Eschweiler - Erzählcafé: Feste Institution im Leben vieler Menschen

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Erzählcafé: Feste Institution im Leben vieler Menschen

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
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Impressionen von der Geburtstagsfeier des Erzählcafés: Seit zehn Jahren treffen sich einmal monatlich rund 50 Besucher des Erzählcafés im Martin-Luther-Haus. Dort frühstücken sie und tauschen sich über Themen wie die erste Reise aus. Foto: Christina Handschuhmacher

Eschweiler. Der Wunschbaum im Martin-Luther-Haus der Evangelischen Gemeinde trägt viele bunte und beschriebene Blätter. Kleine gelbe und pinkfarbene Zettel kleben an ihm. „Für das Erzählcafé habe ich seit zehn Jahren immer Zeit“, steht auf einem Zettel. Auf einem anderen: „Das Café ist für mich ein Lichtblick in meinem Witwen-Dasein.“

Auf den pinkfarbenen Zetteln stehen Anregungen – für die Zukunft des Erzählcafés. So würden die Besucher beispielsweise gerne einen Vortrag von Leo Braun zur Geschichte Eschweilers hören oder gemeinsam eine Kirchenbesichtigung unternehmen.

„Hören und Zuhören“

Impressionen von der Geburtstagsfeier des Erzählcafés. Am Mittwochvormittag feierten die Initiatoren Marlene von Wolff und Pfarrer Dieter Sommer das zehnjährige Bestehen ihres Cafés. Los ging es mit einer Andacht unter dem Motto „Hören/Zuhören“ in der Dreieinigkeitskirche. Anschließend fand das traditionelle Frühstück im Martin-Luther-Haus mit vielen Erzählcafé-Besuchern statt.

Vor zehn Jahren haben die Ehrenamtlerin von Wolff und der Pfarrer der Evangelischen Gemeinde das Café ins Leben gerufen. Vorbild waren ähnliche Veranstaltungen in anderen Gemeinden. „Uns war wichtig, dass die Menschen an den Tischen, aber auch in der großen Gruppe ins Gespräch kommen“, sagt Marlene von Wolff. Viele der Gäste seien ältere und teilweise auch alleinstehende Personen für die das Erzählcafé eine wichtige Möglichkeit sei ein offenes Ohr zu finden und sich auszutauschen.

Inzwischen 50 Teilnehmer

Aus den anfänglich 20 Teilnehmern sind mittlerweile rund 50 geworden. Das Erzählcafé ist eine feste Institution im Leben vieler Eschweiler. Immer am ersten Mittwoch im Monat wird ab zehn Uhr im Saal des Martin-Luther-Hauses gemeinsam gefrühstückt. Im Anschluss ist Zeit für Diskussionen.

Denn im Erzählcafé wird nicht nur über Privates geredet. Jede Veranstaltung findet zu einem bestimmten Thema statt. Meist ist jemand zu Besuch, der einen Vortrag hält und in zehn Jahren Erzählcafé sind da so einige Themen zusammengekommen: Ob Erbrecht, die sogenannten Stolpersteine, eine Märchenstunde mit dem Kindergarten oder Erinnerungen an die erste Reise oder das Weihnachtsfest im Jahr 1952 als der Nordwestdeutsche Rundfunk erstmalig ein offizielles deutsches Fernsehprogramm ausstrahlte.

„Es ist für uns immer eine Bereicherung von der Lebenserfahrung unserer Besucher zu lernen“, sagt Dieter Sommer. Zwischen 60 und 95 Jahre alt sind die Menschen, die das Erzählcafé regelmäßig besuchen. Und auch wenn die Veranstaltung in der Evangelischen Gemeinde stattfindet, die Religionszugehörigkeit hat beim Erzählcafé noch nie eine Rolle gespielt, betont von Wolff: „Das Café ist eine ökumenische Veranstaltung, die offen für jeden ist.“

Auch Ursula Schäfer besucht seit neun Monaten regelmäßig das Erzählcafé. „Ich bin damals aus Interesse zu der Veranstaltung zum Thema Stolpersteine gekommen“, erzählt die 63-Jährige. „Und es war so interessant, dass ich danach unbedingt wiederkommen wollte. Die Vorträge sind sehr kurzweilig.“ Auch die anderen regelmäßigen Besucher schätzen das gesellige Beisammensein und den Austausch.

Kein Wunder also, dass auf vielen der Zettel am Wunschbaum Sätze wie dieser stehen: „Ich wünsche mir ewigen Bestand für das Erzählcafé.“

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