Eschweiler Music Festival: Einmal Karibik und zurück

Von: Rudolf Müller
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Lieferte den Fans auf dem Mark
Lieferte den Fans auf dem Marktplatz eine erstklassige Show mit Reggae-, Soul- und Funkperlen: Nina Alverdes. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Außentemperaturen, die einen frösteln lassen, schwarze Regenwolken am Himmel - eigentlich ein Abend, an dem man sich am liebsten mit einer Tasse Kaffee, einem Cognac, einem Stück dunkler Schokolade und einem guten Zigarillo vor den Fernseher hockt und einen Barnaby-Krimi genießt.

Wer sich am Samstagabend dennoch auf den Markt begeben hatte, der musste diese Entscheidung keinen Augenblick bereuen: Auch am zweiten Abend des Eschweiler Music Festivals boten die Akteure auf der Bühne Musik vom Feinsten. Und die Menge auf dem gut gefüllten Platz, zwischen einem, knappen halben Dutzend Bierwagen und vollbesetzten Straßencafés, wusste es zu schätzen.

Den Auftakt machte Simon Jonas: Der junge Mann ist der Sohn von DJ und Saxofonist Uwe Malischewski und hat seine Musikalität als Gitarrist, Sänger und Songwriter hier bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Diesmal hatte er seine jüngere Schwester mitgebracht: Cynthia, 16 Lenze jung, bot mit eindrucksvoller Simme eine überzeugende Darbietung. Von der Nervosität, die ihr erster öffentlicher Auftritt mit sich brachte, war ihr nichts anzumerken. Das Duo lieferte eine absolut professionelle Leistung.

Letzteres gilt auch für die zweite Gruppe, die ihre Visitenkarte auf der Marktbühne abgab: Das Cheer Up Trio mit Sebastian Sturm an der Gitarre vermittelte mit mitreißenden Rhythmen jamaikanisches Lebensgefühl. Für den Wahl-Aachener Sebastian ein Heimspiel: „Fünf-sechs Jahre lang hab ich hier am Markt auf der Mauer gesessen und mit meinen Kumpels ein paar Bierchen getrunken”, erzählte er. Etliche von ihnen standen nun vor der Bühne und sparten nicht mit Aplaus.

Den verdiente sich auch die Hauptakteurin des Abends: Nina Alverdes. Die aus Italien stammende Wahl-Münchnerin bot mit ihrer erstklassigen Band - Daniel Rickler, Gitarre, Sebastian Hopfner, Keys, Julia Reiner und Sang Ganionga, Gesang, Andreas Bauer, Drums, Paolo Mariangeli, Bass, und Hannes Hermann am Saxofon - ein Programm, das einen Höhepunkt an den anderen reihte.

Die charmante Sängerin, die im Frühjahr mit „Primary Necessity” ihr erstes Album vorlegte, nahm ihr Publikum mit auf eine begeisternde Reise durch Reggae-, Blues-, Funk- und Soulwelten, und ihre Songs waren nicht von der Art, in der sich Herz auf Schmerz reimt. So wie das Stück vom „Spooky Psycho Dwarf”, dem gruseligen Psycho-Zwerg”, der seit einigen Jahren durch ihr Heimatland geistert. Wer da wohl gemeint sein mag?
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