Eschweiler - Englerthstraße: Leerstände wachsen, Angebot schrumpft

Englerthstraße: Leerstände wachsen, Angebot schrumpft

Von: Michael Faschinger
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Leere Ladenlokale lassen auch diese Passantin nicht lange in der Englerthstraße verweilen. Foto: Michael Faschinger

Eschweiler. Räumungsverkauf. Wir schließen. Alles muss raus. Immer öfter sind solche Aushänge zu lesen - auch in Eschweiler. Besonders an der Englerthstraße schließen immer mehr Läden. Oftmals sind es Familienbetriebe, die auf eine lange Tradition zurückblicken, die das Feld räumen.

Sitzt das Geld bei den Kunden nicht mehr so locker? Ist Eschweilers City etwa nicht attraktiv? Oder sind es die hohen Mietpreise, die Geschäfsleute abschrecken? Wir haben uns umgehört.

Auf der Straße angesprochen, klagen viele Passanten über ein unattraktives Angebot durch zu viele Ein-Euro-Shops, Handyläden und Nagelstudios. Auch die vielen Baustellen sorgen für Unmut.

„Wenn ich immer erst gucken muss, wie ich in die Stadt fahren kann und dann auch noch durch den Baustellendreck laufen muss, da habe ich schon keine Lust mehr mich aufzuraffen”, sagt eine Passantin. Auch viele, die früher wegen großer Warenhäuser wie etwa Karstadt oder den alteingesessenen Familienunternehmen in die Stadt gekommen sind, sehen es heute eher als uninteressant an. Gerade unter der Woche ist dies der Fall.

Die wenigen Geschäftsleute, die noch in der Englerthstraße verblieben sind, würden es auch lieber sehen, wenn wieder mehr Läden in ihre Straße kommen würden.

„Es ist nicht gerade schön zu sehen, dass die Straße, in der dein Laden ist, immer mehr ausstirbt”, berichtet Frisör Carlo Mazzanti und ergänzt, dass relativ hohe Mietpreise sicherlich auch eine Rolle spielen können.

Dieses Argument weist Helmuth Radermacher von Hema Immobilien jedoch zurück: „Gerade in der Englerthstraße ist es so, dass die Vermieter bereit sind Kompromisse einzugehen in Bezug auf den Mietpreis”. In der Grabenstraße etwa kostet der Quadratmeter zehn Euro, in der Englerthstraße hingegen acht.

„Man merkt, dass der Publikumsverkehr immer mehr abnimmt”, beklagt Mazzanti, „da kann man sich glücklich schätzen, wenn einem die Stammkundschaft erhalten bleibt”.

Doch auch dieses Argument will Immobilienmakler Radermacher nicht gelten lassen: „Es handelt sich hierbei um die Hauptachse, die die Innenstadt mit dem Bushof verbindet, also kann es nicht am fehlenden Besucherverkehr liegen”.

Da würde schon eher die mangelnde Angebotsvielfalt eine Rolle spielen.

Um eine größere Auswahl für die Kunden zu schaffen und um neue Geschäfte anzusiedeln, hat das City Management der Stadt Eschweiler bereits versucht, mit den Vermietern Lösungen zu finden.

Doch ist es mitunter schwierig, überhaupt die Vermieter ausfindig zu machen, berichtet Ursula Dittrich, Inhaberin Büroausstatter Weyermann.

Was fehlt sei ein Publikumsmagnet.Ein solcher würde es sowohl für die Kundschaft als für die Geschäftsleute wieder attraktiv machen, sich in der Straße umzusehen und anzusiedeln. „Das kann man mit dem City-Center vergleichen”, sagt Dittrich, „das ist der umgekehrte Fall, denn als Karstadt weg war, sind immer mehr Geschäfte dort verschwunden”.

Sicher wäre ein bekannter Name, der Kunden in die Innenstadt zieht, ein Gewinn. Doch bieten die meisten Ladenlokale in Eschweiler einfach nicht ausreichend Platz, betont Helmuth Radermacher.

Von Imbissbuden lägen ihm Angebote vor, aber dies sei meist architektonisch nicht umsetzbar. Und auch die Vorstellung, vier Euro Miete pro Quadratmeter zu zahlen, sei kaum tragbar.

Es sei zudem noch schwierig die Geschäfte zu vermitteln, weil die meisten Ladenlokale nicht ebenerdig und dadurch nicht gerade besucherfreundlich oder behindertengerecht sind.

Einig sind sich alle, dass schnellstmöglich etwas passieren muss, um die Englerthstraße wieder attraktiv zu gestalten.

Doch allein das Wie stellt scheinbar alle vor ein Rätsel.
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