Eschweiler - Eschweiler Mundartabend: Zu Ehren der „Motteschprooch“

Eschweiler Mundartabend: Zu Ehren der „Motteschprooch“

Von: jlm
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Erlebten erneut einen gelungenen Mundartabend: Thomas Erdbring, Marianne Savelberg, Alfred Wings, Hermann Hoven, Toni Peters, August Engels, Stefanie Bücher, Horst Goerres, Marie-Theres Kugel, Werner Wolter und Leo Braun, Vorsitzender des Mundartkreises (von links). Foto: Julia Meuser-Romano

Eschweiler. „Mie hant doch hee e Schtätsche, woo os Häts dra hengk on loofe jeedes Pätsche em Taal hee an de Eng. Hee leave on hee schtärve mie, dän hee es et doch schöön. On dan noch dea votroude Klang, sent os Aischwiile Töön.“ Zu Ehren ihrer „Motteschprooch“ hatte der Mundartkreis des Eschweiler Geschichtsvereins anlässlich seines 18. Mundartabends und seines 40-jährigen Bestehens ein fröhlich buntes Programm auf die Beine gestellt.

Leo Braun, Vorsitzender des Arbeitskreises, und Kurt Manthey, Vorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, begrüßten die zahlreichen Gäste. Zum ersten Mal habe dieser Mundartabend im April 1983 zum 125-jährigen Bestehen der Stadtrechte der Stadt Eschweiler stattgefunden, erklärte der EGV-Vorsitzende. Ziel des Arbeitskreises sei es gewesen, ein Mundartwörterbuch zu erstellen, das in 25 Jahren realisiert werden konnte. An ihren Mundartabenden hätten sie immer mit einem vollen Haus rechnen können, bei dem ersten Mundartabend im alten Rathaus hätten noch 75 Leute vor der Tür gestanden, bei der Wiederholung wenige Tage später ebenfalls. Aufgrund des enormen Interesses der Bürger wurde sogar der WDR auf den Eschweiler Mundartkreis aufmerksam und nahm die Wiederholung des ersten Mundartabends kurzerhand auf. Einige Aktive des Kreises wurden sogar zum Rundfunk eingeladen, um dort einen Vortrag auf Platt zu halten, erinnert sich Leo Braun heute. Kurt Manthey dankte dem Vorsitzenden des Mundartkreises: „Machen Sie weiter so.“

Unter dem Motto „Eischwiele Platt wie mije et jea hüere“ machten an diesem Abend die Kleinsten den Anfang. Die Kinder der Grundschule Bohl hatten fleißig gelernt und sangen zwei Lieder auf Eischwiele Platt – eine Besonderheit in einer Zeit, in der man nur selten Lieder auf Platt höre, wusste nicht nur Leo Braun sondern auch seine begeisterten Gäste. Im Anschluss trug Toni Peters ein Gedicht mit dem Titel „Jubiläum vam Monkaatkrees“ vor und betonte stolz die Einzigartigkeit des Eischwiele Platt. Marianne Savelberg begrüßte die vielen Gäste dann musikalisch: „Üje set no hee jekomme“, begleitet wurden die Künstler von Horst Goerres am Flügel. Dem folgten Vorträge von Marie-Theres Kugel („Oktobe/Novembe“ und „Menge nöije Nobbe“) sowie Thomas Erdbring („De Jesonkheet jeet vüje“, „Et nöji Kingsche“ und „Et Haasebruut). Der gebürtige Weisweiler feierte sein Debüt und hatte fleißig gelernt. Für Begeisterung sorgte auch August Engels mit seiner Interpretation der Lieder „Zwei Fleeje“ und „De Möisch“, wo auch die Zuschauer schließlich mit einstiegen. Marianne Savelberg erntete dann erneut Applaus mit den Vorträgen „Puff, paff vrjäse“, „Einfach ejaal, kall dauch Platt“ und „Enne Luuse“.

Werner Wolter erfreute seine Zuhörer mit einer amüsanten Geschichte von „De Buchpeng“, während Hermann Hoven in seinem Vortrag „Su schön klenk Eischwiele Platt“ ein kleines Lexikon auf Platt darbrachte. In „Menge Urlaub“ fährt er auch nicht nach Miami, Hawaii oder Santa Fee, sondern bleibt an der schönen Inde. Gemeinsam mit den zahlreichen Gästen sang Marianne Savelberg schließlich ein weiteres Lied: das „Heemetleed“, ein Volkslied aus dem Friesenland, das von ihr und Leo Braun umgeschrieben wurde. Auch August Engels sorgte ein weiteres Mal mit seinen Vorträgen „Dat Led vam Pläätekopp“ und „Enne Muffel Platt“ für Begeisterung.

Stefanie Bücher, die an der VHS Kurse in Eischwiele Platt für Kinder ab dem vierten Lebensjahr gibt, hatte ein ganz anderes Thema parat: „Stemp dat, met dat Kengekrijje?“ Und warum können Männer das nicht? Schallendes Gelächter erntete dann Alfred Wings der mit seinen Vorträgen „Met de Prossesijun not Keavele“ und „Stöijlapp“ einen gelungene Abschluss setzte. Zum Schluss stimmten alle gemeinsam das Lied „Eischwiele Platt, dat es meng Mottesprooch“ an. Alle Vorträge wurden aufgenommen und werden noch vor Weihnachten als CD zu erwerben sein.

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