Eschweiler - Eschweiler liegt beim Impfen in der Städteregion im Mittelfeld

Eschweiler liegt beim Impfen in der Städteregion im Mittelfeld

Von: vab
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Eschweiler. Sind Sie eigentlich geimpft? Und wenn ja, gegen was? Noch bis zum 26. April läuft die Europäische Impfwoche. Mumps, Masern oder Röteln sind zwar als Kinderkrankheiten in aller Munde, aber längst nicht jeder hat auch einen Schutz gegen sie bekommen.

Ähnliches gilt für Tetanus – alle zehn Jahre sollte die Impfung (genauso wie die gegen Diphterie, Polio und Keuchhusten) aufgefrischt werden.

Prekär wird die Lage vor allem dann, wenn man als Erwachsener eine dieser Krankheiten bekommt. „Auch heute kann man noch an Tetanus sterben“, sagt Dr. Rita Cranen, Betriebsärztin im St. Antonius Hospital in Eschweiler. Argumente wie „als Kind hatte ich keine Windpocken, also kriege ich auch keine mehr“, kann sie nicht nachvollziehen. Erwachsene seien ebenso gefährdet wie Kinder. Wer sich nicht impfen lasse, handle nicht nur gegenüber sich selbst, sondern auch anderen gegenüber verantwortungslos.

Dr. Verena Bochat, Leiterin der Abteilung für Infektionsschutz im Gesundheitsamt der Städteregion hat den Überblick über Krankheitsfälle – auch in Eschweiler. „Gute Impfzahlen bedeuten auch, dass Krankheiten vergessen werden oder gefahrlos erscheinen“, sagt sie. Bei der Schuleingangsuntersuchung in Eschweiler brachten etwa 85 Prozent der Eltern die Impfpässe ihrer Kinder mit zur Untersuchung. 94,7 Prozent von den Kindern mit Pass hatten zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln. Was sich viel anhört, stellt Verena Bochat noch nicht zufrieden. „Eschweiler hat noch Luft nach oben!“ Die Stadt liege mit diesen Zahlen im Mittelfeld im Vergleich zur Städteregion.

Schwieriger sei es bei der Gruppe der Jugendlichen ab etwa 16 Jahren. „Sie sind unsere Sorgenkinder“, sagt Bochat. Viele gingen nach dem Wechsel vom Kinderarzt zu einem Hausarzt nicht mehr zu Untersuchungen, daher sei hier oftmals eine Impflücke vorhanden. Denn ab 16 Jahren stehen alle 10 Jahre Nachholimpfungen an. „Generell sagt man, dass jede Impfung zählt“, sagt Bochat. Das bedeutet, dass selbst wenn man beispielsweise nicht alle drei Hepatitis B-Impfungen hat, kann man die zweite oder dritte jederzeit und auch im Erwachsenenalter nachholen und muss nicht wieder von vorn beginnen.

Impfgegner wähnten sich im Schutz der Geimpften, erklärt die Ärztin. Sie machten allerdings nur etwa drei Prozent der Bevölkerung aus. Impfskeptiker etwa zehn Prozent. „Problematisch ist die Gruppe, die über Impfungen nicht richtig aufgeklärt ist.“ Impfmüdigkeit sei nicht zu unterstützen, sagt auch Rita Cranen.

Würden Erwachsene mit Komplikationen zum Beispiel durch Masern ins Krankenhaus kommen, würden junge Ärzte den tatsächlichen Grund für die Erkrankung zunächst womöglich nicht erkennen. „Im Studium sehen sie so etwas gar nicht“, erklärt Cranen. In den letzten Jahren seien aber wieder Masernfälle in Deutschland aufgetreten – einigen Patienten habe man nicht mehr helfen können. Cranen weiß, dass vor allem die Aufklärung der Patienten wichtig ist. „Natürlich ist kritisches Impfen angebracht“, sagt sie. Sich aktuell, zum Beispiel auch im Internet zusätzlich zum Besuch beim Arzt zu informieren, halte sie für sinnvoll. Dennoch: „Die Eröffnungsimpfungen bei Kindern machen absolut Sinn.“

Verena Bochat weist noch auf einen anderen Aspekt hin: „Laut der Weltgesundheitsorganisation hat jeder ein Recht auf Impfungen, also auch Kinder von Impfgegnern.“ Sie könnten sich spätestens mit 18 gegen all das impfen lassen, was die Eltern versäumt hätten, denn dafür sei es nie zu spät.

Grundsätzlich gelte, dass jede Schutzimpfung, die notwendig sei, auch von der Krankenkasse bezahlt werde, egal, in welchem Alter der Patient sei.

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