Eschweilers Norden versinkt in Wasser und Schlamm

Von: Mira Otto und Rudolf Müller
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann
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Ein heftiger Platzregen genügte, Eschweilers Norden unter Wasser und Schlamm zu setzen, wie unsere Bilder aus Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath zeigen. Foto: Mira Otto/Ralf Roeger/Susanne Färber/Michael Kaufmann

Eschweiler. Wer im Restaurant „Zur Alten Schmiede“ in St. Jöris dem Kegelsport frönt, der sollte sich vorübergehend ein anderes Hobby suchen: Binnen Minuten ließen Wassermassen die Kegelbahn am Samstag bis Fensterhöhe zulaufen und richteten an der Bahn Totalschaden an.

Was die Engländer mit dem Satz „It‘s raining cats and dogs“ (Es regnet Hunde und Katzen) meinen, bekam am vergangenem Samstag der Eschweiler Norden zu spüren. „Echt extrem krass, was da runter kam“, meinte Frederik Mahrn zu dem Unwetter und fügte hinzu: „Bei meiner Mutter, die ich hier besuche, kam das Wasser aus dem Spülbecken im Keller geschossen.“ So wurde aus dem gemütlichem Mutter-Sohn-Plausch nichts.

Hinzu kam, dass das herabgefallene Laub der Kastanienbäume gleich mehrere Gullys der Merzbrücker Straße verstopfte. Die Folge: Das Regenwasser konnte nicht mehr ablaufen und ein Teil der Straße wurde samt Bürgersteig überschwemmt. Der hilfsbereite Bergisch-Gladbacher machte sich sofort ans Werk, hob mit weiteren Helfern die Kanaldeckel der Gullys ab und entfernte Blätter und Kastanien. „Das Wasser stand so hoch, dass wir die Straße an sich nicht mehr sehen konnten. Damit keiner in den Kanal fällt, haben wir einfach einen Besen hineingesteckt und die Stelle zu markieren.“ Als das Wasser nun ablaufen konnte, kam schließlich die herbeigerufene Feuerwehr und freute sich über die Arbeit der St. Jöriser und dessen Mithelfer.

Auch Kinzweiler hatte unter dem Wasser zu leiden. Der Wolkenbruch brachte in der Kirchstraße jede Menge Schlamm mit sich. Die mobilisierten Einwohner griffen beherzt zur Schaufel, um wenigstens den Bürgersteig wieder frei zu räumen. „Das schlimmste ist eigentlich nicht der Regen, sondern die Autofahrer. Die scheren sich überhaupt nicht was hier los ist und fahren einfach hindurch. Dabei machen sie alles noch schlimmer, weil sie alles nur noch mehr verteilen und dreckig machen“, machte sich ein verärgerter Einwohner an seine Schaufel gelehnt Luft. „Es ist zum Verzweifeln“, rief eine Frau aus, als es wieder anfing zu regnen. „Wenn es dann mal endlich aufhört zu regnen, fängt es ein paar Minuten später wieder an, und wir können von vorne anfangen die Straße zu räumen.“

Gegen 17.45 Uhr am Samstag war eine Gewitterzelle mit Starkregen über die nördlichen Eschweiler Stadtteile Hehlrath, Kinzweiler und St. Jöris gezogen. Feuerwehr-Sprecher Lutz Krüger, Stadtbrandinspektor und Stellvertretender Leiter der Feuerwehr: „Unbestätigten Informationen von Anwohnern zufolge fielen in den Ortschaften zwischen 55 und 110 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von weniger als einer halben Stunde.“

Innerhalb weniger Minuten liefen gleich mehrere Notrufe aus den Ortschaften Hehlrath und Kinzweiler in der Einsatzzentrale der Feuerwehr Eschweiler sowie in der Leitstelle Aachen über die Notrufnummer 112 auf. Krüger: „Aufgrund der Vielzahl an Einsatzstellen, die in kürzester Zeit gemeldet wurden, wurde für die Feuerwehr Eschweiler sowie das Technische Hilfswerk Eschweiler Gesamtwehralarm ausgelöst.“ Insgesamt musste die Wehr zu 25 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Dabei handelte es sich im wesentlichen um vollgelaufene Keller, überspülte und nicht mehr befahrbare Straßen, sowie um weitere Gefahrenstellen aufgrund des starken Niederschlages.

Eine besondere Einsatzstelle bot der Wehr ein Mehrfamilienhaus in der Kinzweilerstraße in Hehlrath: „Da das Kanalnetz die Wassermassen nicht fassen konnte, liefen zwei Souterrainwohnungen bis zu einer Höhe von cirka 1,9 Meter voll“, berichtet der Stadtbrandinspektor. Hier pumpten die Besatzungen von insgesamt vier Löschfahrzeugen mehrere Stunden lang das Wasser aus dem Untergeschoss und schützten das Haus mittels Sandsäcken vor weiter eindringendem Wasser.

In Kinzweiler waren insbesondere die Kirchstraße sowie die Kambachstraße betroffen. Die Regenmassen der Felder zwischen St. Jöris und Kinzweiler konnten am Ortseingang nicht geregelt in die Kanalisation fließen, so dass eine Schlammlawine auf kompletter Breite der Kirchstraße in Richtung Kambachstraße floss und auch in mehrere Gebäude eindrang. Der von den Feldern mitgeführte Schlamm sammelte sich auf der Kirch- und Kambachstraße auf bis zu 30 cm Höhe. Nach den Erstmaßnahmen durch die Feuerwehr beauftragte das Ordnungsamt gegen 23 Uhr Entsorgungs- und Reinigungsfirma beauftragt, die Schlammmassen von den Straßen zu entfernen.

Der Einsatz der Feuerwehr Eschweiler war für die letzten Kräfte gegen 1 Uhr beendet. Im Einsatz waren insgesamt ca. 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr Eschweiler sowie etwa 20 Kräfte des THW Eschweiler.

Die Entsorgungs- und Reinigungsfirma war allerdings noch bis Sonntagvormittag mit Reinigungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

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