„Erasmus +“: Erfahrungen im Auslandspraktikum sammeln

Von: ran
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Vorreiter in Sachen „Erasmus+“ am Berufskolleg: Lisa Heimig, Ilayda Halis, Samantha Hübsch und Firat Günaydin (v. r.) absolvierten dreiwöchige Berufspraktika in Spanien, der Türkei sowie Großbritannien. Die Lehrerinnen Monika Stapelbroek und Bianca Rütters (v.l.) hoffen auf zahlreiche Nachahmer. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es ist ein Schritt, der Mut erfordert, der aber auch die große Chance bietet: in jungen Jahren vielfältige Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln, die den Horizont in vielerlei Hinsicht erweitern.

Drei Schülerinnen und ein Schüler der Höheren Berufsfachschule (HöHa und HöTec) des Berufskollegs Eschweiler, das seit Beginn des Schuljahres am „Erasmus+“-Programm der Europäischen Union teilnimmt, stellten sich der Herausforderung eines Auslandsaufenthaltes und absolvierten dreiwöchige Berufspraktika in Spanien, der Türkei und Großbritannien. Samantha Hübsch und Lisa Heimig reisten nach Valencia, um dort einen Einblick in den Berufsbereich Systemintegration/Informatik zu erhalten. Ilayda Halis arbeitete in der Verwaltung einer Privatklinik in der türkischen Metropole Istanbul, während Firat Günaydin in einer Steuerberaterkanzlei in London tätig war.

„Das Programm bietet die großartige Gelegenheit, die Welt kennenzulernen“, ist Ilayda Halis auch wenige Wochen nach ihrer Rückkehr in die indestädtische Heimat noch begeistert von ihrem Aufenthalt in Istanbul. Und sie ist auch ein klein wenig stolz, sich alleine in einer Stadt zurecht gefunden zu haben, die knapp 15 Millionen Einwohner zählt. „Die Selbstständigkeit der Projektteilnehmer zu fördern, ist eines der Ziele von Erasmus+“, erläutert Lehrerin Monika Stapelbroek, die mit ihrer Kollegin Bianca Rütters das Organisationsteam in Sachen Auslandspraktika am Berufskolleg Eschweiler bildet. „Die Schüler kümmern sich selbst sowohl um einen Praktikumsplatz als auch um ihre Unterbringung“, ergänzt die Pädagogin.

So wohnten Lisa Heimig und Samantha Hübsch bei einer spanischen Gastfamilie, Ilayda Halis war in einem Hotel untergebracht und Firat Günaydin wohnte im Haus der Familie eines guten Freundes. Der aus Aachen-Brand stammende Schüler blickt ebenfalls auf drei außergewöhnliche Wochen zurück: „London ist als Stadt sehr faszinierend. Ich habe sehr nette Menschen kennengelernt, Freunde gewonnen und darüber hinaus noch meine Sprachkenntnisse verbessert!“ Auch in beruflicher Hinsicht hat Firat Günaydin Erkenntnisse erhalten. „Ich sehe meine Zukunft nicht als Steuerberater und werde mich in anderen Bereichen umschauen“, erklärt er.

Ein Praktikumsergebnis, das Thomas Gurdon keinesfalls enttäuscht. „Es ist wichtig, wenn ein junger Mensch frühzeitig erkennt, dass ein bestimmter Beruf nicht seinen Vorstellungen entspricht. Auch dies macht den Sinn eines Praktikums aus“, erläutert der Leiter des Berufskollegs Eschweiler, der erfreut darüber ist, den BKE-Schülern nun auch die Gelegenheit zu Auslandspraktika anbieten zu können. „Der Dank gilt dabei nicht zuletzt der Kollegin Christa Slooten vom Berufskolleg Herzogenrath, mit dem wir in der Startphase unserer Teilnahme am Erasmus+-Programm kooperieren“, so Thomas Gurdon.

Und wie gestaltet sich das Arbeitsleben in der Ferne? Durchaus unterschiedlich von deutschen Gewohnheiten! „Dies machte sich bei mir auch an den Arbeitszeiten bemerkbar. Ich habe um zehn Uhr begonnen und zunächst bis 14 Uhr gearbeitet. Daran schloss sich eine dreistündige Pause an, bevor es von 17 Uhr bis 20 Uhr weiterging“, blickt Samantha Hübsch zurück. Wobei sich die Pause natürlich hervorragend eignete, Land, Leute und Kultur des spanischen Ostens kennenzulernen.

„Mich hat die Schönheit Valencias ganz besonders beeindruckt“, lässt Lisa Heimig wissen, die durch eine Informations-Veranstaltung im Berufskolleg auf das Programm aufmerksam wurde, sich einen Ruck gab, Mut fasste, zur Teilnehmerin wurde und nun gemeinsam mit ihren drei Mitstreitern quasi als Erasmus+-Botschafterin am Berufskolleg Eschweiler fungiert. Denn natürlich erhoffen sich die Lehrer zahlreiche Nachahmer. „Im laufenden sowie im kommenden Schuljahr können wir insgesamt 30 Plätze anbieten. Unser Fokus liegt dabei nicht zuletzt auf der Berufsschule. Wir hoffen, dass bald der erste Auszubildende sein Auslandspraktikum, an dessen Ende das Zertifikat Europass steht, in Angriff nehmen kann“, schaut Monika Stapelbroek nach vorne.

Ihre Aufgabe als „Botschafterin“ ganz besonders ernst nimmt übrigens Ilayda Halis, die sich in den Osterferien in Begleitung von zwei Mitschülerinnen erneut in Richtung Istanbul aufmacht. „Ich habe von meinem Praktikum so lange erzählt und erzählt, bis das Interesse so groß wurde, dass wir nun als Trio ein Praktikum absolvieren“, freut sich die Berufskollegsschülerin.

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