Eschweiler - Eschweiler laut Behörden sauberer und sicherer

Eschweiler laut Behörden sauberer und sicherer

Von: Patrick Nowicki
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Über den Dächern von Eschweiler: (von links) Polizeiinspektionsleiter Kurt Bremer, Polizeidirektor Klaus Menningen, Paul Velten-Christopher (Feuerwehr), Petra Seeger (Schulamt), Bürgermeister Rudi Bertram, Rainer Neitzel (Ordnungsamt), Jürgen Termath (Jugendamt) und Edmund Müller (Ordnungsamt) sprachen über Sicherheitsthemen in der Stadt. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Mit neuen Strukturen sagt die Polizei Einbrecherbanden den Kampf an. Sie stellt den überregional agierenden Gruppen schnell reagierende Einsatztrupps entgegen. Mit „ersten guten Erfolgen“, wie Polizeidirektor Klaus Menningen unterstreicht. Für die Indestadt, die aufgrund ihrer Lage an zwei Autobahnen immer wieder Ziel solcher marodierender Banden ist, bedeutet dies aber noch nicht Entwarnung.

Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden 177 Einbrüche oder Einbruchsversuche, einer weniger als noch im Jahr zuvor. Bei der jährlichen Zusammenkunft von Polizei, Ordnungs-, Schul- und Jugendamt sowie Feuerwehr im Rathaus machte Menningen aber klar: „Eschweiler ist eine relativ sichere Stadt.“

Zu diesem Schluss kommt er, wenn er die Zahl der Delikte in Relation zu den Einwohnern setzt. Auch bei den Verkehrsunfällen gebe es positive Tendenzen: „Lediglich 39 Verkehrsunfälle mit Verletzten sind ein sehr guter Wert“, sagte er. Für die Polizei steht nach wie vor die Verhinderung von Straftaten im Vordergrund – und da kommen auch die anderen Behörden in der Stadt ins Spiel.

Bertrams Warnung

Für Bürgermeister Rudi Bertram spielt die Sicherheit in Eschweiler natürlich eine große Rolle, aber nicht um jeden Preis: „Ich möchte nicht erleben, dass private Security-Firmen einmal die Arbeit der Polizei übernehmen.“ Er warnte deswegen davor, das Personal im öffentlichen Dienst weiter zu reduzieren. Stattdessen solle man ihn stärken. Die für Eschweiler zuständige Polizeiinspektion, die den Altkreis Aachen umfasst, ist mit 220 Beamten besetzt. In Eschweiler verrichten 20 Bezirksbeamte ihren Dienst, die ständig in den Stadtteilen unterwegs sind.

In puncto Sicherheit und Sauberkeit sieht Bürgermeister Rudi Bertram die Stadt auf einem guten Weg. „Es ist sauberer geworden“, sagt der Verwaltungschef. Dies liege auch daran, dass man in den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler nun mehr Leute dafür einsetze. Auch am Blausteinsee habe sich das Bild gewandelt. „Durch die Eröffnung des Seerestaurants ist die soziale Kontrolle größer geworden“, nennt Bertram einen Grund für die positive Entwicklung. Zudem habe man mehr Mülleimer aufgestellt.

Neue Strukturen sollen auch das Ordnungsamt besser aufstellen. Die acht Mitarbeiter im Außendienst sollen vielseitiger einsetzbar sein. „Neben der üblichen Überwachung des ruhenden Verkehrs sollen sie verstärkt Ansprechpartner für Bürger sein“, berichtet Ordnungsamtsleiter Edmund Müller. Man befinde sich in einem Pilotprojekt – das Ergebnis ist offen.

Eine neue Situation fordert den Schulterschluss vieler Behörden: Die Bundespolizei wird am 1. März endlich ihr neues Domizil an der Rue de Wattrelos beziehen. Und damit wird das Eschweiler Jugendamt verantwortlich für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die die Polizei an der Grenze aufgreift. Jugendamtsleiter Jürgen Termath berichtet, dass man in den vergangenen Monaten belastbare Strukturen aufgebaut habe, die Betroffenen entsprechend aufzunehmen.

„Inwieweit die Kapazitäten ausreichen, kann niemand sagen“, sagt er. Praktische Erfahrungen habe man schon sammeln können: Fünf junge Menschen habe man in den vergangenen Wochen aufgenommen. Deren Lage sei dramatisch. „Es ist für uns kaum noch nachzuvollziehen, was diese jungen Menschen erlebt haben“, teilt er mit.

Bürgermeister Rudi Bertram ist davon überzeugt, dass die Flüchtlingswelle für Eschweiler nicht zu Problemen führe. „Wir haben schon 500 Menschen aufgenommen; ich bin mir sicher, das schaffen wir schon“, sagt er. Die Polizei bestätigte, dass die Kriminalitätsrate nicht gestiegen sei. Dem Verwaltungschef sei deswegen wichtig, dass man aufkläre: „Wenn ich mir manchen Kommentar im Internet anschaue, dann kann ich den so nicht stehen lassen.“ Man wolle das Motto „Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus“ weiter mit Leben füllen. „Dafür werbe ich.“

Natürlich ging der Blick auch auf die fünfte Jahreszeit. Der Polizeidirektor Klaus Menningen erinnert in diesem Zusammenhang die Erwachsenen an ihre Vorbildfunktion: „Es geht nicht, dass ältere Freunde, Geschwister oder sogar die Eltern Jugendlichen unter 16 Jahren alkoholische Getränke beschaffen.“ Man könne viel aufklären und auch von der Behördenseite unternehmen, um präventiv tätig zu sein, aber das unmittelbare Umfeld müsse mitspielen. Es dürfe nicht heißen, Jugendliche könnten Alkohol konsumieren, es sei ja Karneval, appellierte er.

Dass die Initiative von Polizei, Jugendamt und Karnevalskomitee jedoch schon Früchte trägt, bestätigte Paul Velten-Christopher: „An den Karnevalstagen hat es im vergangenen Jahr erfreulich wenige Jugendliche gegeben, die wegen erhöhtem Alkoholkonsum ins Krankenhaus gebracht werden mussten“, schildert er. Die Feuerwache registriere fallende Zahlen an den tollen Tagen.

Fortsetzung an den tollen Tagen

In diesem Jahr soll die Initiative fortgesetzt werden. An „Wievefastelovend“ und Rosenmontag wird das Jugendamt mit einem Stand der Mobilen Jugendarbeit vor Ort sein. Auch das Ordnungsamt und die Polizei werden ein Auge auf die feiernde Narrenschar werfen.

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