ihnen ein „gemeinsames Europa” bietet.

„Vielen Menschen erscheint Europa weit weg. Aber eigentlich ist es ganz nah. Vor allem in der Region Aachen eröffnet die Europäische Union den jungen Menschen zahlreiche Perspektiven”, so die Christdemokratin.

Als Beispiele nannte sie Auslandssemester für Studenten, grenzüberschreitende Handwerksausbildungen, aber auch den regen Schüleraustausch, der es Schülern früh ermögliche, die Kulturen der Nachbarn kennenzulernen.

„Und auch der Nationalpark Eifel, der im Verbund mit den Ardennen und dem Hohen Venn einen der größten Naturräume Europas bildet, den es zu schützen gilt, ist ein konkretes Beispiel für ein Europa vor Ort”, betonte sie. Allerdings habe Europa in der jüngeren Vergangenheit an Profil verloren.

„Nicht überall, wo Europa drinsteckt, schreiben wir auch Europa drauf. In dieser Hinsicht müssen wir Politiker uns auch an die eigene Nase fassen”, zeigte sich die Aachener Bürgermeisterin auch selbstkritisch.

In Zukunft müsse Europa schlagkräftiger werden. „Deshalb brauchen wir auch den Vertrag von Lissabon. Dies müssen wir den Menschen näher bringen”, forderte das Mitglied des Landesvorstands der NRW-CDU.

Klima- und Umweltschutz seien nur über Grenzen hinweg möglich. Gleiches gelte für die Sicherstellung der Nahrungsmittelsicherheit. Und nicht zuletzt die Bewältigung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sei nur gemeinsam möglich.

„Europa ist dafür der Garant. Wir brauchen eine europaweite Finanzmarktkontrolle”, forderte Sabine Verheyen, die darauf hinwies, dass die Bevölkerung Europas nur acht Prozent der Weltbevölkerung ausmache. „Auf sich alleine gestellt, wäre Deutschland also nur ein kleines Rad.”

Kritik übte sie in Richtung des SPD-Europakandidaten: „Wer hat Martin Schulz außerhalb des Wahlkampfs vor Ort in der Region Aachen gesehen?”, fragte Sabine Verheyen, die 1964 in Eilendorf geboren wurde.

In die gleiche Kerbe schlug Kreisdirektor Helmut Etschenberg. „Sabine Verheyen muss man nicht erklären, wo die Sorgen und Nöte der Menschen unserer Region liegen”, unterstützte er seine Parteifreundin.

Neue Wege gehen

Der CDU-Kandidat für das Amt des Städteregionsrats hatte zuvor einige seiner Ideen in Sachen Städteregion, die ab dem 21. Oktober an Stelle des Kreises Aachen tritt, dargelegt. „In Zeiten wie heute gilt es, neue Wege zu gehen, um die Zukunft zu gestalten.”

Viele Menschen sorgten sich um ihre Arbeitsplätze. Doch auch in dieser Hinsicht biete die Städteregion Perspektiven. So soll das Projekt „Campus Aachen” in Kooperation mit der RWTH rund 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

„Durch Erschließungen, Gebäudeerrichtungen und weitere handwerkliche Aufgaben bietet dies auch Chancen für Menschen ohne wissenschaftliche Ausbildung”, erklärte Helmut Etschenberg. „Der Campus Aachen ist die größte wissenschaftliche Baustelle Europas mit einem Investitionsvolumen von 500 Millionen Euro”, verdeutlichte er.

Weiterhin schwebt dem Kreisdirektor die Schaffung eines Jugendparlaments mit Mitgliedern aus allen Kommunen der Städteregion vor. „Junge Menschen sollen Gehör finden und so Vertrauen erlangen.”

In einem Generationenausschuss sollen darüber hinaus Jung und Alt über Zukunftsfragen diskutieren. „Der Gedankenaustausch soll dabei im Vordergrund stehen, nicht die Parteipolitik”, so Helmut Etschenberg.

CDU-Bürgermeisterkandidat Christoph Herzog berichtete abschließend über seine eigenen positiven Erlebnisse in Sachen Europa. „Wer Verwandtschaft in der ehemaligen DDR hatte, weiß, dass ein Europa ohne Grenzen eben doch etwas Besonderes ist.”

Auch als Leiter eines EU-Forschungsprojektes habe er darüber hinaus erfahren, dass man mit guten Ideen wirkliche Chancen in Europa habe. In Richtung der Kommunalwahl betonte er, ein Signal setzen zu wollen.

„Ich bin zuversichtlich ein gutes Ergebnis einzufahren”, blickte Christoph Herzog nach vorne. Sabine Verheyen mahnte vor allem zur Geschlossenheit. „Es ist wichtig, an einem Strang zu ziehen, um nach der Europawahl auch hoffnungsvoll in den Kommunalwahlkampf ziehen zu können.”

Appell an Wahlberechtigte

Franz-Josef Auer, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Lohn, appellierte an alle Anwesenden, das Recht zur freien Entscheidung auch am Tag der Europawahl in Anspruch zu nehmen. „Alles andere nutzt nur den Parteien am rechten oder linken Rand der Gesellschaft.”

Begeisterung für Europa bei den Jüngsten fachten die Verantwortlichen der CDU-Ortsverbände Lohn und Dürwiß mit einem Malwettbewerb an.

Für das Ausmalen der Landesflaggen aller 27 EU-Mitgliedsstaaten gab es als Belohnung Eintrittskarten für „Roccolinos Kinderwelt” sowie Kinogutscheine.
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