Eschweiler - Erstklassiger Sport in der Indestadt: Team Cadillac in der Bunderliga

Erstklassiger Sport in der Indestadt: Team Cadillac in der Bunderliga

Von: Tobias Röber
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Bundesliga in Eschweiler: Andreas Ihrig vom Sponsor EWV drückt den Nikolas Bufe, Christoph Blum, Marco Schöppers, Janosch Thäsler, Joeri Hapers, Julian Kischel, Piedro Schweertman und Michael Pieters sowie Team-Cadillac-Präsident Udo Dackweiler (von links) die Daumen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Marco Schöppers war am Sonntag rundum zufrieden. Zumindest fast. Die Heimpremiere des Teams Cadillac in der Squash-Bundesliga ging zwar mit 1:3 verloren und auch der Indestädter Schöppers hatte in seiner Partie das Nachsehen, aber der Mannschaftsführer war vom Zuschauerzuspruch begeistert.

80 bis 100 Sportinteressierte hatten sich am Nachmittag im Cadillac an der Nothberger Straße eingefunden und wurden mit Spitzensport belohnt. Aber der Reihe nach. In die Bundesligasaison gestartet war das Team Cadillac bereits am Samstag mit der Auswärtspartie in Diepholz. Janosch Thäsler und Julian Kischel siegten beide deutlich mit 3:0, Piedro Schweertman sicherte den entscheidenden Punkt mit einem hart umkämpften 3:2-Erfolg. Joeri Hapers unterlag zwar im Anschluss, die ersten drei Punkte waren jedoch unter Dach und Fach gebracht.

Da in der Bundesliga Doppelspieltage üblich sind, waren die Spieler am Sonntag schon wieder gefordert. „Wenn mir vor dem Spiel jemand ein Unentschieden angeboten hätte, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagte Marco Schöppers während des letzten Einzels zwischen den beiden an Position zwei geführten Spielern. Der Bremer SC gehöre zu den besten drei Teams der Liga.

Schöppers selbst hatte als Nummer vier den Tag eröffnet. Leicht favorisiert ging er in die Partie gegen Hendrik Vössing, gab jedoch den 1. Satz schnell mit 6:11 ab. Im 2. Satz steigerte er sich und gewann den hart umkämpften Durchgang mit 14:12. Auch Satz drei war eng, Schöppers hatte mit 9:11 das Nachsehen. Er konnte das Blatt nicht mehr wenden, gab den 4. Satz mit 7:11 ab und hatte das Match mit 1:3 verloren.

Im Anschluss stand die Partie der beiden Nummer-drei-Spieler an. Julian Kischel macht für das Team Cadillac eine bärenstarke Partie und gewann 11:5, 9:11, 17:15 und 11:7.

Das Reglement will es so, dass im Anschluss die Topspieler auf dem Platz stehen. Für das Team Cadillac ist das der Niederländer Piedro Schweertman, aktuell die Nummer 77 der Weltrangliste, und beim Bremer SC wird Paul Coll an Position eins geführt. Der Neuseeländer ist 33. der Weltrangliste. Die 44 Plätze Unterschied machten sich am Sonntag bemerkbar. Der Neuseeländer ließ seinem Kontrahenten lediglich acht Punkte, der 3. Satz ging für den Niederländer gar mit 0:11 verloren.

Somit war klar, dass „nur“ noch ein Unentschieden für die Eschweiler drin war. Vor ein paar Wochen hatten Joeri Hapers, die aktuelle Nummer 268 der Weltrangliste, und der Engländer Sam Ellis, der in der Weltrangliste lediglich sechs Plätze vor Hapers platziert ist, schon einmal gegeneinander gespielt. Damals gewann der Belgier Hapers. Es wurde eine enge Partie mit vielen Emotionen auf Grund einiger strittiger Entscheidungen des Schiedsrichters.

Satz eins ging knapp mit 11:9 an den Briten. Im 2. Satz schien Hapers das Spiel drehen zu können. Er führte mit 8:5, büßte den Vorsprung jedoch ein und unterlag erneut mit 9:11. Im 3. Satz machte er es besser. Über 8:4 und 9:5 sicherte er sich mit dem 10:6 vier Satzbälle und nutzte gleich den ersten. Im 4. Durchgang lag er jedoch schnell mit 2:6 hinten. Er kämpfte und auch die Zuschauer feuerten ihn immer wieder an. Es half nichts. Mit 7:11 ging der Durchgang und damit das Match verloren. Nach den ersten beiden Spieltagen steht die Mannschaft auf dem 5. Platz der Tabelle in der Bundesliga Nord.

Im Squash gibt es zwei Bundesligen mit jeweils acht Mannschaften. Die beiden Erstplatzierten spielen in Halbfinals die Finalisten und dann den Deutschen Meister aus. Titelverteidiger ist Paderborn. Die Mannschaft gibt ihre Visitenkarte am 12. November in Eschweiler ab.

Dass Eschweiler jetzt eine Squash-Bundesligamannschaft hat, ist Marco Schöppers zu verdanken. Er spielte mit den meisten seiner jetzigen Mannschaftskollegen noch in der vorigen Saison mit den Brüggen Squash Tigers in der Bundesliga Nord. Der Verein löste sich jedoch auf und Schöppers beantragte die Lizenz für Eschweiler. Der Verband stimmte zu.

Die Organisation nahm der Indestädter selbst in die Hand. Vor allem die Suche nach Sponsoren nahm viel Zeit in Anspruch. Eine Squash-Saison kostet zwischen 10:000 und 15:000 Euro. Die beiden Profis Piedro Schweertman und Joeri Hapers erhalten 400 beziehungsweise 200 Euro pro Partie, und auch die anderen Spieler bekommen eine Aufwandsentschädigung. Dazu kommen Fahrt- und Hotelkosten. Ein lokales Autohaus hat dem Team für die Auswärtsspiele einen Wagen zur Verfügung gestellt, in einem Hotel können die Spieler an den Doppelspieltagen gratis übernachten.

Das Fazit von Mannschaftskapitän Marco Schöppers: „Das hat richtig Spaß gemacht. Es waren viele Zuschauer da, und wir haben tolle Spiele gesehen. So kann es weitergehen.“ Er hofft auf viele Zuschauer auch bei den nächsten Partien. Eschweiler und Squash-Bundesliga – es scheint, als passt das gut zusammen.

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