„Es gilt, den Bewohnern eine Heimat zu bieten”

Von: ran
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Samba
Augen- und Ohrenschmaus: Die „Original Brasil Show” verzauberte die Gäste mit südamerikanischem Flair. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Was für eine Geburtstagsparty! Zunächst eine sowohl optisch als auch akustisch eindrucksvolle „Original Brasil Show” mit Samba- und Capoeira-Einlagen, dann die ehrfurchteinflössen-den Stimmen der Schwarzmeer-Kosaken um Peter Orloff. Zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Seniorenzentrums „Senotel” hatten die Verantwortlichen der Einrichtung um Geschäftsführer Peter Mostert und Pflegedienstleiter Klaus Tiede keine Mühen gescheut, allen Gästen und vor allem den Bewohnern einen unvergesslichen Nachmittag in der Aula der Realschule Patternhof zu bieten.



Ausdrücklichen Dank sprach Peter Mostert „seinem” Team aus. „Es ist mir eine Freude, mit ihnen zusammemzuarbeiten”, erklärte er und betonte, dass nicht wenige Mitarbeiterinnen schon länger als 20 Jahre mit von der Partie sind. Abschließend äußerte der Geschäftsführer noch zwei durchaus nachdenklich machende Wünsche: „Ich hoffe inständig auf eine Imagesteigerung für die gesamte Branche, vor allem für das Berufsbild des Altenpflegers.” Darüber hinaus machte er den Vorschlag, Bundestagsabgeordnete zu einem neunmonatigen Bundesfreiwilligendienst in einer sozialen Einrichtung zu bewegen. Denn: „Soziales tut gut.”

Zustimmung erhielt Peter Mostert von Bürgermeister Rudi Bertram. „Pflegeberufe müssen ein ganz anderes Ansehen erhalten”, so seine Forderung. Schließlich sei der demographische Wandel eine Tatsache, auf die sich die Gesellschaft einstellen müsse. Die Verantwortlichen des Senotels lobte der Verwaltungschef für ihre Vision, mit der Einrichtung in die Innenstadt zu gehen.

Auch Werner Wolff, Ombudsmann der Senioren in der Städteregion Aachen, wies in seinem Grußwort auf ein Problem hin. „Alt werden will jeder, alt sein niemand!” Doch die Gesellschaft werde älter, setze sich aber mit dieser Entwicklung kaum auseinander. „Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt, und nicht alle sind zu Hause zu pflegen. Deshalb ist die Gesellschaft auf Einrichtungen wie das Senotel dringend angewiesen.” Es gelte, den Bewohnern eine Heimat zu bieten. „Heimat ist dort, wo man sich verstanden fühlt”, zitierte er Christian Morgenstern. „Ich wünsche ihnen, dass sie auch in Zukunft vielen Menschen ein zu Hause bieten können”, schrieb Werner Wolff den Verantwortlichen des Senotels abschließend ins Stammbuch.

Bereits zuvor hatten die Mitarbeiterinnen der Einrichtung Peter Mostert mit einem Geburtstagsständchen überrascht.

Anschließend versprach Peter Mostert allen Partygästen „eine Truppe, die sie auf die Tische bringt.” Und der Geschäftsführer des Senotels hatte nicht zu viel versprochen. Denn was die brasilianischen Samba-Tänzerinnen, Capoeira-Tänzer und Musiker an Temperament und Rhythmusgefühl auf die Bühne zauberten, war vor allem ein Augen- aber auch ein Ohrenschmaus. Den Impuls für diesen Auftritt hatte übrigens ein Wunsch eines Bewohners während der „Wunschzettelaktion” unserer Zeitung im vergangenen Jahr gegeben.

Nach diesem im wahrsten Sinne des Wortes heißen Programmpunkt war es an den Mitgliedern des Bewohnerbeirats um Josef Schleipp, Josefine Weber und Gertrud Haupt, Glückwünsche zu überbringen. „Der gelernte Bauingenieur Peter Mostert hat ein erlerntes und ein angeborenes Talent in die Einrichtung, in der nie Stillstand herrscht, gebracht. Er baut, wie er es gelernt hat und lebt ebenso sein angeborenes soziales Bewusstsein aus. Er überzeugt uns auch bei schlechtem Wetter, dass die Sonne scheint”, so die lobenden Worte, die Peter Mostert sichtbar unter die Haut gingen.

Dieses Gefühl dürften wohl alle Gäste in den zwei folgenden Stunden, in denen die „Schwarzmeerkosaken” eine Auswahl ihrer schönsten Lieder zu Gehör brachten, gehabt haben. Stimmgewaltig entführte das Ensemble um Peter Orloff die Zuhörer mit Melodien wie „Ich bete an die Macht der Liebe”, „Die Ballade vom Baikalsee”, „Das einsame Glöckchen” oder „Die Wolgaschlepper” in die Welt des alten Russlands.

Ungläubiges Staunen herrschte, als mit Ilya „Bajanissimo” Kurtev einer der weltbesten Virtuosen auf dem russischen Akkordeon seine Finger über das Instrument fliegen ließ. Und auch im zweiten Teil des Konzerts wusste das Ensemble zu überzeugen. Ob mit dem „Gefangenenchor” aus der Verdi-Oper „Nabucco”, der „Legende von den zwölf Räubern” oder mit Peter Orloffs letztem großem Schlagerhit „Zwischen Kirche und Kneipe”. Gänsehaut war schließlich angesagt, als der Chor das Konzert mit „Es steht ein Soldat am Wolgastrand”, „Kalinka” und „Guten Abend, gute Nacht” würdig abschloss und so ein vierstündiges Programm sein Ende fand, dass den Bewohnern des Senotels wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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