Eschweilers Wirte lassen ordentlich Dampf ab

Von: se
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Eschweiler Gastronomen diskutierten mit den Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (CDU) und Bettina Herlitzius (Die Grünen) sowie Ratsmitglied Ulrich Göbbels (FDP) im Haus Lersch. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Hygieneampeln, Nichtraucherschutzgesetz, GEMA. Am Mittwoch ließen die Eschweiler Wirte Dampf ab und diskutierten mit Politikern der CDU, der Grünen und der FDP über ihre Befürchtungen und Erwartungen. Im Haus Lersch standen an diesem Nachmittag die Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (CDU) und Bettina Herlitzius (Die Grünen) sowie Eschweiler Ratsmitglied Ulrich Göbbels den Anwesenden Rede und Antwort.

Bereits im Vorfeld hatte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) den so genannten „Dehoga-Wahlcheck“ durchgeführt und Parteien wie CDU, CSU, FDP, SPD, Die Grünen und Die Linke zu Themen wie Mindestlohn, Minijobs und Hygieneampel befragt. Rainer Spenke, Geschäftsführer des Dehoga Nordrhein, und Marc Lersch, Vorsitzender des Eschweiler Wirte–vereins, eröffneten das Treffen, gaben den anwesenden Politikern die Möglichkeit ihre Position zu den verschiedenen Themen zu erläutern und forderten die Anwesenden dazu auf, sich in die Diskussionen einzubringen.

Ärger um Minijobs

Zu Beginn ging es um das Thema Minijobs. Brandt erklärte, dass diese beibehalten werden müssen, da gerade Studenten oder Frauen, die nur wenige Stunden arbeiten wollen, auf dieses Arbeitsverhältnis angewiesen wären. Außerdem sei der Minijob ein „Sprungbrett in einen Vollzeitjob“. Dies wurde jedoch von Heriltzius kritisiert. Schließlich gebe es immer mehr Menschen, die mehrere Minijobs addieren müssten um davon leben zu können. Aus diesem Grund sprechen sich die Grünen gegen die Minijobs aus. Um diesen entgegenzuwirken fordern sie, dass die Sozialversicherungspflicht früher greifen müsse.

Doch diese Haltung stieß bei den Eschweiler Wirten nicht auf Zustimmung. „Ich brauche die Minijobs“, meinte Lersch und Willi Meier vom „Schneckes“ fügte hinzu: „Die Leute, die die Minijobs machen, brauchen das Geld dringend.“ Auch beim Thema Mindestlohn hatten die Wirte eine eindeutige Meinung. Die Mitglieder des Dehoga Nordrhein zahlen bereits einen tariflich festgesetzten Lohn von 8,50 Euro, von einem Mindestlohn halten die Gastronomen jedoch nicht viel. „Wir möchten die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden, wie hoch der Lohn ist“, sagte Spenke.

Besonders umstrittene Themen an diesem Nachmittag waren das Nichtraucherschutzgesetz und die so genannte Hygieneampel. So nutzte Mike Sauerbier die Veranstaltung, um die Politiker auf seine Situation aufmerksam zu machen. Ihm wurde der Pachtvertrag seiner Kneipe „Mike´s Pub“ zum 28. Februar des kommenden Jahres gekündigt. Grund dafür seien die Gäste, die zum Rauchen vor die Tür gehen müssen und so die Anwohnner stören.

Sauerbiers Frage, ob sich diesbezüglich noch einmal etwas ändere, stieß in der Politik auf geteilte Meinungen. „Ich sehe beim Nichtraucherschutzgesetz überhaupt keinen Spielraum“, so Herlitzius. Brandt hingegen hält diese Bevormundung für falsch. „Ich hoffe, dass es zu einer Revision kommt“, meinte er.

Auch die so gennante Hygieneampel, die den Gast auf die Ergebnisse von Hygienekontrollen aufmerksam machen soll, sorgte bei den Gastronomen für Unmut. „Das ist eine Unverschämtheit, unsere Gesetze sind strikt genug“, meinte Marc Lersch und fügte hinzu: „Wir haben nichts gegen Kontrollen aber das geht einen Schritt zu weit.“ Schließlich gebe es bereits für Kleinigkeiten, wie einen Sprung in der Fliese, Punktabzug. Die Hygieneampel sorge dafür, dass Gastronomen dauerhaft stigmatisiert werden, da in Restaurants das Ergebnis einer Momentaufnahme über Monate aushänge.

Nachdem die Gastronomen und Politiker rund zwei Stunden engagiert diskutiert hatten, gab ihnen Karl August „Äu“ Lersch am Ende schließlich noch etwas zum Nachdenken mit auf den Weg: „Lasst uns doch einfach so arbeiten, wie wir immer gearbeitet haben.“

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