Eschweiler auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt

Von: tob
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Gibt es im Rathaus bald fair gehandelten Kaffee? Das zumindest ist eine Aufgabe, die erfüllt werden muss, damit Eschweiler als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet wird. Foto: Stock/Ralph Peters

Eschweiler. Die Indestadt möchte Fairtrade-Stadt werden. Der Sozial- und Seniorenausschuss beschloss am Mittwochabend, diese Initiative zu unterstützen.

Um den Titel zu erlangen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden:

1. Es liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeisterbüro Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt den Titel Fairtrade-Stadt anzustreben.

2. Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt.

4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

5. Die örtlichen Medien berichten über die Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt.

Bevor es damit jedoch losgeht, will die Stadt Eschweiler sich nun erstmal auf die Suche nach Mitstreitern begeben. Sprich: Es sollen Partner gesucht werden, die das Projekt unterstützen, etwa weitere Schulen, Kirchen, Vereine (Wirteverein, Citymanagement) und sonstige Institutionen. Genügend Bereitschaft vorausgesetzt, soll das Vorhaben konkreter werden.     

Für nachhaltigen Konsum

Weltweit tragen bereits mehr als 1500 Städte, davon 300 in Deutschland (u.a. die Stadt Aachen, als einzige Kommune in der Städteregion) den Titel Fairtrade-Stadt. In Deutschland wurde die Kampagne im Jahr 2009 gestartet.

Transfair ist die Organisation, die das Markenzeichen Fairtrade vergibt. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt Transfair benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern. Transfair ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht selbst mit Waren handelt, sondern das Fairtrade-Siegel vergibt und so das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum fördern möchte.

In Eschweiler wurde bereits die Bischöfliche Liebfrauenschule am 30. November 2013 als Fairtrade-Schule ausgezeichnet. Vertreter der Schule waren am Mittwochabend im Sozial- und Seniorenausschuss zu Gast. Die Liebfrauenschule hat das Projekt im vergangenen Jahr dem Bürgermeister und der Verwaltung vorgestellt und dabei angeregt, dass sich die Stadt Eschweiler insgesamt als Fairtrade-Stadt bewirbt. Fairtrade hat das Ziel, das Ungleichgewicht im weltweiten Handel abzubauen, indem Bauern und Arbeiter gestärkt werden.

Als Werkzeuge für diese Veränderung dienen die Fairtrade-Standards. Sie bilden den Rahmen für die soziale, ökologische und ökonomische Entwicklung der Produzentenorganisationen und schreiben die Zahlung von stabilen Preise und einer zusätzlichen Prämie für Gemeinschaftsprojekte vor. Die Kampagne startete im Jahr 200 in Großbritannien. Dort gibt es mittlerweile mehr als 480 Fairtrade-Städte. Zudem gibt es dort Fairtrade-Dörfer, -Landkreise, -Inseln, - Schulen, -Universitäten und sogar mit Wales die erste Fairtrade-Nation. In weltweit 22 Ländern bewerben sich Städte um den Status Fairtrade-Stadt. Neben England ist vor allem Belgien mit 88 Fairtrade-Städten sehr erfolgreich.

Neben Metropolen wie London, Dublin, Rom, Brüssel, Wien und Kopenhagen haben sich auch Städte wie Antwerpen, Lyon, Tampere, Cordoba, Bergen und San Francisco als Fairtrade-Städte qualifiziert.

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