Städteregion - Etschenberg rückt Tierschutz in den Fokus

Etschenberg rückt Tierschutz in den Fokus

Von: Michael Grobusch
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Weil beim illegalen Welpenhandel oftmals die Grenzlage der Städteregion ausgenutzt wird, will Helmut Etschenberg Gespräche mit den belgischen Behörden führen.
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„Die Prävention ist bei uns in der Vergangenheit ein Stück weit zu kurz gekommen“, räumt Helmut Etschenberg ein.

Städteregion. Es ist einer der erklärten Schwerpunkte, die Helmut Etschenberg im Gespräch mit unserer Zeitung für das Jahr 2018 benannt hat: „Wir wollen den Tierschutz weiter nach vorne bringen“, kündigt der Städteregionsrat an. Zwar hat die Städteregion mit Romy Lang eine ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte, die höchstes Lob erfährt.

Und auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Tierschutzgesellschaft (GTG), die Lang einst mit ihrem Mann gegründet hatte und in der sie sich seit vielen Jahren engagiert, sei hervorragend. „Aber trotzdem sehe ich weiteren Handlungsbedarf“, betont Etschenberg.

Zum Beispiel beim Thema Katzenkastration. „Es gibt in der Städteregion immer mehr wild lebende Katzen“, berichtet Dr. Peter Heyde. „Ausgesetzte Katzen vermehren sich in der freien Wildbahn und können aufgrund der häufig milden Temperaturen auch den Winter problemlos überleben“, erklärt der Leiter des Amtes für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen.

Erschwerend käme unter dem Gesichtspunkt der Kontrolle und Bestandsbegrenzung hinzu, dass der Abschuss von Katzen, die beispielsweise Bodenbrütern nachstellen, nach dem neuen Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen nicht mehr erlaubt sei. Dadurch werde sich die Situation in den Tierheimen weiter verschärfen: „Sie sind schon jetzt erheblich überlastet und werden es in Zukunft noch mehr sein“, fürchtet der Veterinär.

Die Städteregion will einer solchen Entwicklung in Zukunft stärker entgegenwirken. Zwar gebe es in einigen regionsangehörigen Kommunen bereits Regelungen zur Kastration von Katzen. „Wir müssen aber als Städteregion stärker von Amts wegen aktiv werden“, meint Helmut Etschenberg. Ziel sei in diesem Sinne eine Kennzeichnungs- und Kastrationsverordnung, die einheitlich in allen Kommunen der Städteregion gelte.

Ein anderer Schwerpunkt soll auf der Eindämmung des illegalen Welpenhandels liegen. „Das Problem hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen“, zeigt sich Etschenberg alarmiert. 2017 sei die Städteregion in rund 60 Fällen vom Bundesgrenzschutz hinzugezogen worden. „Wir gehen aber fest davon aus, dass es sich dabei nur um die Spitze des Eisbergs handelt“, betont der Städteregionsrat, der stärker auf Prävention setzen will. „Das ist bei uns in der Vergangenheit ein Stück weit zu kurz gekommen“, räumt er ein und unterstreicht: „Dafür bin ich auch bereit, den Stellenplan zu erweitern und einen zusätzlichen Tierarzt einzustellen.“

Und wie sollen die personellen Kapazitäten eingesetzt werden? „Wir werden künftig den illegalen Handel systematisch erfassen und auch selbst ermitteln, um das Problem in den Griff zu bekommen“, kündigt der Städteregionsrat an. Darüber hinaus will er die Zusammenarbeit mit anderen Behörden intensivieren. „Ich bin mit der Staatsanwaltschaft Aachen im Gespräch und werbe dafür, dass sie sich in einem Geschäftsbereich auf dieses Thema spezialisiert.“

Engerer Kontakt mit Belgien

Im Sinne der Vorbeugung will Helmut Etschenberg nach eigener Aussage auch einen engeren Kontakt mit den zuständigen Stellen in Belgien suchen. Illegale Welpen kämen in vielen Fällen von dort. „Deshalb muss es unser gemeinsames Ziel sein, dafür Sorge zu tragen, dass Kriminelle sich nicht durch irgendwelche Tricks die Überschreitung der Landesgrenzen zunutze machen.“

Es gibt also noch einiges zu tun. Helmut Etschenberg spricht deshalb auch von einer „großen Herausforderung“. Und wenngleich er sich noch nicht zu den Schwerpunkten für das nächste Jahr äußern will, wäre es wohl keine Überraschung, wenn der Tierschutz in der Städteregion auch 2019 weit oben auf der Prioritätenliste stehen wird.

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