Eschweiler Music Festival: Candy setzt den Markt gehörig unter Strom

Von: Rudolf Müller
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Candy Dulfer stellte am Freitag im Herzen der Eschweiler Altstadt eindrucksvoll unter Beweis, weshalb sie weltweit als Topstar am Saxofon gilt. Foto: Rudolf Müller
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Trotz Nieselregens drängten sich einige Tausend Fans vor der riesigen Bühne. Foto: Rudolf Müller
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Mutti ist immer dabei: Candy Dulfer mit Mutter Inge auf dem Marktplatz, wo vor der Show ein TV-Interview anstand. Foto: Rudolf Müller
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Derweil zeigte Michael Esser, Wirt des ausgebrannten „Mexi & Co“ Optimismus: „Wir kommen wieder“ stand auf den T-Shirts. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. 14 Jahre ist es her, dass Max Krieger erstmals Candy Dulfer begegnete. Der heutige Eschweiler Kulturmanager, der am Donnerstag 57 Jahre jung wurde, war es, der anno 2002 dafür sorgte, dass der Saxofonstar aus Amsterdam gemeinsam mit Maceo Parker beim Aachener Kultursommer auf dem Katschhof auftrat. Jetzt holte er sie nach Eschweiler. Zum Jubiläum des Eschweiler Music Festivals.

Eines Festivals, für das das gleiche gilt wie für Candy Dulfer: Beide sind in den vergangenen Jahren kein bisschen gealtert. Allenfalls gereift.

Am Freitag stellte sie im Herzen der Eschweiler Altstadt eindrucksvoll unter Beweis, weshalb sie weltweit als Topstar am Saxofon gilt. 14 Soloalben hat die Powerfrau aus den Niederlanden im Laufe ihrer Karriere auf den Markt gebracht, war für einen Grammy nominiert, hat mit Dutzenden von Weltstars – von Prince über Pink Floyd und Chaka Khan bis zu Lionel Richie – gemeinsam auf der Bühne gestanden und hat gut 2,5 Millionen Alben verkauft.

Neues Album im Oktober

Dass die heute 46-Jährige international gefragt ist, zeigt ein Blick in ihren Tourkalender: Von Eschweiler aus geht‘s nach Apeldoorn, von dort nach Budapest, zurück in die Niederlande, dann zu fünf Konzerten in Japan, davon allein vier in Tokio, weiter nach Österreich, dann zu den Leverkusener Jazztagen und weiter nach Tiflis und Luzern.

Und zwischendurch arbeitet der Star, der von seiner mit an die Inde gekommenen Mutter Inge gemanagt wird, an einem neuen Studioalbum. Das, so verrät die Mutter, soll Ende Oktober auf den Markt kommen. Einige Stücke davon stellte sie schon jetzt dem begeisterten Publikum („das beste Publikum der Welt!“ vor, aber natürlich durften auch Klassiker wie „Lily was here“ in der gut eineinhalbstündigen Show nicht fehlen.

Schon am Morgen war die Band in Eschweiler angekommen. Mit einem Nightliner-Bus, an den ein Anhänger, proppenvoll mit Technik, angekoppelt war. Ein Gespann, das viel zu lang war, um die kurvige Zufahrt zum Marktplatz zu meistern. Was tun? Das Gefährt stoppte auf der Dürener Straße, gleich hinter der Peter-Paul-Kirche. Der Vorteil der neuen Bühne an neuer Position: Von hier sind es nur ein paar Meter auch zur Dürener Straße – binnen kürzester Zeit war das Gefährt entladen.

Bis zum Konzert am Abend war noch vieles zu erledigen. Wer mit Veranstalter Max Krieger zu tun hat, der darf sich nicht wundern, wenn er morgens um 5 bereits Mails oder SMS von ihm erhält. „Ich steh früh um 5 auf, was aber nicht heißt, dass ich bis dahin geschlafen habe. Nachts gehe ich in Gedanken immer alles noch mal durch, mache Pläne und erledige Mails“, sagt Krieger, der seit 25 Jahren immer wieder Tausende von Kleinigkeiten rund um das Fest zu erledigen und organisieren hat.

Von Bau und Platzierung der VIP-Terrasse für die Sponsoren an der Südseite des Marktplatzes, von der aus man einen ausgezeichneten Blick auf die riesige Bühne hat, bis zur Platzierung des Zeltes fürs Abmischen von Ton und Licht, dem Einsatz von Sicherheitskräften, der Bewirtung von Musikern und Technikern, und und und...

„Alles läuft genau nach Zeitplan“, sagt Krieger. „Wobei man natürlich nie ausschließen kann, dass irgendein Helfer, Mitarbeiter oder Musiker irgendwo im Stau steckt. Dann muss eben improvisiert werden.“

Generalprobe zur Weltpremiere

Dass Chris Thompson, dem am Samstagabend die Bühne gehört, pünktlich zur Stelle ist, davon ist auszugehen. Der in Großbritannien geborene und in Neuseeland aufgewachsene Sänger mit Wohnsitz im belgischen Leuven reiste schon am Donnerstag an. Am Samstagnachmittag trifft er sich mit Stardirigent Juri Gilbo und dessen Russischer Kammerphilharmonie auf der Marktbühne oder im nahen „Rio“ zur Generalprobe für die abendliche Show.

Für die wurden eigens etliche Titel aus Thompsons breitem Repertoire (Blinded by the Light, Davy‘s on the Road Again, I Came for You, You‘re the Voice und viele andere) neu arrangiert: für das Zusammenspiel von Rockband und Orchester. Die Noten dazu haben Band und Orchester längst erhalten, beide Klangkörper haben auch bereits jeweils für sich geprobt.

Zudem haben sich Gilbo und Thompson zweimal in Eschweiler getroffen, um Feinabstimmungen vorzunehmen. Samstag nun proben Band und Philharmoniker erstmals gemeinsam. Das Ergebnis – Weltpremieren – werden die Fans auf dem Marktplatz am Samstagabend erleben können.

Wie schon zum Ausklang von Candy Dulfers umjubeltem Konzert wird es auch zum Ende von Thompsons Show mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg eine eindrucksvolle Lasershow über dem Marktplatz geben. In die letzten Klänge der Musiker werden dann auch die Kirchenglocken von St. Peter und Paul einstimmen.

„Die Küsterin wartet morgen Abend nur darauf, dass ich ihr telefonisch das ‚Go‘ gebe, um die Glocken losschwingen zu lassen“, berichtet Max Krieger, der sich davon ein sehr emotionales Erlebnis verspricht. Die Kirchenfenster von St. Peter und Paul waren bereits am Freitagabend von innen mit LED-Leuchten dezent illuminiert.

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