Eschweiler - Eschweiler setzt Wachstums-Offensive fort

Eschweiler setzt Wachstums-Offensive fort

Von: Rudolf Müller
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Am Maarfeld entsteht Neues: Hier ist ein Seniorenwohnpark geplant...
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...der an eine Nordsee-Feriensiedlung erinnert.
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Das Indestadion (oben links) soll im kommenden Jahr baureif gemacht werden.
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Das Sportlerheim (oben rechts) wird allerdings schon in den nächsten Wochen abgerissen werden.
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Die privat errichteten kubischen Häuser auf dem Gelände des früheren Nothberger Pfarrhauses sind Vorbild für die künftige Bebauung am Weisweiler Burgweg.
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Eifrige Bautätigkeit herrscht am Ringofen. Hier sind nur noch zwei Baugrundstücke zu haben.

Eschweiler. Die jüngste Bertelsmann-Studie hat bestätigt, was man im Rathaus schon lange wusste: Eschweiler ist die einzige Kommune im einstigen Regierungsbezirk Aachen, die Bevölkerungszuwächse verzeichnet. Und dies in den kommenden 15 Jahren auch weiter tun wird.

Was nicht etwa den Vermehrungsbestrebungen der Indestädter selbst zu verdanken ist: Auch hier übersteigt die Zahl der Sterbefälle die der Geburten deutlich. Sondern auf den Zuzug Auswärtiger zurückzuführen ist.

„Eschweiler hat für jeden etwas zu bieten: altersgerechte Wohnformen für Senioren ebenso wie Raum für junge Familien – auch für solche, die trotz der derzeitigen Niedrigzinsen auf jeden Cent schauen müssen“, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. Und vor allem hat Eschweiler eines: niedrige Grundstückspreise. „140 Euro je Quadratmeter für ein erschlossenes Grundstück, das gibt‘s sonst kaum irgendwo in der Region. Und das lockt Interessenten an.“

Infrastruktur gibt Pluspunkte

Interessenten, die aber auch die übrigen Standortfaktoren im Blick haben, wie Eschweilers Wirtschaftsförderer Dieter Kamp weiß: „Die erste Frage, die Interessenten mir stellen, lautet stets: ,Wie ist hier die Kindergartensituation?‘ Unser sehr gutes Angebot an Kindergärten – davon hat Eschweiler über 30 – und Schulen überzeugt bauwillige junge Familien.“ Eine gute Nahversorgung, gute Verkehrsanbindungen nach Aachen und ins Umland via Autobahn oder Euregiobahn, kulturelle Angebote und Freizeitmöglichkeiten machen vielen die Entscheidung leicht, Neu-Indestädter werden zu wollen.

„Die Einwohnerzahl mindestens halten“, ist das erklärte Ziel der Macher im Rathaus. Das Bertelsmann-Gutachten sagt voraus, dass das gelingt: Bis 2030 soll Eschweilers Bevölkerung um 1,4 Prozent wachsen. Bürgermeister Rudi Bertram freut‘s: „Immerhin ist das Thema Wohnen auch von großer Bedeutung für Ansiedlungen von Industrie und Gewerbe.“ Zum Vergleich: Nur Roetgen gerät mit einem „Nullwachstum“, sprich: stagnierender Einwohnerzahl nicht auf die Verliererstraße. Dagegen verliert Aachen 3,6 Prozent, Alsdorf 4,6, Baesweiler 2,4, Herzogenrath 3,8, Monschau 7,6, Simmerath 3,5, Stolberg 4,1, Würselen 1,2, Aldenhoven 3,3, Inden 5,5, Jülich 5,1, Langerwehe 1,0, Linnich 2,8, Niederzier 4,1 und Titz 5,4 Prozent.

Damit Eschweilers positive Entwicklung sich fortsetzt, rührt die Indestadt kräftig die Werbetrommel für ihre Bauvorhaben und -möglichkeiten. Im Herbst ist in der Dürwisser Festhalle eine Baumesse zum Thema ressourcenschonenden Bauen geplant. Und Anfang Oktober ist die Stadt in persona Rudi Bertram, Technischer Beigeordneter Hermann Gödde und Wirtschaftsförderer Dieter Kamp wieder auf der Expo-Real, der internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen, in München vertreten. Auf der eigenen Website sind Eschweilers Immobilien-Angebote ebenso zu finden wie auf den Verlautbarungen der indeland-GmbH.

Allein die jetzt begonnenen oder in Kürze beginnenden Wohnbauvorhaben summieren sich auf rund 250 Wohneinheiten – neue Zuhause für mindestens 750 Menschen. Dabei ist die Art der geplanten Bauten ebenso unterschiedlich wie die Ansprüche künftiger Bewohner. Beispiel Burgweg: Hier entstehen auf dem ehemaligen Gelände einer Gärtnerei auf einer Grundstücksgröße von insgesamt 3938 Quadratmetern fünf moderne „Stadthäuser“ – zweigeschossige kubische Bauten, ähnlich den Häusern, die auf dem Areal des einstigen Pfarrhauses in Nothberg entstanden sind.

Völlig anders wird sich das Maarfeld in Bergrath demnächst präsentieren: Ein Investor, der Vergleichbares andernorts bereits realisiert hat, plant hier auf insgesamt etwa 10000 Quadratmetern einen Seniorenwohnpark mit 21 Wohnhäusern– eingeschossigen Einzel, Reihen- oder Doppelhäuser in einer vom Betreiber zu pflegenden Parkanlage.

Auf dem Ringofengelände ist die Ära der Bagger und Betonmischer absehbar: Hier sind derzeit nur noch Grundstücke für eine Doppelhaushälfte und ein freistehendes Einfamilienhaus nicht verkauft – wohl aber schon optioniert, berichtet Dieter Kamp. Angrenzend an das Ago-Seniorenheim baut die Stadt in Kürze einen fünfzügigen Kindergarten – im Bereich westlich davon will ein Investor mehrgeschossige Wohnhäuser errichten.

Ein weiteres etwa 4200 Quadratmeter großes Areal, nahe der THW-Unterkunft kann derzeit noch nicht angepackt werden: Zunächst soll hier ein Fußgänger- und Radfahrertunnel unter dem Bahndamm hindurch zur Bourscheidt-straße angelegt werden und den Bewohnern des Ringofengeländes einen kurzen Fußweg zur City ermöglichen. „In den nächsten ein-zwei Jahren“, so Rudi Bertram, soll der Tunnel entstehen.

Auf Mehrfamilienhäuser setzt die Stadt auch auf dem Areal des Indestadions, das im kommenden Jahr erschlossen werden soll. Schon in den nächsten Wochen aber soll das Sportlerheim dem Erdboden gleich gemacht werden um Kosten zu sparen und Vandalismus vorzubeugen. Insgesamt 6,8 (den bereits errichteten Kindergarten u.a. eingeschlossen, ist das Plangebiet, dem die Stadt aufgrund seiner Innenstadtlage, seiner sehr gute infrastrukturellem Anbindung und der Nähe zur Inde eine hohe Standortqualität und bedeutendes Entwicklungspotenzial zuschreibt. Hier soll „familiengerechtes Wohnen in kompakter, innerstädtischer Bauweise“ geboten werden. Acht nach Süden ausgerichtete Mehrfamilienhäuser in großzügigen Grünzügen sollen aus dem Sportgelände ein Wohngebiet machen, das den Bereich Eschweiler-West deutlich aufwertet.

Ressourcenschonendes Bauen

Kaum retten kann sich die Stadt vor Anfragen zum Bebauungsgebiet Ackerstraße am Rande Kinz-weilers – übrigens das einzige aller aktuellen Plangebiete, das nicht Brachflächen reaktiviert, sondern außenliegende Ackerflächen in Anspruch nimmt. Hier sind 65 Baugrundstücke für freistehende Einfamilienhäuser bzw. für Doppelhaushälften in offener Bauweise zu vergeben – und schon jetzt gibt es dafür mehr als 80 Anfragen, viele davon aus Aachen. Mit der Bebauungsplanung für das 48600 Quadratmeter große Gebiet kommt die Stadt der großen Nachfrage nach Bauland gerade in Kinz-weiler nach.

„Filetstück“ unter Eschweilers neuen Baugebieten ist zweifellos das Areal des einstigen Laurenzberger Sportplatzes samt angrenzender Ackerfläche. Hier entwickelt die Stadt gemeinsam mit der Aachener Kathy-Beys-Stiftung und weiteren Partnern die „Neuen Höfe Dürwiß“. Ein Projekt, das in Sachen ressourcenschonendes Bauen und vielfältiger Nutzbarkeit der veränderbaren (Mehrgenerationen-) Häuser Maßstäbe setzt und bundesweit auf Interesse stößt. Mehr dazu: www.neue-hoefe-duerwiss.de

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