Eschweiler Marktplatz: Operation am offenen Herzen der Stadt

Von: Rudolf Müller
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Der Marktplatz heute: ziemlich in die Jahre gekommen. Der von Gastronomiebetrieben umsäumte Platz soll in seiner Funktionalität gestärkt und optisch ordentlich aufgepeppt werden. Dazu gehört neben einem Wasserbecken als belendem Element eine breite Freitreppe, die auch die Kirche besser in Szene setzt. Foto: Rudolf Müller
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Der künftige Marktplatz: Links die Wasserwand hinter dem Spielmobil, daneben die Freitreppe zur oberen Ebene vor der Peter-Paul-Kirche.
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Die störenden Baumbeete sind bald Vergangenheit: Ebenerdige Lösungen bieten demnächst nutzbaren Platz unter neuen Platanen.

Eschweiler. Am Montag geht‘s los. Gut ein halbes Dutzend Jahre nach Beginn der Planung, nach etlichen Workshops, unzähligen Gesprächen und mehreren Bürgerversammlung beginnt jetzt die Umgestaltung des Marktplatzes samt Umgebung.

Ein Projekt, das als letzter großer Baustein die Neugestaltung von südlicher und nördlicher Innenstadt vervollständigen soll. Und das lange umstritten war: Der Marktplatz „funktioniere“ in seiner bisherigen Form ausgezeichnet, teure Erneuerungen seien unnötig, führten Kritiker ins Feld.

Dabei kostet die Stadt die gesamte Markterneuerung weniger als ein Einfamilienhaus: Von den Gesamtkosten von 1,2 Millionen Euro werden 900.000 Euro aus Städtebaufördermitteln von Bund und Land übernommen.

Kernpunkte des Umbaus: Die Mauer, die bislang Marktplatz und Kirche trennt, wird in weiten Teil durch eine 16 Meter breite Treppe ersetzt, an die sich eine etwa acht Meter breite „Wasserwand“ anschließt, über die sich ein „Wasservorhang“ in ein mit Sitzflächen umgebenes Becken ergießt.

Die den eigentlichen Marktplatz umgebenden Bäume weichen jungen Platanen. Und die stehen nicht mehr in ummauerten Baumbeeten, die mehr Stolperfallen als Zierde sind, sondern ebenerdig gepflastert.

Was die nutzbare Fläche des dann auch barrierefreien Marktplatzes deutlich vergrößert: Unter den Platanen ist künftig Platz für Tische und Stühle der beliebten Außengastronomie, aber auch für Stände und Wagen der Marktbeschicker. Die müssen für die Zeit der Umgestaltung vom Marktplatz vors Rathaus ziehen.

Anderen Nutzern des Platzes sollen Unannehmlichkeiten möglichst erspart bleiben. Bürgermeister Rudi Bertram: „Es ist mit den Baufirmen vertraglich sichergestellt, dass die nötigen Flächen des Marktplatzes zum Tag des Karnevals am 8. und 11. November zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für den Weihnachtsmarkt vom 9. bis 24. Dezember.“

Während sich die Bautätigkeit Anfang/Mitte November auf das Plateau entlang der Peter-Paul-Kirche und die neue Freitreppe beschränkt, wird im Dezember auch an die Fläche der bisherigen Baumreihen rechts und links des Platzes einbezogen. Der eigentliche Marktplatz ist davon aber ebenso unberührt wie die Bereiche vor den Gaststätten beiderseits des Platzes.

Zu Karneval – von Ende Januar bis zum 14. Februar – ist der Marktplatz samt Nebenflächen fertiggestellt; das Zelt der Roten Funken steht dann auf einer komplett neu gestalteten Fläche. Das heißt: Nicht alles wird hier erneuert: Die Nutzfläche des Platzes zwischen Baumreihen, Straße und Freitreppe behält ihr bisheriges Pflaster.

Zu dieser Zeit steht dann die Erneuerung der Marktstraße zwischen Marktplatz und Indestraße an. Hier werden unter anderem Parkflächen neu angelegt. Davon soll es rund um den Markt künftig nicht weniger geben als bisher, erläutert der Technische Beigeordnete Hermann Gödde.

24 Stellplätze sind geplant – zwei Behindertenplätze eingerechnet. Bislang sind es 25 Stellplätze – zwei Behindertenplätze eingerechnet. Allerdings: Mehrere dieser Plätze sind mit Tischen und Stühlen der umliegenden Gastronomie besetzt. Das wird nach der Neuordnung künftig nicht mehr der Fall sein.

Platz für Großveranstaltungen

Wie bislang behält die Marktumfahrung ihre Einbahnrichtung von der Wollenweber- zur Inde-straße. Pläne der Stadt, die Marktstraße von der Indestraße her für Gegenverkehr zu öffnen und in Höhe der Gaststätte Schnoits einen Wendeplatz einzurichten, waren auf heftigen Protest und Unverständnis von Bürgern gestoßen, die hier ein Verkehrschaos vorhersagten, bei dem der bestimmende Duft in den umliegenden Restaurants der von Autoabgasen sein werde.

Erneuert werden auch die Fahrbahnen und der Kanal von Marktstraße und Straße Markt. Großbaustellen will die Stadt dabei vermeiden: Die Sanierung erfolgt über das so genannte Inlinersystem und kann ohne Aufriss der gesamten Straße durch „Kopflöcher“ erfolgen.

Mit der Sanierung geht auch die Erneuerung der Straßen- und Platzbeleuchtung einher. In einige der neuen Lampen sind dann LED-Strahler integriert, die die Peter-Paul-Kirche anstrahlen. Den Turm mehr, das Seitenschiff weniger. Das erzeugt räumliche Wirkung.

Zwei weitere Dinge, die den neuen Markt verschönern sollen, wird es erst nach der Komplett-Fertigstellung geben: Gemeinsam mit dem Förderverein der Stadtbücherei soll der genaue Standort für einen Bücherschrank bestimmt werden, für den der Verein die Patenschaft übernimmt. Und mit dem Geschichtsverein gemeinsam wird überlegt, wo das bronzene Modell der früheren Altstadt platziert werden soll.

Fertiggestellt sein soll alles pünktlich zu Beginn der Außengastronomie-Frühjahrssaison. „Da stehen wir bei den Wirten im Wort“, sagt Rudi Bertram. „Es sei denn, der Winter zwingt uns zu einer Baupause von vier oder sechs Wochen.“

Die Umgestaltung macht es auch möglich, die zu unterschiedlichsten Veranstaltungen nötige Bühne wahlweise an der Straße oder über der Treppe zu platzieren.

Letzteres schafft Platz für deutlich mehr Zuschauer – und ermöglicht damit auch größere Veranstaltungen, von Rockkonzerten bis hin zu Klassikdarbietungen, Opern eingeschlossen. „Da bin ich sehr gespannt drauf“, freut sich Bürgermeister Rudi Bertram schon heute.

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