Eschweiler sagt dem Müll den Kampf an

Von: Tobias Röber und Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
10153845.jpg
Die Beete an der Moltkestraße geben kein schönes Bild ab. Zigarettenkippen, Papier und sonstiger Unrat liegen dort neben Disteln, Löwenzahn & Co. Bürger monieren, dass es dort zu wenig Mülleimer gibt.

Eschweiler. Was bewegt Sie in Eschweiler? Das haben wir Sie, liebe Leser, gefragt und darauf zahlreiche Antworten erhalten. Einigen davon sind wir in den vergangenen Tagen einmal genauer nachgegangen. Ein Thema, das die Indestädter nach wie vor bewegt, ist der Unrat, der sich an einigen Ecken in Eschweiler häuft.

Nicht nur die Innenstadt sei häufig mit Kaugummis und Zigarettenkippen übersät. Auch am Kraftwerk in Weisweiler sowie im Industrie- und Gewerbegebiet war haufenweise wilder Müll an der Tagesordnung. Wir haben die „Brennpunkte“ wieder einmal unter die Lupe genommen und siehe da: Es scheint Besserung in Sicht. Zigarettenkippen und Kaugummis sieht man leider immer noch extrem viel. Von sonstigem Müll war aber wenig zu sehen. Ist Eschweiler also doch nicht so dreckig, wie viele Bürger meinen?

Dass sich diesbezüglich einiges in der Indestadt getan habe, sagt Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt. „In den vergangenen Monaten ist es deutlich besser geworden“, meint er. Bemerkbar mache sich dies vor allem am Blausteinsee. Ein Mitarbeiter der GmbH sorgt dort regelmäßig für Ordnung. Auch die Gastronomie trage zu der positiven Entwicklung bei, ist sich Gödde sicher. „Durch die permanente Präsenz von Menschen trauen sich vielleicht weniger Leute einfach ihre Sachen wegzuwerfen“, vermutet der Technische Beigeordnete.

Auch in der Innenstadt habe sich einiges geändert. Die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) seien dort mittlerweile präsenter. Doch vor allem dort, wo Straßen saniert werden, seien die Bürger aufmerksamer. So auch an der Peter-Paul-Straße. Erst vor kurzem ging bei Gödde der Anruf einer Bürgerin ein, die ihn auf einen fehlenden Mülleimer und Tütenspender für die Hinterlassenschaften von Hunden aufmerksam machte. Doch auch an die Vierbeiner hat die Stadt Eschweiler gedacht und für sie eine sogenannte Gassi-Wiese schräg gegenüber des Nebengebäudes des Amtsgerichtes angelegt.

Trotzdem gibt es den einen oder anderen Fleck, an dem Müll in größerem Umfang vorhanden ist. Das weiß auch Gödde. „Es heißt nicht, dass wir von heute auf morgen eine saubere Stadt geworden sind“, sagt er. Das beste Beispiel dafür ist hinter dem ehemaligen Hertie-Gebäude zu sehen. Dort häufen sich Glasflaschen, Papier- und Plastikmüll sowie Zigarettenkippen.

Auch die Blumenbeete an der Moltkestraße sind alles andere als schön anzusehen. Zigarettenkippen und Taschentücher liegen zwischen Disteln, Löwenzahn und Brennnesseln. Ein weiterer Mülleimer würde an dieser Stelle mit Sicherheit nicht schaden, bemerken einige Leser. Gödde verteidigt das Konzept der Stadt. Er vertritt die Ansicht, dass man die Behälter gezielt platzieren müsse, diese jedoch öfter geleert und gereinigt werden sollten.

Die Hertie-Immobilie

Apropos Hertie : Nach wie vor gibt es nichts Neues, so Hermann Gödde. Will heißen: Die niederländisch-britische Fondsgesellschaft fordert nach wie vor zu viel für die Immobilie und das Parkdeck. Zwar ist die Forderung von einst mehr als fünf Millionen Euro auf weniger als die Hälfte geschrumpft, dennoch konnte man sich mit den Investoren – die laut Stadt Gewehr bei Fuß stehen – offensichtlich noch nicht einigen.

Der Stadtwald

Zurück zum Müll und ab in den Stadtwald: Dort gibt es immer wieder Probleme mit wildem Müll, wie Hermann Gödde sagt. Auch Förster Marco Lacks hat das bereits kennengelernt. Zahlreiche Menschen laden ihren Hausmüll und Elektroschrott ab – und das, obwohl die Abholung des Sperrmülls durch die Stadt Eschweiler kostenlos erfolgt.

Doch nicht nur das Thema Müll beschäftigt die Eschweiler Bürger. Auf die Frage, ob der Stadtwald ein attraktives Erholungsgebiet ist, antworteten 56 Prozent, dass sie dort lieber ihre Zeit verbringen, als am Blausteinsee. Allerdings wurde auch angemerkt, dass Spielplatz und Aufstieg zum Schwarzen Berg heruntergekommen seien.

Auch dieser Kritik sind wir einmal auf den Grund gegangen und tatsächlich: Morsche und zum Teil kaum vorhandene Holzstufen erschweren Auf- und Abstieg erheblich. Zwar entschädigt die spektakuläre Aussicht (die jedoch mit weniger Bewuchs besser wäre) über ganz Eschweiler für die Strapazen, für Erwachsene, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und Kinder ist es jedoch kaum möglich die Spitze zu erreichen.

Auch dem Spielplatz am Schwarzen Berg würde eine Sanierung, beziehungsweise Aufwertung nicht schaden. Dort gibt es zwar reichlich Wiese, jedoch nur wenig Geräte. Wie wäre es deshalb mit einem Trimm-dich-Pfad, an dem sich Klein und Groß austoben könnten? Hermann Gödde steht dieser Idee skeptisch gegenüber. „Ich denke, dass Trimm-dich-Pfade heute nicht mehr so beliebt wie vor 20 oder 30 Jahren sind. Das Trimmen wird heute eher in Sportstudios gemacht“, ist er sich sicher.

Trotzdem spiele Outdoor-Fitness eine wichtige Rolle. Auf dem Spielplatz am Ringofen sei bereits ein Mehrgenerationenspielplatz verwirklicht worden, etwas ähnliches kann Gödde sich auch am Blausteinsee oder im Weisweiler Park vorstellen. Wichtig sei jedoch, dass die Geräte überwacht werden.

Vandalismus

Apropos Vandalismus: Auch das ist ein Thema, das zahlreiche Inde-städter beschäftigt, wie sich in unserer Umfrage herausstellte. Doch auch diesbezüglich sei es in Eschweiler sehr viel ruhiger geworden, meint Gödde.

Noch vor rund drei Jahren war das ganz anders. Damals hielten Unbekannte sowohl Bürger als auch die Verwaltung auf Trab, indem sie regelmäßig die Scheiben an Bushaltestellen zerschlugen. Momentan sorgen Graffiti für Ärger. Dieses Phänomen sei jedoch nicht nur in Eschweiler, sondern auch in anderen Städten der Region zu beobachten, so Hermann Gödde.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert