Ente 734 rast in Rekordzeit durchs Ziel

Von: Stefan Herrmann
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Jury-Mitglied Lothar Müller präsentiert das schönste Exemplar des Tages, das mit einem innovativen Astronauten-Look überzeugte.

Eschweiler. Samstagmittag, 13.25 Uhr an der Indebrücke am Langwahn, hunderte Schaulustige, 1800 nervös mit dem Bürzel wedelnde Plastik-Racer: Willkommen in Entenhausen! Willkommen beim spektakulärsten Rennereignis, das die 55.000-Einwohner-Stadt zu bieten hat.

Wenn die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) ruft, dann schwärmen die Enten-Jünger in Scharen zum Mekka des Entenrennsports. Das 7. Eschweiler Entenrennen wird in die Geschichtsbücher eingehen als die wohl rasanteste Jagd nach Ruhm, Enten-Ehre und jeder Menge Preise.

Dabei stand die gelbe Invasion auf der Inde in diesem Jahr lange auf der Kippe. Denn das sonst so beschaulich dahin fließende Wasser hatte durch die Regenfälle der vergangenen Tage mächtig Fahrt aufgenommen. Eine Rennkommission, bestehend aus Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und CAJ, gab erst um 10 Uhr am Renntag grünes Licht. „70 Zentimeter wäre die kritische Grenze gewesen. Wir haben 64 Zentimeter gemessen”, gab Monika Medic frühzeitig Entwarnung.

Obwohl es Bindfäden regnete, herrschte in der „Enten-Boxengasse” auf dem Parkplatz am Arbeitsamt ab 12 Uhr Hochbetrieb. Zahlreiche Teilnehmer und neugierige Passanten wollten die exotisch und phantasievoll gestalteten Renn-Enten bestaunen. Die Pippi-Langstrumpf-Ente mit Zöpfchen, die Graf-Dracula-Ente samt scharfen Beißern, die Krankenschwester-Ente mit der Spritze unter dem Flügel und dem Mundschutz vor dem Schnabel - die Kreativität der Teilnehmer war beeindruckend.

Das machte es für die Jury aus Hedi Bertram, Lothar Müller, Melanie Kugelmeier und unserer Zeitung nicht einfacher. Nach intensiver Beratung stand der Gewinner mit der schönsten Ente des Tages fest: Die Astronauten-Ente mit der Nummer 409 überzeugte mit ihrem ausgefallenen Design. Dem Weltraum kommt damit ihr Besitzer Wolfgang Uvira ein wenig näher, denn als Preis bekam er einen Gutschein für einen Rundflug über Aachen überreicht.

Spannung dann am Start! Wie gewohnt erlebten die 1800 (Rekord!) Kunststofftierchen eine kurze Flugphase vor dem feucht-fröhlichen Eintauchen in die Inde. Allerdings ging´s diesmal nicht aus der Schaufel eines THW-Baggers in die Fluten, da dieser wenige Tage zuvor einen Defekt erlitt.

Ein THW-Lastwagen mit einer kippbaren Ladefläche musste herhalten. Doch die provisorische Lösung hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen Haken. Denn einige hundert Enteriche blieben hängen. Nur dem wagemutigen Einsatz der THW-Kräfte war es zu verdanken, dass auch der Rest des Feldes auf die im Vergleich zum Vorjahr verkürzte Wildwasserstrecke ging. Die Rennkommissare billigten ob der besonderen Umstände die Vorfälle. Mögliche Einsprüche von Entenbesitzer sind daher aussichtslos.

Kein Problem hatte dagegen Rudi Bertram mit dem Startsignal. Gekonnt blies er in die hollandorange Mini-Vuvuzeela. Der Bürgermeister und Schirmherr des 7. Entenrennens hatte wohl die WM-Tage als Trainingszeit genutzt. Mit der weltrekordverdächtigen Zeit von knapp 15 Minuten (im vergangenen Jahr dauerte es noch knapp zwei Stunden) paddelte schließlich die Ente mit der Nummer 734 ins Zielgatter. Stolze Gewinnerin ist die achtjährige Annalena Stiel.

Nur wenige Sekunden später schwamm Nummer 1997 ins Ziel. Für Lina Laumann bedeutet das: Sie hat einen Kinobesuch mit 29 Freunden gewonnen. Für den drittplatzierten Erpel mit Nummer 913 (Gewinner: Dresia) gibt´s einen elektronischen Garagentorradantrieb im Wert von 250 Euro.

Den Schweiß auf der Stirn hatten THW-Zugführer Gordon Sander und sein Team stehen. Obwohl hunderte der gelben Plastikkameraden fast zeitgleich ins Ziel schossen, behielten die Helfer im Enten-Inferno den Überblick.

Schluss war am Patternhof noch lange nicht. Erstmals fand eine offizielle After-Show-Party in „Mexi & Co.” statt. Dort ließ man den aufregenden Renntag noch einmal Revue passieren.

Hier erfährt man, ob man gewonnen hat

Wer seine Ente nicht persönlich anfeuern konnte und wissen möchte, ob sie gewonnen hat, kann ab morgen unter 37310 (Medic) anrufen. Die Preise (auch die Enten) stehen zwei Wochen lang abholbereit im Aachener CAJ-Büro ( 0241/20328) oder bei Familie Medic in Eschweiler (Luisenstraße 21).

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