Eschweiler - Eschweiler Papageien bekommen eine eigene Show in Hellenthal

Eschweiler Papageien bekommen eine eigene Show in Hellenthal

Von: Andreas Gabbert
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Eschweiler. Ganz schön verdutzt haben die Verkäufer aus der Wäsche geschaut, als Heinz Autermann in einem Spielwarengeschäft nach Rollschuhen gefragt hat - für einen seiner Papageien wohlgemerkt.

Die Mitarbeiter konnten ihm zwar nicht weiterhelfen, aber wenn der 74-Jährige aus Eschweiler wieder einmal mit leicht kuriosen Wünschen vorstellig wird, werden seine Anliegen ernst genommen.

Denn seine Papageien fahren nicht nur gerne Rollschuh - es darf auch mal ein Porsche oder ein Fahrrad sein. Die Tiere können zählen, die Uhr lesen, Purzelbäume schlagen und wenn sie gerade besonders kreativ sind, stehen sie auch schon mal an der Staffel und malen. 25 verschiedene Tricks haben die Vögel im Programm, und die zeigen sie gerne - am liebsten auf einer großen Bühne und vor einer Menge Publikum.

Zu Vögeln hatte Autermann schon immer eine besondere Beziehung. Bereits als Schuljunge züchtete er Zwerghühner und Tauben. Wellensittiche waren schließlich die ersten Exoten, die auf seiner Terrasse ein Zuhause fanden. „Dann wurden die Viecher immer größer”, sagt Autermann. Heute sind fünf Aras und fünf Kakadus die Stars in seiner Show.

Im Urlaub auf den Kanaren hatte Autermann in den 80er-Jahren eine Papageien-Show gesehen und war fasziniert. Gleich stand für ihn fest, solche Kunststücke sollten seine Papageien auch lernen. „Das hat erstmal nicht geklappt”, gibt der Vogelliebhaber offen zu.

Das änderte sich, als Autermann nach Gran Canaria zog und von einem argentinischen Trainer aus Florida die Dressur lernte. „Das geht nur mit Liebe, Geduld und Leckerbissen. Erzwingen lässt sich nichts”, sagt der 74-Jährige. Wer aber die nötige Geduld mitbringe, könne den Tieren so ziemlich alles beibringen. Und wenn einer der bunten Vögel doch mal keine Lust zum Arbeiten hat, deutet Autermann mit seiner Hand einen Pistolenschuss an. Schon kippt das Tier zur Seite und spielt den sterbenden Schwan.

Im Jahr 1993 kehrte Autermann mit seinen Vögeln nach Deutschland zurück. Hier bewirtschaftete er seine Gaststätte und trat bei verschiedenen Anlässen mit seinen Vögeln auf, ob beim Offiziersball der Bundeswehr oder in TV-Shows.

1999 zog es in dann wieder in südliche Gefilde. Sechs Jahre arbeitete er in einem Vogelpark in Lanzarote und wohnte auch dort. Als ein neuer Kurator die Geschäfte übernahm und Autermann die ihm zur Verfügung gestellte Wohnung räumen sollte, war für ihn klar: „Dann könnt ihr eure Arbeit auch alleine machen.”

Seit drei Wochen ist er jetzt wieder zurück. Vier Tage lang war er mit dem Auto unterwegs, vollgepackt mit Utensilien für die Shows. Die Tiere holte er anschließend mit dem Flugzeug ab. Die Einfuhr ist streng geregelt. „Normalerweise darf man nur einen Vogel mitnehmen, für mich hat die Fluggesellschaft aber eine Ausnahme gemacht.”

Die Papageien ziehen nun im Wildgehege Hellenthal ein. Vom 1. Juli bis zum 31. August werden sie dort dreimal täglich eine Vorstellung geben. Und da Heinz Autermann seine Lieben nur ungern alleine lässt - die meisten hat er von Hand aufgezogen - bekommt er in Hellenthal eine Ferienwohnung gestellt.

Allzu lange will Autermann aber nicht mehr auftreten. Er sucht einen Nachfolger. Und was muss ein möglicher Erbe mitbringen? „Tierliebe und ein Gefühl für die Vögel”, sagt Autermann.
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