Ernährung: Wie gut kennen die Kinder in der Indestadt Obst und Gemüse?

Von: Sonja Essers und Tobias Röber
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Obst und Gemüse kennen die Schüler der katholischen Grundschule Bohl bereits ganz gut. Nicht nur die Erstklässler konnten bei unserem Test mit ihrem Wissen glänzen. Auch die Viertklässler kannten sich bereits gut aus und wissen, wie wichtig es ist, regelmäßig Obst und Gemüse zu essen.
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Paprika, Zitrone, Apfel und Aubergine: Viele Sorten haben die Schüler der katholischen Grundschule Bohl bereits probiert.

Eschweiler. Der Gemüsename Rosenkohl scheint nicht bei allen richtig bekannt zu sein. Zumindest nicht in der katholischen Grundschule Bohl. Dort haben die meisten Erst- und Viertklässler diese Gemüsesorte zwar schon gesehen und auch gekostet, in den Köpfen abgespeichert ist sie allerdings unter einem anderen Namen: Knöppschere. Wie gut kennen sie die heimischen Obst- und Gemüsesorten?

Das Ergebnis war teilweise schon überraschend. Die meisten Sorten konnten die Kleinen zuordnen. Mindestens die Hälfte der Antworten war bei jedem Kind richtig, bei fast allen waren es 15 bis 18 korrekte Lösungen.

Das liegt wohl auch daran, dass die Grundschule bereits seit vier Jahren am sogenannten Schulobstprogramm teilnimmt. Dreimal pro Woche bekommt die Schule pro Kind 100 Gramm Obst geliefert, das fleißige Eltern klein schneiden. Die Ausbeute kann sich sehen lassen: Äpfel und Gurken gehören genauso dazu wie Kohlrabi und Radieschen. „Die Kinder wachsen mittlerweile in der Schule mit Obst und Gemüse auf“, sagt Schulleiter Markus Neuefeind.

Diese Erfahrung hat auch Ramona Zirmer, OGS-Koordinatorin der Don-Bosco-Schule, gemacht. „Die Kinder essen viel mehr Obst und wissen auch viel mehr über die verschiedenen Sorten“, sagt sie. Hier ein Überblick über die 22 Obst- und Gemüsesorten, die wir den Kindern vorgelegt haben.

Zitrone: Alle 21 Viertklässler lagen richtig. Diese wahrscheinlich aus dem Norden Indiens stammende Frucht ist bekannt. „Sauer macht lustig“, erklärte ein Erstklässler und machte ein passendes Gesicht dazu. Auch die I-Dötzchen kannten diese Frucht. Das Fruchtfleisch enthält übrigens Zitronensäure und viel Vitamin C. Die Zitrone ist aus einer Kreuzung zwischen Bitterorange und Zitronatzitrone entstanden.

Rosenkohl: Erste Belege für den Anbau von Rosenkohl werden auf das Jahr 1587 im heutigen Belgien, datiert. Rosenkohl enthält unter anderem Kalium, Calcium und Magnesium. 17 Viertklässler schrieben den richtigen Namen auf. Und der Geschmack? „Lecker“, sagten einige. Ein Junge meinte: „Meine Mutter kocht das immer, deswegen muss ich das essen.“

Möhre: Klarer Fall: volle Punktzahl! Karotten kennt jedes Kind und – zumindest in Bohl – mögen es auch alle. Erwähnenswert ist der hohe Gehalt von Carotin, Vitamin C, Kalium und Eisen.

Litschi: Diese Frucht stammt vom Litschibaum, der zur Familie der Seifenbaumgewächse gehört. Litschis werden auch chinesische Haselnuss, Litschipflaume oder Liebesfrucht genannt. Kennt keiner? Von wegen! Die Erstklässler schauten sich die Früchte fasziniert an und bei einigen Viertklässlern ging sie als Stachelbeere durch. Aber immerhin 14 von 21 kannten den richtigen Namen.

Kiwi: Der richtige Name dieser Obstgattung lautet eigentlich Kiwifrucht. Kiwis sind nämlich flugunfähige Vögel, die in den Wäldern Neuseelands leben. Egal: Alle Viertklässler schrieben den korrekten Namen auf. Über den Geschmack kann man wie immer streiten. „Die sind viel zu sauer“, sagte ein Erstklässler.

Brokkoli: Und wieder nur richtige Antworten. Brokkoli ist sowohl in der ersten als auch in der vierten Klasse bekannt. Gut so: Dieses Gemüse ist nämlich besonders reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen, Zink und Natrium. Außerdem enthält Brokkoli die Vitamine B1, B2, B6 und E.

Kohlrabi: In Deutschland gibt es etliche Sorten des Gemüses. Genauer gesagt werden in der Bundesrepublik 30 weiße und 14 blaue Kohlrabi-Sorten angepflanzt. Etwas Luft nach oben ist aber noch. Vier Viertklässler mussten beim Kohlrabi passen. Und wenn er nicht schmeckt? „Ich hatte mal einen Hasen, der hat immer die Blätter gegessen“, so der Tipp eines Erstklässlers.

Rotkohl: Beliebt ist Rotkohl, weil er fast immer frisch im Angebot ist. Die Frische erkennt man an den kräftigen, matt glänzenden und festen Blättern. An der Bekanntheit bei Kindern muss noch gearbeitet werden. Lediglich neun Viertklässler kannten ihn, andere dachten, es handele sich um Rote Bete. Vielleicht auch, weil man Rotkohl sonst eher geschnitten sieht. „Sieht aus wie ein Fußball“, so ein I-Dotz.

Paprika: 21 Mal „Kenne ich“? Aber sicher! Egal welches Alter, Paprika kennt jeder. Und findet auch (fast) jeder lecker. Gelb, rot und grün: Paprika gibt es nicht nur in verschiedenen Farben, sondern auch in verschiedenen Größen. Vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) wurden Paprika und Chili zum Gemüse des Jahres 2015/2016 in Deutschland gewählt.

Himbeere: Die Himbeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Aufgrund des hohen Vitamingehalts zählt die Himbeere sogar zu den gesundesten Früchten. Der Lohn: 20 Kinder nannten den richtigen Namen.

Gurke: Die Gurke stammt aus der Familie der Kürbisgewächse und kommt in zwei verschiedenen Sorten vor. Es gibt die Salatgurke und die Gewürzgurke. Die Wildform der Gurke kommt aus Indien. Da sie oft auf den Tisch kommt, ist sie sehr bekannt. Nur ein Kind hatte nicht die richtige Antwort parat.

Fenchel: Diese Pflanze wird nicht nur gerne als Gemüse gegessen. Sie ist auch als Gewürz und Heilpflanze beliebt. Aber: Am Mittwoch gab‘s eine glatte Nullnummer. Fenchel schrieb kein Kind auf, dafür beim Anblick aber Zwiebel gleich mehrfach. Sieht ja auch in etwa so aus.

Avocado: Zahlreiche Bezeichnungen hat diese Frucht. So wurde sie auch Alligatorbirne oder Butterfrucht genannt. Bis zu 15 Meter hoch werden die Bäume, die ihren Ursprung in Südmexiko haben. Aber: Nur drei Viertklässler lagen richtig.

Apfel: Insgesamt 55 verschiedene Arten dieser Gattung gibt es. Dass alle Mädchen und Jungen ihn kennen, braucht man eigentlich nicht erwähnen.

Blumenkohl: Dieses Gemüse wird auch Karfiol, Käsekohl, Blütenkohl, Traubenkohl, Minarett-Kohl oder Italienischer Kohl genannt. So so. Blumenkohl notierten gestern alle Viertklässler.

Granatapfel: Das Verbreitungsgebiet des Granatapfels liegt im westlichen bis mittleren Asien. Erstaunlich: 20 Kinder kannten den Namen.

Orange: Entstanden ist die Orange in China und Südostasien. Dort wurden Mandarinen und Pampelmusen miteinander gekreuzt und die Orange entstand. Und erneut 21 richtige Antworten!

Sellerie: Der sogenannte Echte Sellerie wird als Nutz- und Heilpflanze verwendet. Zwar notierten einige Mädchen und Jungen eine bekannte Verwendungsart (Suppengemüse), nur zwei Kinder hatten aber die korrekte Antwort parat. Viele meinten: „Das riecht nach Gras.“

Aubergine: Dieses Gemüse wird auch Eierfrucht oder Eierpflanze genannt. Auberginen bestehen zu 93 Prozent aus Wasser. Immerhin neun Viertklässler lagen richtig.

Porree: Das Gemüse, das vor allem für Suppen verwendet wird, enthält die Vitamine C, K, Folsäure und die Mineralstoffe Kalium, Magnesium sowie die Spurenelemente Eisen und Mangan. Viermal tauchte die korrekte Lösung auf.

Limette: Das Fruchtfleisch ist zwar essbar, schmeckt allerdings – ähnlich wie bei Zitronen – sauer. Der Unterschied: Limetten sind meistens noch intensiver und würziger. Aber sie sind bekannt: 20 Kinder notierten die Limette.

Passionsfrucht: Diese Frucht stammt aus Brasilien, Paraguay und dem nördlichen Argentinien, ist aber auch in Europa beliebt. In Eschweiler müssen wir noch dran arbeiten: eine korrekte Antwort. Die Kleinen meinten: „Ist das eine Charlotte?“

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