Eschweiler als Teil der Kulturhauptstadt 2018?

Von: ag
Letzte Aktualisierung:
Die Bevölkerung ist aufgerufe
Die Bevölkerung ist aufgerufen ihre Ideen einzureichen: Der Strukturwandel im Bergbau könnte ein mögliches Thema für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2018 sein. Foto: imago/Becker&Bredel

Eschweiler. Die Stadt Maastricht bewirbt sich gemeinsam mit der Euregio Maas-Rhein als Europäische Kulturhauptstadt 2018. Partner der Bewerbung sind die Städte Heerlen, Sittard-Geleen, Hasselt, Lüttich, Aachen, die Provinz Limburg, die Deutschsprachige Gemeinschaft und die Region Aachen.

Die Region Aachen wird durch den Verein Regio Aachen mit den Gebietskörperschaften Stadt Aachen, Städteregion Aachen, Kreis Düren, Kreis Euskirchen und dem Kreis Heinsberg vertreten. Damit ist auch die Stadt Eschweiler im Boot.

In einem breit angelegten Partizipationsprozess sind in regionalen Arbeitsgruppen und Einzelgesprächen die Chancen und Herausforderungen der gemeinsamen Bewerbung herausgearbeitet worden. Aus diesem Diskurs entstand das gedankliche Gerüst der Bewerbungsunterlagen, anhand dessen bei einem möglichen Zuschlag für Maastricht und die Euregio Maas-Rhein ein Programm für die Kulturhauptstadt entwickelt werden kann.

In den Ausarbeitungen Bewerbungsschrift, dem sogenannten „Bidbook”, müssen die Vorgaben der Europäischen Union erfüllt werden, die einen angemessenen Grad an Abstraktionen verlangen. Eine Festlegung auf konkrete Projekte erfolgt frühestens nach der Entscheidung des Rates im Herbst 2013.

Eine erste Version der Bewerbungsunterlagen mit dem Titel „Die Wiederentdeckung Europas. Neue Chancen für ein vergessenes Kapitel des Masstrichter Vertrags” wurde jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Sie wird heute Abend um 19.30 Uhr auch auf dem Eschweiler Kulturmanagement Tag im Talbahnhof vorgestellt. Über die Chancen und Herausforderungen für die Stadt Eschweiler werden Bürgermeister Rudi Bertram, Kulturmanager Max Krieger sowie Manfred Bausch und Johannes Arens von Regio Aachen auf dem Podium diskutieren.

Vier Leitlinien

Die vorliegende Version der Bewerbungsunterlagen ist in vier Leitlinien unterteilt.

„Speaking in Tongues - Viele Sprachen sprechen”: Teilnehmer, Einheimische und Besucher sollen sich der Vielfalt der Sprachen, Bilder, Klänge und Rhythmen in der Euregio und in Europa bewusst werden und lernen, diese Vielfalt zu leben und zu teilen.

„Remembering the Future - Rückschau mit Blick auf morgen”: In dieser Leitlinie geht es um Erinnerungen und Perspektiven, um Tradition und Innovation, um religiöses und industrielles Kulturerbe, um Migration, Krieg, Kohle, Wissen und Kreativität.

„Mirroring Europe - Spiegel Europas”: Dort, wo Europa mit seinen Grenzen, Sprachen und Kulturen ständig präsent ist, soll innerhalb der Kunstszenen experimentiert werden und die Ergebnisse nach Europa gespiegelt werden.

„Living Europe - Gelebtes Europa”: Wie könnte unsere Zukunft aussehen, wenn es uns gelingt, eine polykulturelle Identität zu leben?

„2018 ist noch weit weg. Erst einmal müssen wir den Titel überhaupt erhalten”, sagt Arens und ruft zur Unterstützung auf: „Je mehr Menschen die Kandidatur unterstützen, desto eher merkt die Jury, dass es uns ernst damit ist.” Interessierte können auf der Internetseite www.via2018.eu die Bewerbung mit ihrer Stimme unterstützen.

Die Menschen mitnehmen

„Es geht nicht nur darum, neue Projekte zu erfinden, sondern auch darum, vorhandene Ansätze zu integrieren. So kann man die Menschen mitnehmen”, sagt Arens. Vorstellbar sei zum Beispiel, den Karneval und den Bergbau zu thematisieren. Auf der Internetseite können auch Ideen, Gedanken, Initiativen und Vorstellungen für die Phase bis 2014 mitgeteilt werden.

„Wir wollen zeigen, was alles in der Euregio bereits passiert. Wir wissen, dass viele in der Euregio bereits in grenzüberschreitenden Aktivitäten engagiert sind und rufen alle, die im weitesten Sinne in der Euregio kulturell aktiv sind, dazu auf, uns von allen Initiativen zu erzählen, die mit den Themen und Programmlinien aus der Bewerbungsschrift zu tun haben”, so Arens.

Der Eschweiler Kulturmanagement Tag findet heute ab 19.30 Uhr im Talbahnhof statt.

Zu Beginn steht eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Maastricht & Euregio Maas-Rhein 2018 - Die Kulturhauptstadtbewerbung als Chance und Herausforderung für Eschweiler auf dem Programm.

Ab 20.30 Uhr schließt sich eine weitere Podiumsdiskussion mit dem Titel „Veranstaltungen zwischen Realität und Verantwortung - Sind Veranstaltungen noch zu retten”

Auf dem Podium diskutieren Bürgermeister Rudi Bertram, Prof. Dr. Helmut Reuter (Universität Bremen), Norbert Weiland (Karnevalskomitee), Kulturmanager Max Krieger und Guido Müller (Geschäftsführer BFT Cognos).

Der Titel „Europäische Kulturhauptstadt” wird jährlich an zwei Städte verliehen: Die Europäische Kulturhauptstadt ist eine Initiative der Europäischen Union, bei der jährlich der Titel an zwei Städte innerhalb der EU vergeben wird.

Sie soll dazu beitragen, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes zu unterstreichen und das Verständnis der Bürger untereinander zu verbessern.

Für das Jahr 2018 sind Malta und die Niederlande vorschlagsberechtigt. Die Stadt Maastricht hat sich zu einer grenzüberschreitenden Bewerbung mit der gesamten Euregio Maas-Rhein entschlossen.

Die vorschlagsberechtigten Länder teilen spätestens vier Jahre vor Beginn des Kulturhauptstadtjahres die von ihnen benannte Stadt bzw. Städte mit.

Die Europäische Kommission benennt eine unabhängige Jury mit sieben Mitgliedern aus Parlament, Rat Kommission und Ausschuss der Regionen. Diese Jury wird durch weitere sechs Experten aus dem vorschlagberechtigten Land ergänzt.

Der Europäische Rat erklärt auf Empfehlung der Kommission offiziell zwei Städte zu den Kulturhauptstädten Europas.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert