Eschweiler Geschichtsverein stellt neue Schriften vor

Von: ran
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Beleuchten die Geschichte der Indestadt von der Spätantike bis in die Neuzeit: Die Autoren der Schriftenreihe Nummer 30 des Eschweiler Geschichtsvereins mit dem EGV-Vorsitzenden Kurt Manthey (3. v. l.) und Schriftleiter Simon Küpper (2. v. l.). Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Geschichte umfasst Leben in unzähligen Facetten. Seit inzwischen mehr als vier Jahrzehnten widmen sich die Mitglieder des Eschweiler Geschichtsvereins der Historie der Indestadt mit all ihrer Diversität. Am Mittwoch stellten die Heimatforscher nun im Vereinsarchiv am Rathaus mit der Nummer 30 der Schriftenreihe ein weiteres Werk vor, das Einblicke von der Spätrömer- bis in die Neuzeit gewährt.

Zwölf Autoren behandeln auf insgesamt 226 Seiten ein breites Spektrum an Aspekten und Hintergründen, das dem Leser viel Wissenswertes über Entwicklungen und Menschen vermittelt, die die Stadt an der Inde nachhaltig prägten.

„Unglaubliche Akribie“

„30 Ausgaben der Schriftenreihe in 38 Jahren. Eine sehr beachtliche Leistung“, blickte Kurt Manthey zu Beginn der Vorstellung in das Jahr 1978, in dem die erste Ausgabe der Schriftenreihe erschien, zurück. „Unsere Autoren forschen und recherchieren mit unglaublicher Akribie und feilen quasi an jedem Buchstaben ihrer Aufsatztexte“, unterstrich der Vorsitzende des Geschichtsvereins und dankte nicht zuletzt dem Ehrenvorsitzenden Simon Küpper, „der seit eineinhalb Generationen“ als Schriftleiter fungiere.

Dieser betonte, dass wenige Tage nach der Vorstellung des Buches „Bergrather Geschichte und Geschichten“ auch die Nummer 30 der Schriftenreihe „eine reiche Ernte“ für den Geschichtsverein abwerfe. „Insgesamt umfasst die Schriftenreihe mehrere tausend Seiten indestädtischer Geschichte. Die nun hinzukommenden 226 Seiten stellen einen weiteren Baustein zur Erforschung dieser dar“, bilanzierte Simon Küpper.

Unter den Autoren befindet sich mit Dr. Raymund Gottschalk diesmal auch ein Nicht-Vereinsmitglied. Der Archäologe befasst sich professionell mit dem im Jahr 1982 entdeckten römischen Gräberfeld in Lohn und fasste die historischen Fakten in einem Aufsatz zusammen, der den Reigen der Beiträge in der aktuellen Ausgabe der Schriftenreihe eröffnet.

Die Historie Lateinamerikas

Darüber hinaus stellt die in der Nähe von München lebende Professorin Dr. Helga Bilden ihren aus Eschweiler stammenden Onkel Rüdiger Bilden vor, der seine Heimatstadt im Jahr 1914 kurz vor seinem 21. Geburtstag in Richtung New York verließ, dort Geschichte studierte, sich vor allem der Historie Lateinamerikas und im speziellen Brasiliens widmete und Zeit seines Lebens einen engagierten Kampf gegen die Rassentrennung führte. Der 92(!)-jährige Rudolf Briefs stellt den Übergang vom kleinhandwerklichen Gerbereibetrieb zu industriell arbeitenden Lederfabriken in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Als weitere Themen lassen sich Biografien von Eschweiler Unternehmern, die Geschichte der Eisenbahn in Eschweiler, ein Porträt des gebürtigen Eschweilers Dr. Heinrich Claes, der als erster Bürgermeister stark am Aufbau der Stadt Leverkusen beteiligt war, Eschweiler als Teil Frankreichs zu Beginn des 19. Jahrhunderts, eine Abhandlung über den Zuckerrübenanbau in der Region, der Beginn der Gasversorgung in der Indestadt sowie die Träger des Bundesverdienstkreuzes aus Eschweiler am Beispiel der drei aus Röhe stammenden oder in Röhe tätigen Personen Adam Elsen, Schwester Saturnia (Johanna Kleinwege) und Paul Scheeren in der 30. Ausgabe der Schriftenreihe des EGV finden.

Das Bronzemodell

Den Schlusspunkt setzt Simon Küpper, der dem Leser in einem kurzen Aufsatz das Bronzemodell der Eschweiler Altstadt näherbringt. Weitere Informationen sind bei Schriftleiter Simon Küpper, Buchenweg 5, Telefon 02403/52277 zu erhalten.

Von römischen Gräberfeldern bis hin zum Zuckerrübenanbau

Die Beiträge der Schriftenreihe Nummer 30:
1.) Dr. Raymund Gottschalk: „Römisches Gräberfeld bei Eschweiler-Lohn“
2.) Josef Brandt: „Besgen - eine bedeutende Eschweiler Unternehmerfamilie“
3.) Hubert Jakobi: „Mathias Hubert Cünzer, ein Unternehmer in der Frühphase der Industrialisierung in Eschweiler“
4.) Horst Schmidt: „175 Jahre Eisenbahn in Eschweiler“
5.) Friedhelm Ebbecke-Bückendorf: „Er hat sich Leverkusen ausgedacht: Dr. Heinrich Claes aus Eschweiler“
6.) Rudolf Briefs: „vom Leder ziehen - Erinnerungen an die ehemaligen Gerbereien und weitere Lederproduktionsstätten“
7.) Hans-Rainer Jansen: „Die Mairie Dürwiß im Kanton Eschweiler 1812“
8.) Prof. Dr. Helga Bilden: „Rüdiger Bilden aus Eschweiler, ein früher Kämpfer gegen Rassismus“
9.) Heinz-Josef Esser: „Der Zuckerrübenanbau in unserer Heimat“
10.) Arbeitskreis 4 (Industrie- und Gewerbegeschichte): „Gasversorgung in Eschweiler“
11.) Klaus Fehr: „Träger des Bundesverdienstkreuzes in Eschweiler“
12.) Simon Küpper: „Ein neues Denkmal - Bronzemodell der Eschweiler Altstadt“

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