Eschweiler - Eschweiler Music Festival findet furiosen Abschluss

Eschweiler Music Festival findet furiosen Abschluss

Von: Volker Rüttgers
Letzte Aktualisierung:
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Strahlende Mienen auf und vor der Bühne: Zum Finale des Eschweiler Music Festivals feierten die Bläck Fööss mit 5000 Fans auf dem Marktplatz einen spätsommerlichen kölschen Tag der besonderen Momente.
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Die Temperaturen ließen den Schweiß gefühlt literweise fliessen und dennoch suchte Basti Campmann beim Bad in der Menge die Nähe seiner Fans, ebenso wie Neu-“Bläck Fooss“ Mirko Bäumer, der für diesen Eschweiler Fan gleich alle Autogramme seiner Bandkollegen fleißig gesammelt hatte, auch wenn die junge Dame Eve und nicht Katrin hieß.
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Die Temperaturen ließen den Schweiß gefühlt literweise fliessen und dennoch suchte Basti Campmann beim Bad in der Menge die Nähe seiner Fans, ebenso wie Neu-“Bläck Fooss“ Mirko Bäumer, der für diesen Eschweiler Fan gleich alle Autogramme seiner Bandkollegen fleißig gesammelt hatte, auch wenn die junge Dame Eve und nicht Katrin hieß.
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„Liebe Deine Stadt!“, Cat Ballou-Frontmann Oliver Niessen spürte die sprichwörtliche Rückendeckung des Eschweiler Music Festivals und seines Publikums bei jeder einzelnen Textzeile.

Eschweiler. Es ist ja nicht so, dass der Eschweiler Musikfan zum ersten Mal zu kölschem Liedgut auf dem Marktplatz schunkelt oder die Musikanten aus der Domstadt zum ersten Mal mit ihren treuen Fans von der Inde feiern, und doch war das EMF-Finale mit dem kölschen Tag besonders und einzigartig.

Für jeden der 5000 Fans hielt das Konzert mit Cat Ballou, Kasalla und den Bläck Fööss einen dieser besonderen Momente bereit und bescherte dem Eschweiler Music Festival einen spätsommerlichen Sonntagnachmittag mit „janz vill Jeföhl“.

War es der spontane Ausflug von Kasalla-Frontmann Basti Campmann mitten ins Menschenmeer auf dem Marktplatz oder die Gänsehautstimmung, als aus 5000 Kehlen das kölscheste aller Lieder erklang: „Drink doch ene met“ von den Bläck Fööss? War es der erfrischende Auftritt der „Hüpfenden Flöhe“, die mit ihren Ukulelen im Gepäck aus ihrer Grundschule in Köln-Bayenthal gekommen waren, um die „Kayjass“ zu singen, oder Cat Ballous Liebeserklärung mit Dauerhitgarantie „Et jitt kei Wood“? Auf jedem der 5000 Gesichter machte sich nach über 200 Minuten Konzertmarathon ein Lächeln breit, jeder Besucher des kölschen Tags wird einen besonderen Augenblick mitnehmen.

„Mit euren Sonnenbrillen seht ihr fantastisch aus!“ Cat Ballous Frontmann Oliver Niessen machte direkt zu Beginn dem gut aufgelegten Publikum auf dem Marktplatz ein Kompliment. In einer Schweiß treibenden Konzertstunde spulte die junge kölsche Band ihr Programm ab, das augenscheinlich nur aus Hits besteht: „Hück steiht de Welt still“, „Do un ich“ und „Die Stääne stonn jot“ sind nur einige Beispiele.

Mit dem „Stammbaum“ machten die Bläck Fööss direkt im Anschluss klar, in welcher Mission alle drei Kölner Bands am Sonntag neben dem EMF noch unterwegs waren. Cat Ballou, Kasalla und die „Fööss“ spielten nämlich im Anschluss an ihren Eschweiler Gig auf dem „Arsch huh, Zäng ussenander!“-Konzert auf dem Hohenzollernring ihrer Heimatstadt gegen Fremdenhass, Ausgrenzung und dumpfe Politiker-Parolen. Doch vorher gab es mit der Mutter aller kölschen Bands noch eine Zeitreise durch bald fünf Jahrzehnte Kölner Liedgut, inzwischen ist aus der früheren „Kaffeebud“ das „Bickendörfer Büdchen“ geworden und aus dem „Rollbrett“ das Skateboard.

Spätestens zur Kölner Hymne „Du bes die Stadt“ lag sich das EMF-Publikum in den Armen – glücklich, selig und mit sich und der Welt für ein paar Minuten im Reinen. EMF-Organisator Max Krieger dürfte dieser Moment im Gedächtnis bleiben, vor allem wenn er an die enorme Vorbereitung im Vorfeld des Music Festivals zurückdenkt, das mit Klassik, Blues, Pop bis hin zum kölschen Folk in diesem Jahr einen so weiten musikalischen Bogen gespannt haben dürfte wie niemals zuvor.

Doch bevor an diesem wunderbaren, sonnenverwöhnten Sonntagnachmittag irgendjemand sentimental werden konnte, rockten die Jungs von Kasalla die Marktplatzbühne, als ob sie vom Bauamt zum ultimativen Statiktest bestellt worden seien. Da kletterte Bassist Sebi Wagner mal eben an der Stahlkonstruktion in luftige Höhen, kletterte Sänger Basti Campmann von der Bühne runter und ließ Gitarrist Flo Peil die Monitorboxen dröhnen. Kasalla machte ihrem Namen alle Ehre und absolvierte einen gelungenen Vorgeschmack auf ihre Anfang Oktober beginnende Tour „Mir sin eins“. Dabei ließen die Jungs ihrer Spielfreude freien Lauf, präsentierten Hitgarant „Pirate“ mit einer Speed-Polka-Version im neuen Gewand, ließen die Fans zu „Stadt met K“ hüpfen und sorgten mit manuellem Konfettiregen aus dem Handtuch für ungeahnte Showeffekte.

„Mer sinn uns widder“ sang Campmann noch und dann ertönten die Kirchenglocken, zum gelungenen Finale des EMF.

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