Eschweiler Music Festival: Markt verwandelt sich in traumhafte Kulisse

Von: Rudolf Müller
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Konzerte in ganz besonderer Atmosphäre: Vier Tage lang steht der Marktplatz ab Donnerstag ganz im Zeichen der Musik. Die Bühne auf der Freitreppe zur Peter-Paul-Kirche wird diesmal noch um einige Meter breiter sein als im vergangenen Jahr. Foto: Eckhard Pelky

Eschweiler. Montagfrüh geht‘s los: Um 8 Uhr rollen drei große Trucks aus Koblenz auf den Marktplatz. Ihre Ladung: Material für die größte Bühne, die das Eschweiler Music Festival je gesehen hat. Mehr als 22 Meter breit ist das gute Stück, 16 Meter breit der Innenraum.

Die Bühne, die ansonsten bei Großkonzerten auf dem Aachener Katschhof zu finden ist, wird am Donnerstag Schauplatz eines ganz besonderen musikalischen Ereignisses: Das Roncole Verdi Orchestra mit Chor und Solisten führt dort Verdis Oper Nabucco auf.

Mit dem vor 175 Jahren uraufgeführten Werk beginnt das 26. Eschweiler Music Festival, das vier Tage lang mit einer breiten musikalischen Palette nahezu jedem Geschmack einiges zu bieten hat. Rund 85 Künstler stehen zum Auftakt auf und vor der Bühne: Ähnlich wie in der Arena di Verona sitzt das italienische Orchester vor der Bühne, auf der vor Beginn der Nabucco-Aufführung Tenor Cristian Lanza und seine brasilianischer Kollege Roberval Cardoso Kostproben ihres Könnens geben.

Cardoso – klassisch ausgebildet und mit Hang zum Pop – ist in Brasilien ein gefeierter Star mit einer TV-Show. Er reist eigens für den Kurzauftritt in Eschweiler aus Brasilien an. Auf der Marktbühne will er brasilianische Klassiker mit großem Orchester darbieten. Da Bossa-Nova-Rhythmen nun nicht gerade das tägliche Brot eines Verdi-Orchesters sind, wird das Orchester durch brasilianische Profi-Percussionisten und -Gitarristen samt einem Pianisten aus Köln verstärkt. Und durch Eschweilers Saxofon-As Peter Radmacher von den Big Bandits.

Cristian Lanza ist wie seine Kollegin Silvia Rampazzo – beide sind seit langem mit „Nabucco“ auf Tournee – in Eschweiler. Cardoso hat einen Zwischenstopp in Paris eingelegt und kommt Anfang der Woche. Chor und Orchester reisen am späten Mittwochabend an. Am Donnerstagmorgen steht dann im „Rio“ in der Schnellengasse die erste Probe für die 85 Musiker an, der am Nachmittag eine weitere Probe auf der Bühne folgt, ehe schließlich am Abend einer der musikalischen Höhepunkte des Jahres die Zuschauer auf dem Marktplatz verzaubert.

Zur Oper gibt es Sekt im Glas

Auf einem Marktplatz, der sich in diesem Jahr in einem weitgehend einheitlichen Erscheinungsbild präsentieren will: Nachdem es im vergangenen Jahr in der Gastronomieszene zu Unstimmigkeiten gekommen war, die darin gipfelten, dass eine Gaststätte per blickdichtem Bauzaun vom Marktgeschehen ausgeschlossen werden musste, haben sich die Gastronomen diesmal zusammengesetzt und ein gemeinsames Konzept entwickelt. Für den Opernabend auf dem bestuhlten Marktplatz bedeutet dies: Getränke in Gläsern statt in Kunststoffbechern sind erlaubt. An den übrigen Tagen herrscht striktes Glasverbot.

Zugangsregelungen

Generell gilt: Bierwagen wie in früheren Jahren wird es auf dem Marktplatz nicht mehr geben. Die nehmen Platz weg und versperren vielen die Sicht auf die Bühne. „Das ist den Besuchern bei Konzerten, für die sie Eintritt gezahlt haben, nicht zuzumuten“, betont EMF-Veranstalter Max Krieger. Stattdessen kann nun jeder Gastronom vor seinem Lokal eine Außentheke installieren. Ein paar Stehtische sind auch in Ordnung – Sitzgelegenheiten aber gibt es außerhalb der Gastronomiebetriebe nicht.

In den Restaurants selbst sollte jeder Gastronom seinen Gästen Spezialitäten aus dem jeweiligen Heimatland bieten – zum Beispiel kurdische und griechische Küche, türkische und mexikanische Spezialitäten. „Das stärkt den guten Ruf des Markts vor allem unter den auswärtigen Besuchern, auf die wir setzen“, erhofft sich Max Krieger, „und bringt sie dazu, auch außerhalb von Konzertabenden wiederzukommen.“

Was Getränke angeht, haben sich die Wirte auf einheitliche Preise geeinigt: Drei Euro werden für ein 0,3-l-Glas Bier. Cola oder Limo fällig. „Ein guter Preis“, findet Krieger. „Bei anderen Konzerten werden da auch fünf oder sechs Euro gefragt.“

Am Donnerstag, Freitag und Samstag sind die Gastronomiebetriebe rund um den Marktplatz bis 17 Uhr frei zugänglich. Dann allerdings müssen die Gäste Verständnis dafür aufbringen, dass der weitere Abend unter dem Motto „geschlossene Gesellschaft“ steht. Um 18.30 Uhr (Sonntag um 12 Uhr) beginnt der Einlass zu den Konzerten. Zugang zum Markt gibt es dann lediglich Indestraße/Marktstraße her. Vier Einlassschleusen sollen hier für zügige Abwicklung sorgen.

Hier findet sich auch die Abendkasse für diejenigen, die bislang noch kein Ticket zu den Konzerten haben. Noch sind Karten für die Original Blues Brothers Band, die am Freitag aus Lettland einfliegt, um von hier aus nach Norwegen weiterzureisen, ebenso zu haben wie für die Show der Hermes House Band mit Lou Bega. Der „kölsche Tag“ mit Kasalla, den Bläck Föös und Cat Balou allerdings ist bis auf einzelne Restkarten (bei den Marktwirten nachfragen!) ausverkauft.

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