Eschweiler Karnevalisten unterwegs im Wilden Westen

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Mount Rushmore im Hintergrund: In der Reisegruppe herrschte beste Stimmung. Foto: Hans Grugel
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Begegnung mit Büffeln im Schnee: Die zehntägige Tour bot neben vielfältigen großartigen Eindrücken auch klimatisch eine Menge.

Eschweiler. Sich einmal fühlen wie John Wayne, Gary Cooper oder Kevin Costner, als Trapper, Goldschürfer oder Pionier. Sich zwischen Büffeln, Mustangs und Rinderherden zu bewegen, den Wind der Prärie zu spüren, lässt das Herz von Western-Fans höher schlagen.

„Auf die Erfüllung dieses Jugendtraums haben wir uns drei Jahre vorbereitet; jetzt haben wir ihn gelebt“, berichtet Hans Grugel, der die zehntägige Reise fürs Jubiläumsjahr ausgearbeitet und geleitet hatte: „Nach einem Zwischenaufenthalt in Toronto brachte uns der Flieger hoch über die Niagarafälle und die endlose Prärie nach Denver, ehemals Zentrum der Ölmagnaten. Vom Reichtum ist heute noch viel zu sehen, wovon wir uns bei einem Stadtrundgang überzeugen konnten.“

Beeindruckend die in Marmor ausgestattete neogotische Kathedrale, an deren Altar eine Fahne in Rot-Gold stand, „den Farben der Prinzengilde“, wie jeder sofort bemerkte. „Wir gerieten in die Vorbereitungen zu einem Musikfestival zur Erinnerung an die vielen Drogentoten allein in Denver“, erzählt Grugel.

Nach einem Besuch im Hard Rock Café ging es im Shuttlebus durch Amerikas erste Fußgängerzone zum ehemaligen Bahnhof der Union Pazifik, heute ein Restaurant. Neben Chicago und Milwaukee gilt Denver als Hauptstadt des Biers, gebraut nach deutscher Art. „Es versteht sich von selbst, dass wir diesem guten Ruf auf den Grund gehen mussten.“

Mit Western-Musik, für die der Reiseleiter gesorgt hatte, ging es weiter – „On the road again“. Nach Cheyenne, in die Hauptstadt des Cowboy-Staates Wyoming. „Howdy“ – eine völlig andere Welt. Die Union Pazifik betreibt hier noch immer den fast 200 Jahre alten Bahnhof, der auch als Museum dient – mit „Big Boy“ der größten Lokomotive der Welt. Ein Kontrastprogramm dann im berühmt-berüchtigten Fort Laramie. Abends feierte man im Wildwest-Nest Lusk mit Cowboys, Whisky und Bier die Sieger eines Lasso-Wettbewerbs.

Am nächsten Tag erlebte die Gruppe auf einer Wanderung die zerklüftete Prärie im Badlands Nationalpark, South Dakota. Rapid City, Kleinstadt mitten im Siouxland, war Quartier für zwei Tage. Prairie Edge heißt ein mit Indianerkunst bestückter, riesiger Laden im Zentrum, Gelegenheit zum Souvenirkauf. „Natürlich verschlossen wir nicht die Augen vor der heute oft elenden Lebenssituation der Indianer.“ Der Reiseleiter, langjähriger Insider, informierte hinreichend darüber.

Die Black Hills mit tiefen Wäldern und klaren Bächen waren das nächste Ziel. Für die Indianer bis heute heiligster Ort, einst aber geraubt, zerstört, zersiedelt von goldgierigen Weißen, Spielern und Spekulanten. Hauptattraktion sind die vier in Granit gehauenen Präsidentenköpfe am Mount Rushmore, US-Nationalheiligtum. Die Sioux haben ein eigenes Monument in Angriff genommen: Crazy Horse reitet über die heiligen Berge.

Dann standen die Shelly Canyons an, mit der Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik, gewaltigen Felsbarrieren und tiefen Schluchten. Sundance, Geburtsort des berüchtigten Bandenchefs Sundance Kid, wurde unter anderem besucht. Schließlich ging es auf die laut Präsident Teddy Roosevelt „schönste und interessanteste Straße der Welt“. Mit Zwischenstopp dort, wo William Cody alias Buffalo Bill sich eine Stadt baute.

Danach der landschaftliche Höhepunkt der Fahrt, der Yellowstone Nationalpark mit dem rund 2500 Meter hoch gelegenen Boden eines erloschenen und eingebrochenen Vulkans, so groß wie der Regierungsbezirk Köln. Am Lake Yellowstone vorbei, zweitgrößter Hochgebirgssee Amerikas, führte die Reise wieder zurück nach Wyoming durchs Tal des Schlangenflusses zur Bilderbuchkulisse der Grand Tetons und ins Skiparadies Jackson Hole. Die Atmosphäre in den Saloons und Pubs war wie geschaffen für Bergrather Karnevalisten, die Stimmung in der Gruppe euphorisch.

Durch das fruchtbare Star Valley mit Käsereien und Schokolade-Erzeugern ging es zur Kleinstadt Paris, Idaho, dann zum Vogelparadies Bear Lake und schließlich nach Utah, Land der Mormonen. Salt Lake City, blühende Großstadt in einst unwirtlicher Wüste, war Station für zwei Tage. Fazit hier: „Der wirtschaftliche und wissenschaftliche Erfolg der Glaubensgemeinschaft ist sichtbar, ihre Lehren und Lebenseinstellungen blieben uns jedoch fremd.“

Am Ende der Tour gab es noch ein Ständchen für Busfahrer Juan Aguirre, voll Freude auf die nächste Reise mit voller Kehle gesungen: „Do simmer dobei, dat is prima!“

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