Eschweiler - Endlich ist Sommer an unserem See

Endlich ist Sommer an unserem See

Von: Nicola Gottfroh
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Arbeitest Du noch, oder sonnst
Arbeitest Du noch, oder sonnst Du schon: Während ihr Freund noch das perfekte Strandlager herrichtet, darf Jenny Vahlefeld schon das schöne Wetter genießen.

Eschweiler. Im Kalender steht er schon länger, doch seinem Namen alle Ehre gemacht, das hat er bislang wahrlich noch nicht. Doch in dieser Woche zeigt er sich versöhnlich - wenn auch nur für wenige Tage. Der Sommer ist endlich da.

31 Grad zeigt das Quecksilber am Mittwoch - und am Blausteinsee herrscht endlich mal Hochkonjunktur. Schon ganz früh hat sich Danny Waldorf mit seiner Clique einen Platz am See gesichert. „Früh morgens bekommt man meistens noch einen schönen Platz direkt am Wasser”, sagt der 21-Jährige. „Außerdem hatten wir Angst, dass später alles voll sein könnte. Dann hätten wir ins Freibad gehen müssen”, sagt er und zieht eine Grimasse. „Hier ist es viel angenehmer. Perfekt für die erste richtige Sommerwoche, in der man dann tatsächlich man schwimmen gehen kann”, erklärt er.

Während die Clique um Danny schon wild im Wasser tobt, sind die Neuankömmlinge Jenny Vahlefeld und Sascha Kohlmann wenige Meter entfernt noch mit dem Aufbau ihres perfekten Strandlagers beschäftigt. Ihr erklärtes Ziel für diesen Tag, die Seele baumeln lassen. Eigentlich hatte das Pärchen aus Aachen vor, einen Abstecher in die Eifel zu machen. Dann haben sich die beiden aber doch noch für einen Seetag in Eschweiler entschieden.

Sonnentage auskosten

„Die wenigen Sonnentage muss man einfach auskosten”, sagt Jenny Vahlefeld. Dass sie nicht etwa am Aachener Freibad Hangeweiher sonnenbaden, sondern extra zum Blausteinsee gekommen sind, hat einen Grund: „Hierhin dürfen wir unseren Hund Leika mitnehmen”, sagt die junge Frau und macht es sich auf ihrer Decke gemütlich, während Freund Sascha noch mit dem Aufbau des Sonnenschirms kämpft. Immerhin will man ja nicht mit einem Sonnenstich heim kommen.

Einfach nur Faulenzen ist nichts für die Freundinnen Verena Koszinoffski (18) und Mara Stöckert (20). Sie sind zum See gekommen, um ein bisschen Partystimmung zu haben - „quasi Ballermann in Eschweiler”, sagt Verena. „Wir haben heute nur durch Zufall einen Tag Urlaub. Da passt uns das Timing des Wetters richtig gut, um mal ein bisschen Urlaubsfeeling zu tanken”, sagt Verena. Während das Wetter-Timing perfekt ist, lässt der Platz, den sich die jungen Frauen am See gewählt haben, allerdings zu wünschen übrig. Finden zumindest die beiden. „Wir müssen gleich auf jeden Fall umziehen. Eigentlich hatten wir vor, neue Leute in unserem Alter kennenzulernen. Aber hier haben wir wohl voll den Abschnitt ?Familienstrand erwischt”, sagt Mara.

Ballermann-Feeling

Wer Ballermann-Feeling in Eschweiler haben will, der muss den Badestrand ein Stück weiter abgehen. Dort wo Jana Krings (21) mit ihren Freunden liegt. Die Schüler haben an alles gedacht, um echte Mallorca-Stimmung aufkommen zu lassen. Die Kühltruhe ist prall gefüllt mit Bier. Aus den Boxen des CD-Players schallt Lykke Lis „I Follow Rivers, der Ohrwurm, der auf bestem Wege ist, zum Sommerhit des Jahres zu avancieren. „Uns bleiben ja nur wenige Sonnenstunden. Wir müssen ja vorsorgen und den ganzen Sommer in drei, vier Tage packen. Das heißt voll und ganz genießen - und dazu gehören gute Freunde, gutes Bier und gute Musik am See-Strand”, sagt Jana.

Dass ihre Kinder das Party-Alter noch nicht erreicht haben, und statt zur Bierflasche nach Eimerchen und Schaufel greifen, freut die Mütter Melanie Plum. Sandra Johnen-Scherl und Michaela Willems. Eimer und Schaufel sind auch die Gründe, warum der Badesee an diesem Tag Vorzug vor dem Freibad erhalten hat. „Hier hat man das Gefühl, man ist am Meer. Und die Kinder freuen sich, wenn sie im Sand spielen können”, sagt Melanie Plum.

Aber nicht an allen Ecken des Sees steht Relaxen und Party auf dem Programm. Während die Besucher auf ihren Handtüchern beim Sonnenbaden entspannen, schwitzen die Mitarbeiter im Seerestaurant Haus Lersch vor lauter Arbeit. „Aber das ist gut so”, sagt Claudia Pavlic, Mitglied der Seerestaurant-Crew. Denn nun klingelt hier einmal ordentlich die Kasse - wie viel zu selten in dem bisherigen Regensommer. Zwar machten Radfahrer und Biker immer wieder einen Abstecher ins Seerestaurant, doch verzehrten die weitaus weniger Eis, Snacks und Getränke als die Seebesucher an heißen Sonnentagen wie diesem.

Doch bei allem Strand- und Urlaubsfeeling: eine Sache trübt die Stimmung bei vielen Besuchern. Der viele Müll, den andere Besucher achtlos hingeschmissen haben. „Auch die überquellenden Mülleimer sind nicht besonders schön”, sagt Rudi Funkermeier. „Der Müll ist tatsächlich ein Riesenproblem”, sagt auch Heinz Rehan, Amtsleiter Haupt- und Personalamt der Stadt Eschweiler und Prokurist der Freizeitzentrum Blaustein-See-GmbH. Fünf-Liter-Fässchen, Flaschen, leere Verpackungen, alles ließen einige Besucher liegen.

„Jeden Morgen rücken Reinigungstruppen aus und versuchen, die Wiese wieder herzurichten. Das Verhalten vieler Besucher ist uns unverständlich - vor allem auch deshalb, weil die Reinigung hohe Kosten verursacht”, sagt er. Dass die Leute ihren Abfall in die Mülltonne bringen, ihre Hunde anleinen und gegen das Grillverbot verstoßen, dafür sollen an diesem Tag Gwantsa Machavariani und ihre Kollegin von AK Security Service. „Unsere Mitarbeiter versuchen die Seeordnung durchzusetzen”, sagt Security-Chef Angelo Klein. Nicht jedes schwarze Schaf erwischen sie. Aber genug, dass der See nicht schon nachmittags zur Müllkippe verkommt.
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