Eschweiler - „Eschweiler Waldtag“: Spannende Stunden im Stadtwald

„Eschweiler Waldtag“: Spannende Stunden im Stadtwald

Von: Rudolf Müller
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Der Stadtwald ist immer einen Besuch wert. Nicht nur seines Wildfreigeheges wegen. Beim inzwischen 6. Eschweiler Waldtag präsentiert er sich in zahlreichen Facetten. Gezeigt wird dabei unter anderem auch die Holzrückarbeit mit einem Kaltblüter. Foto: Rudolf Müller/Irmgard Röhseler
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Der Stadtwald ist immer einen Besuch wert. Nicht nur seines Wildfreigeheges wegen. Beim inzwischen 6. Eschweiler Waldtag präsentiert er sich in zahlreichen Facetten. Foto: Rudolf Müller/Irmgard Röhseler
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Hündin Eika ist immer dabei: Förster Marco Lacks hat derzeit in doppelter Hinsicht alle Hände voll zu tun. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Rund 300 Hektar ist er groß, der Stadtwald. Abseits, weit weg vom Duffenter liegende städtische Waldflächen nicht eingerechnet. Die machen noch mal 120 Hektar aus. Und er ist ein Besuchermagnet. Tagtäglich, von frühmorgens bis spätabends, zieht es Hunderte Besucher ins Grün – vom Jogger bis zum Geocacher.

„Der Stadtwald ist ein Naherholungsgebiet mit enormem Begegnungs- und Kommunikationspotenzial“, betont Bürgermeister Rudi Bertram, der auch selbst häufig dort anzutreffen ist und weiß, dass das Gebiet zwischen Duffenter, Wilhelminen- und Luisenstraße immer bestens besucht ist – gutes Wetter vorausgesetzt.

Der Stadtwald: ein Pfund, mit dem Eschweiler in Sachen Stadtmarketing wuchern kann. Einige Hunderttausend Euro lässt die Stadt sich ihren Wald jährlich kosten. Bei vergleichsweise geringen Einnahmen: Im vergangenen Jahr brachte der Holzverkauf an die rund 250 Brennholzkunden, die Förster Marco Lacks versorgt, rund 80.000 Euro ein.

Keine Riesensumme, aber viel im Vergleich zu anderen Kommunen. „Man muss den Stadtwald so sehen wie ein Hallen- oder Freibad“, sagt Bertram. „Ein wertvolles Freizeitangebot an die Bürger, das natürlich Geld kostet.“ Ein Freizeitangebot, das die Bürger allerdings gratis nutzen können, wie Hedwig Assenmacher, Leiterin der städtischen Abteilung für Freiraum und Grünordnung, hinzufügt.

Den Bürgern „ihren“ Wald in seinen vielen Facetten näherzubringen, das ist Ziel des Eschweiler Waldtages, der nun zum bereits sechsten Mal stattfindet: am 8. Oktober.

Marco Lacks hat eine stattliche Reihe von Ausstellern aktiviert, die diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis nicht nur für Kinder machen werden. Gab es bei der letzten Ausgabe vor zwei Jahren noch 22 Aussteller, so sind es diesmal 27, die Spannendes zu bieten haben.

Unter dem Motto „Wald aktiv erleben“ können die Besucher an diesem Sonntag von 11 bis 17 Uhr zwischen dem Forsthaus Bohler Heide und der Waldgaststätte Killewittchen Tiere des Waldes kennenlernen, bei Naturerlebnisspielen mitmachen, Sägevorführungen beiwohnen und sich darüber informieren, was die Mitarbeiter des Forstamtes alles zu leisten haben.

Ökologisch hochwertig

Marco Lacks ist seit 2014 als Nachfolger von Susanne Gohde Förster im Eschweiler Stadtwald. Und betreut den Würselener Forst gleich mit. Eine interkommunale Zusammenarbeit, die reibungslos funktioniert, wie Bürgermeister Rudi Bertram bekräftigt. In Eschweiler hat Lacks ein gut bestelltes „Feld“ vorgefunden: Sein Vorvorgänger Christian Färber, so unterstreicht der Förster, habe schon vor 50 Jahren eine sehr moderne Forstwirtschaft vorangetrieben. „Das ist der Grund dafür, dass wir heute einen ökologisch sehr hochwertigen Stadtwald haben.“

Einen Stadtwald, von dessen Qualitäten sich am 8. Oktober nicht nur Indestädter vor Ort überzeugen können: Der Waldtag ist ins Programm „Stadt – Land – Fluss“ des Landschaftsverbands Rheinland aufgenommen worden und wird in dessen Programmheft fast landesweit beworben.

Vielseitiges Programm zwischen Bohler Heide und Killewittchen

Damit Besucher nicht von Parkproblemen abgeschreckt werden, setzt die Aseag kostenlose Shuttlebusse ein: zwischen 10.30 und 16.30 Uhr halbstündlich vom Bushof über Talbahnhof, Röthgener Straße, Sticher Berg (Netto), Wilhelminenstraße (Waldfriedhof) und Am Hang/Jägerspfad zur Bohler Heide, und von 11 bis 17 Uhr über die selben Stationen zurück zum Bushof.

Das Awa-Mobil informiert über illegale Müllentsorgung, die die Stadt jedes Jahr horrende Summen kostet. Im Projekt „Blumammu“ kann man erleben, wie Menschen in der Steinzeit lebten. Die Arbeitsgemeinschaft BiNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) e.V. hat sich Umweltpädagogik auf ihre Fahne geschrieben und rückt mit einer Saftpresse an. Die Biologische Station der Städteregion informiert über Fledermäuse. Robert Keidel demonstriert den Bau altertümlicher Jagdbogen. Der Deutsche Falkenorden bietet (Flug-)Vorführungen mit ausgebildeten Greifvögeln. Die Deutsche Waldjugend zeigt ebenso wie die Hohensteiner Pfadfinder, wie es beim Lagerleben zugeht. Die Eschweiler Bienenfreunde zeigen einen Bienenschaukasten, lassen Kinder Kerzen mit Bienenwachs drehen und laden zum Honigprobieren ein.

Der Geschichtsverein informiert über die Geschichte des Stadtwalds und des ehemaligen Steinkohlebergbaus, dessen Spuren auch heute noch im Stadtwald allgegenwärtig sind. Die Scharwache lässt ihre Jagdhörner erschallen. Der Förderverein Propsteier Wald informiert über eben diesen. Der KL-Forst- und Sägebetrieb führt das Holzrücken mit Kaltblutpferden vor und präsentiert ein mobiles Sägewerk.

Die Naturfreunde Eschweiler informieren über ihre Aktivitäten. Die Edelobstplantage Hillemacher bittet zur Verkostung regionaler Obstsorten. Die inzwischen weltweit tätige Initiative Plant for the Planet informiert über aktiven Klimaschutz durch Baumpflanzungen. Die Stadt stellt Kindern dazu 100 Buchen zur Anpflanzung zur Verfügung. Die „Rollende Waldschule“ rollt mit vielen Tierpräparaten an. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stellt ihre Arbeit vor. Die in der Baumpflege immer wieder auch für die Stadt Eschweiler tätige Firma Sequoia führt Seilklettertechniken vor und installiert eine Seilschaukel für Kinder.

Die Stadt Eschweiler informiert zum städtischen Baumkataster, stellt holzzersetzende Pilze vor und erläutert Baumschäden. Zudem führt das Forstamt Holzerntearbeiten mit dem nagelneuen, für 112.000 Euro angeschafften Forsttraktor vor und präsentiert die Brennholzaufbereitung. Die Mobile Jugendarbeit und die Liebfrauenschule informieren zum Thema „Fair Trade“, schenken Kaffee und Kakao aus fair gehandelten Quellen aus und laden Kinder auf eine Hüpfburg ein. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft informiert über ihre Arbeit sowie über Streuobstwiesen und lädt Kinder zu einem Vogelstimmenquiz ein. Das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde des Landesbetriebs Wald und Holz NRW informiert rund um den Wald im generellen.

Der BUND informiert über Naturschutz und insbesondere über Wildkatzen. Dabei gibt es im Eschweiler Stadtwald gar keine Wildkatzen, wie Marco Lacks unterstreicht. Ebenso wenig wie Wölfe, Luchse oder Bären. „Dafür herrscht bei uns im Wald viel zu viel Betrieb.“ Aber, so sagt Lacks: „Was nicht ist, kann ja noch kommen.“

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