Eschweiler - Eschweiler offiziell als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet

Eschweiler offiziell als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet

Von: Manuel Hauck
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Zahlreiche Engagierte für einen solidarischen Welthandel, unter anderem Vertreter der Bischöflichen Liebfrauenschule, der Verwaltung, der Ratsfraktionen und Geschäftsleute, freuten sich neben Bürgermeister Rudi Bertram über das Siegel „Fairtrade Town“. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. „My fair ladies and gentlemen“ heißt es ab sofort, wenn man sich an die Eschweiler Bürger wendet. Die Indestadt erhielt am Blausteinsee das Zertifikat zur Fairtradestadt, das ihr nachhaltiges und solidarisches Handeln attestiert.

Eine Initiative ging dem Weg des fairen Handels und Handelns bis zu der Auszeichnung als sogenannte Fairtrade-Stadt voraus. Die Bischöfliche Liebfrauenschule Eschweiler bemüht sich seit vielen Jahren, fairen Handel in ihr Schulprogramm und –Leben zu integrieren. Fairtrade, das bedeutet die Verbindung zwischen Konsumenten, Unternehmen und Produzenten und zielt auf bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Dass das vom Bistum Aachen getragene Gymnasium im Jahr 2013 als Fairtrade-Schule ausgezeichnet wurde, kann als Stein des Anstoßes für die gesamte Indestadt verstanden werden. So blickte Bürgermeister Rudi Bertram bei der Verleihung zur fairen Stadt der Schule anerkennend darauf zurück, dass die Schule nach ihrer Auszeichnung an die Stadtverwaltung herangetreten ist, und die Verwaltungsmühlen in Gang setzte.

Sozialausschuss und Stadtrat befassten sich mit dem Thema und beschlossen nachhaltiges und sensibles Engagement für Fairtrade, das von Bertram vor dem Hintergrund des lokalen Strukturwandels gut geheißen und unterstützt wurde.

Pressesprecher René Costantini ergänzte anschließend, dass nach dem Ratsbeschluss im vergangenen Jahr Vereine, Händler, Gastronomen und auch Gemeinden ins Boot geholt wurden. Nachdem man auf die Kampagne Fairtrade-Towns gestoßen war, bemühte sich die Verwaltung, entsprechende Anforderungen zu erreichen. Nach dem Prinzip faire Produkte konsumieren und anbieten konnten die Kriterien schließlich erfüllt werden.

Solidarischer Handel

Birgit Herkenhoff-Portik, Lehrerin an der Liebfrauenschule, berichtete dann über die zahlreichen Aktionen an ihrer Schule. Ehe sieben der rund 35 Schüler, die sich am Gymnasium für Fairtrade einsetzen, Statements zu ihrer Motivation für Entwicklungs- und Schwellenländer, überwiegend auf der südlichen Welthalbkugel gelegen, äußerten, wurde auch Herkenhoff-Portiks Engagement für einen solidarischen Handel deutlich. Dank ihres Einsatzes, unter anderem der wöchentliche Verkauf von fairer Schokolade, Mango-Chips und Kaffee, die Verteilung fair produzierter Schokoladennikoläuse in der Weihnachtszeit oder die Thematisierung von Fairtrade im Unterricht, ist die Schule Vorreiter für Nachhaltigkeit.

Ebenso wie die Stadtverwaltung ist die Schule im Rahmen der Fairtrade-Kriterien dazu verpflichtet, stets über die Aktivitäten öffentlich zu berichten und so für Fairtrade zu sensibilisieren. Dazu bietet das Gymnasium auch im Internet einen gesonderten und auf dem Laufenden haltenden Blog.

Familienfreundliches Umfeld

Das Fazit lautete an diesem Tag also, dass Eschweiler mit dem Siegel „Fairtrade“ ausgezeichnet werden kann. Manfred Holz, Ehrenbotschafter der Organisation, bescheinigte nach den ersten Stunden seines Besuchs der Indestadt Lebensqualität und ein familienfreundliches Umfeld und hielt ein enthusiastisches Plädoyer für eine solidarische Weltgemeinschaft, bei der Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten bekämpft werden sollen. „Wenn auf der Welt so viel geteilt würde wie bei Facebook, dann gäbe es keine Armut“, zitierte er und bekräftigte, dass fair nicht sei, billig einzukaufen, wofür andere zahlen müssen.

Da die Indestadt alle Kriterien erfüllt, überreichte Holz Bürgermeister Bertram die Urkunde, die Eschweiler von nun an als „Fairtrade-Town“ betitelt. Aus diesem Grund sei es logisch, so der Ehrenbotschafter, dass die Eschweiler Bürgerinnen und Bürger mit „my fair ladies and gentlemen“ angesprochen würden.

Den Titel als faire und solidarische Stadt trägt die Indestadt nun zunächst für zwei Jahre, ehe die Anforderungen erneut geprüft werden. Bertram dankte nichtsdestotrotz abschließend allen, die Einsatz für Fairtrade gezeigt haben und zeigen, da er die Urkunde nur stellvertretend in den Händen halte.

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