Eschweiler/Alta Floresta - Eschweiler kooperiert in vielen Bereichen mit Alta Floresta

Eschweiler kooperiert in vielen Bereichen mit Alta Floresta

Von: Rudolf Müller
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Mehr als 12000 Kiliometer legte dieser vergoldete Rahmen mit Bildern aus Eschweiler zurück: Hermann Gödde überreichte ihn als Gastgeschenk an Alta Florestas Bürgermeister Dr. Asiel Bezerra de Aurajo (rechts). Foto: Rudolf Müller
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Kostproben auf einer Sojaplantage: Max Krieger, Marco Contardi (FGV), Hermann Gödde und Asiel Bezerra (von links). Die Farm umfasst übrigens 3000 Hektar – ein Drittel der Größe des gesamten Nationalparks Eifel. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler/Alta Floresta. 9578 Kilometer Flugstrecke liegen zwischen Frankfurt und Rio de Janeiro. Von hier sind es – mit Zwischenlandungen in Belo Horizonte und Cuiabá – weitere 2350 Kilometer bis ins grüne Herz Brasiliens: Alta Floresta. So fern – und doch so nah.

Eine Stadt mit der Einwohnerzahl Eschweilers – aber einer fast unvorstellbar größeren Fläche: Eschweiler umfasst gerade einmal 76 Quadratkilometer. Alta Floresta dagegen mehr als 8,9 Millionen Quadratkilometer – mehr als das Hundertfache der Indestadt. Eschweiler wurde anno 828 erstmalig urkundlich erwähnt. Alta Floresta wurde 1976 auf dem Reißbrett entworfen und aus dem Boden gestampft.

Unterschiedlicher können Städte auf den ersten Blick kaum sein. Und dennoch haben beide eine Menge gemeinsam: In Alta Floresta (zu deutsch: Hoher Wald) hat man nach den Rodungssünden der Vergangenheit gelernt, der Natur – insbesondere dem Regenwald – große Beachtung zu schenken, mit den Ressourcen der Natur sorgsam umzugehen und Brachflächen zu renaturieren.

In und um Eschweiler stellt der Tagebau die Planer vor die Notwendigkeit, Natur nachhaltig wiederherzustellen. Vor vergleichbaren Problemen und Herausforderungen sehen die beiden Kommunen sich auch zum Beispiel in Sachen Wasserwirtschaft, Abfallbehandlung, Stadtplanung und ressourcenschonendes Bauen.

Probleme, die Alta Floresta und Eschweiler jetzt gemeinsam angehen wollen. Sich austauschen, voneinander lernen, das ist das Ziel der Kooperationsvereinbarung, die Eschweilers Erster Beigeordneter Hermann Gödde in Vertretung von Bürgermeister Rudi Bertram und dessen Amtskollege Dr. Asiel Bezerra de Araujo jetzt im Rathaus von Alta Floresta unterzeichneten.

Vorangegangen waren zwei Besuche brasilianischer Delegationen in Eschweiler und intensive Gespräche über die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen einer Zusammenarbeit auf Verwaltungs- und institutioneller Ebene – eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Initiiert hatte die Kooperation Brasiliens Honorarkonsul Max Krieger. Ganz im Sinne des Auswärtigen Amtes, das im März 2016 mit dem ersten deutsch-brasilianischen „Urban Talk“ unter dem Motto „Think Globally, act locally“ (Denke global, handle lokal) zu Kooperationen über den Atlantik hinweg aufgerufen hatte.

Schon damals mit am Tisch: Vertreter der FGV, der Fundacão Getúlio Vargas, des in Rio de Janeiro ansässigen, renommierten „Thinktanks“, der auf der Liste der weltbesten Denkfabriken auf Platz 7 rangiert. Die FGV war es auch, die die Kontakte zwischen Eschweiler und Alta Floresta begleitete und die Reise der Eschweiler Delegation, die von zahlreichen Gesprächen und Besichtigungen geprägt war, mit vorbereitet hatte.

Eine Reise, die nicht die letzte gewesen sein soll: Zwar findet der Großteil der Kontakte über E-Mail und audiovisuelle Digitalmedien statt, doch können sich beide Kommunen durchaus auch den projektbezogenen Austausch von Fachkräften vorstellen. um voneinander zu lernen.

Denkbar, so Hermann Gödde, sei auch der Einsatz von Schülern, Studenten und Ehrenamtlern des Bundesfreiwilligendienstes, sprich: „Bufdis“ aus der Region Aachen bei der Wiederaufforstung des Regenwalds wie auch Investitionen hiesiger Kommunen in Renaturierungsprojekte um Alta Floresta: „Wenn Ausgleichsmaßnahmen fällig werden und wir dafür hier krampfhaft nach Möglichkeiten suchen müssten, die nicht immer sinnvoll sind, warum nicht stattdessen in den Regenwald investieren, der uns allen überlebenswichtig zugute kommt?“

Aufforstungsprojekte standen ebenso auf dem Informationsprogramm der Eschweiler Delegation mit Hermann Gödde, Eberhard Büttgen (Abteilung für Planung und Entwicklung), Stephan Miseré (Amt für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus), Max Krieger und Übersetzer Jairo Monclair Martins wie Besuche eines Bewässerungsprojekts, einer Rinderfarm, einer Sojaplantage und eines Stücks von einer Ökologie-Stiftung betreuten Regenwalds.

Was Eschweilers neuer Partner Alta Floresta zu bieten hat, welche Probleme gelöst werden müssen, was die Stadt ausmacht, was sie in ihrer jungen Geschichte an außergewöhnlichen Entwicklungen durchlebt hat und wie herzlich die Indestädter hier empfangen wurden, darüber lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

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