Es gibt „Liebesgeflüster“ im SBZ

Von: ran
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Wollen am Dienstagnachmittag italienisches Flair an ihrem Arbeitsplatz verbreiten: Die angehenden examinierten Altenpfleger Naomi Kobalay, Martin Donat und Mia Radau (v. l.) führen gemeinsam mit ihren Azubi-Kollegen des Kurses A1 der Akademie für Gesundheit und Altenpflege das Musical „Sussurri d‘amore“ auf der Bühne des Senioren- und Betreuungszentrums der Städteregion Aachen auf. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Liebesgeflüster“ im Senioren- und Betreuungszentrum (SBZ) der Städteregion Aachen? Und auch noch mafiöse Strukturen? Na klar! Am Dienstagnachmittag zaubern die angehenden examinierten Altenpfleger des Kurses A1 der Akademie für Gesundheit und Altenpflege Aachen ab 15 Uhr das Mafia-Musical „Sussurri d‘amore“ auf die Bühne der Einrichtung an der Johanna-Neuman-Straße.

Vor einem echten Heimspiel stehen dabei Naomi Kobalay, Mia Radau und Martin Donat, die ihre Ausbildung am SBZ absolvieren. „Eine besondere Herausforderung, schließlich sind wir hier im Haus bekannt und wurden auch bereits auf die Aufführung angesprochen. Die Erwartungshaltung der Bewohner ist groß“, sagt Martin Donat, der als Antonio eine der Hauptrollen spielt. Und diese beinhaltet neben Text, Mimik und Gestik auch Tanz und ein klein wenig Akrobatik.

Auslöserin der ganzen Geschichte war Fachseminar- und Kursleiterin Klaudia Robel, die im vergangenen Sommer die Idee entwickelte, ihre Auszubildenden zu Musicaldarstellern werden zu lassen. Und zwar als prüfungsrelevante Aufgabe, denn es galt, das gesamte Stück von der Handlung und den Dialogen über die Musikauswahl bis zu den Kostümen und Tänzen in Eigenregie zu entwickeln. „Dabei sollten die Bedürfnisse der Bewohner von Seniorenzentren natürlich im Vordergrund stehen“, erklärt Naomi Kobalay.

Eine alles andere als leichte Aufgabe! Doch schließlich stand das Musical in der Theorie, also auf dem Papier. Nun hieß es „nur“ noch, die sieben Szenen auf die Bühne zu bringen. „Im November begannen die Proben, die uns sehr viel abverlangt haben. Es gab kleinere Reibereien, es war anstrengend und manchmal auch nervenzerreißend, doch wir haben uns als Gruppe zusammengerauft, zusammengefunden und sind auch im Hinblick auf unseren späteren Beruf als Persönlichkeiten gewachsen“, blickt Martin Donat zurück. Das von Klaudia Robel erstellte Anforderungsprofil wurde also erfüllt.

Am 11. Dezember folgte die Premiere in Haaren, der sich bisher vier weitere Aufführungen anschlossen, darunter auch in den indestädtischen Einrichtungen Senotel (Englerthstraße) und im Seniorenzentrum AGO (Ringofen). „Eigentlich schade, dass es bisher nur fünf Aufführungen waren“, ist sich das SBZ-Trio einig. Schließlich sei die Zahl der Senioreneinrichtungen innerhalb der Städteregion Aachen doch weitaus größer.

Doch nun gilt die volle Konzentration der heutigen Aufführung im SBZ. Mit rund 120 Zuschauern wartet das bisher größte Publikum auf die jungen Darsteller, die nach knapp dreimonatiger Spielpause vor wenigen Tagen erst einmal proben mussten, um wieder in ihre Rollen hineinschlüpfen zu können. „Wir hatten bereits befürchtet, etwas eingerostet zu sein. Doch die Probe lief vielversprechend“, blickt Martin Donat dem 60-minütigen „Liebesgeflüster“ mit Vorfreude entgegen. „Ein längeres Stück würde zahlreiche Senioren wohl ein wenig überfordern“, weiß der zukünftige Altenpfleger. Und auch das Thema „Demenz“ wird keinesfalls ausgeklammert: So wird Darsteller Christoph Wolf, der für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, in seiner Rolle als „Der Richter“ die Zuseher durch die Handlung begleiten und eben gespielte Szenen kurz kommentieren.

Die Bewohner und einige Angehörige dürfen also gespannt sein, was Don Matteo Diavelli im Schilde führt, was es mit dem „Liebestanz“ auf sich hat und welche Folgen ein Verrat auf dem Weg zur Entscheidung haben wird. Ein „Happy End“ scheint aber keinesfalls ausgeschlossen!

Vielleicht auch für die Auszubildenden, die sich freuen würden, „Sussurri d‘amore“ noch in weiteren Einrichtungen „auf die Bretter, die die Welt bedeuten“ bringen zu dürfen.

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