Eschweiler Wasser: Hier ist es hart, dort ist es weich

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
Die Dreilägerbachtalsperre in
Die Dreilägerbachtalsperre in der Eifel: Hehlrath, Hastenrath, Kinzweiler, Nothberg. St. Jöris, Scherpenseel, Volkenrath und Dürwiß beziehen ihr Wasser hier Foto: Peter Stollenwerk

Eschweiler. Warum muss man sich nach dem Duschen in Bergrath besser eincremen als in Weisweiler? Warum schmeckt das Wasser in Eschweiler Ost ein wenig anders als in Röhe. Und warum halten die Waschmaschinen in Hücheln länger als in Eschweiler Ost?

Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Härtegraden des Trinkwassers. Die einzelnen Stadtteile beziehen ihr Wasser nämlich aus verschiedenen Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Während Orte wie Hehlrath oder Dürwiß mit Wasser aus den Talsperren der Eifel beliefert werden, beziehen die Kunden aus der Stadtmitte ihr Wasser aus Brunnen.

Der Unterschied macht sich im Härtegrad des Wassers bemerkbar. Das Grundwasser aus den Brunnen ist wesentlich härter, aufgrund der geologischen Beschaffenheit. Es muss durch die Gesteinsschichten. Dadurch werden Mineralien wie Magnesium und Calcium in das Wasser gewaschen. Weil die Bodenschichten in den Trinkwassergewinnungsgebieten verschieden sind, sind auch die Härtegrade des Wassers unterschiedlich.

Was ist besser?

Da das Oberflächenwasser der Seen nicht durch Gestein muss, sind die Mineralien nicht oder kaum vorhanden. Deshalb ist das Oberflächenwasser aus den Talsperren weicher.

Als weich gilt das Wasser bis zu einem Härtegrad von 8,4 dh (Grad Deutsche Härte). Zwischen 8,4 und 14 dh gilt es als mittelhart und ab einem Wert von 14 dh wird es als hart bezeichnet.

Was ist denn nun besser? Weiches oder hartes Wasser. „Der Unterschied ist subjektiv. Manche sagen, hartes Wasser schmecke besser. Das erscheint auch logisch, weil dort Mineralien wie Magnesium und Calcium enthalten sind”, sagt EWV-Sachgebietsleiter Wolfgang Küpper.

Auf der anderen Seite führt hartes Wasser zur Verkalkung von Haushaltsgeräten, erhöht den Verbrauch von Spül- und Waschmitteln, beeinträchtigt oder fördert, je nach dem Maß der Härte, den Geschmack und das Aussehen empfindlicher Speisen und Getränke (zum Beispiel Tee).

Am härtesten ist das Wasser in den Stadtteilen Aue, Stadtmitte, Ost, Bergmannsiedlung, Bergrath, Bohl (teilweise), Röthgen. Der Härtegrad beträgt dort 18 bis 20 dh. Diese Stadtteile werden durch die TWA Hastenrath mit Grundwasser aus einem Brunnen versorgt.

Im Bereich der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) Binsfeldhammer, die die Orte Pumpe, Stich und die Siedlung Waldschule beliefert, ist der Untergrund zum Beispiel sehr kalkhaltig, wie Enwor-Sprecher Wolfgang Fischer erklärt. Geologen sprechen in diesem Zusammenhang von Kalkzügen. Dort liegt der Härtegrad des Wassers in der Regel bei 12 bis 14 dh.

In Fronhoven und Neulohn hat das Wasser ebenfalls einen Härtegrad von 12 bis 14 dh. Die beiden Orte werden mit Trinkwasser aus der TWA Aldenhoven versorgt.

Die geringste Wasserhärte gibt es in den Orten Hücheln, Weisweiler, Wilhelmshöhe und Röhe. Dort liegt der Härtegrad lediglich zwischen 3 bis 5 dh. Dieses Wasser kommt aus der TWA Roetgen und der TWA Wehe. Es handelt sich also um Oberflächenwasser aus den Talsperren der Eifel.

In Teilen von Eschweiler weist das Trinkwasser seit Ende Februar eine geringe Härte auf. Die Stadtteile Stich, Bohler Heide und Pumpe wurden einige Wochen mit weichem Wasser aus der Wehebachtalsperre beliefert.

Der Grund dafür waren Wartungs- und Reinigungsarbeiten an der Wasserspeicheranlage auf dem Donnerberg. Nach den Arbeiten wurde die Wasserversorgung aber wieder umgestellt.

Warum das so ist, erklärt EWV-Sachgebietsleiter Wolfgang Küpper: „Die Wasserrechte werden pro Region für 20 Jahre von der Bezirksregierung Köln vergeben. Im Falle Eschweilers ist es so, dass es noch Wasserrechte für die TWA Hastenrath und Binsfeldhammer gibt. Weil diese vorhanden sind, müssen sie auch genutzt werden.”

Da die Kapazitäten aber nicht ausreichen würden und der Härtegrad der TWA Hastenrath sehr hoch sei, werde Wasser aus der Wehebachtalsperre zugemischt. „Das ist immer so”, sagt Küpper. Es handele sich also um eine wasserrechtliche Angelegenheit. Außerdem sei es sinnvoll, auslaufende Rechte aufgrund der vorhandenen Investitionen zu verlängern.

„Eschweilers Wasserversorgung ist sehr komplex”, weiß Küpper. Aufgrund schlechter Bodenqualitäten seien nämlich nicht genügend Grundwasserressourcen vorhanden. Daher sei es nötig, Wasser aus unterschiedlichen Bereichen bereitzustellen. Das führt dazu, dass das Wasser in den einzelnen Stadtteilen unterschiedlich schmeckt und eine Waschmaschine in Hücheln länger hält als in Eschweiler Ost.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert