EMF: Vier Tage voller Musik und Lebensfreude

Von: Rudolf Müller
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Unterwegs nach Eschweiler: Die Musiker der Original Blues Brothers Band um Steve „The Colonel“ Cropper und Lou „Blue Lou“ Marini (4. und 5. von links) heizen den Besuchern des Eschweiler Music Festivals am Freitagabend kräftig ein, nachdem der Donnerstag Verdis „Nabucco“ gehört haben wird. Foto: Pepe Botella
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Sie garantieren den klassikaffinen Besuchern des EMF am Donnerstagabend einen Kunstgenuss der besonderen Art: Tenor Cristian Lanza... Foto: Krieger
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... und Roberval „Dom“ Cardoso. Foto: Krieger

Eschweiler. Max Krieger übt äußerlich Gelassenheit: Alles nach Plan, alles im grünen Bereich. Doch wie die Nervenstränge im Inneren des Eschweiler Kulturmanagers trotz jahrzehntelanger Erfahrung in der Organisation großer Veranstaltungen vibrieren, das weiß nur er allein. Zum 26. Mal veranstaltet Krieger das Eschweiler Music Festival. Am Donnerstagabend fällt der Startschuss.

Seit Montagfrüh ist ein Team kräftiger Jungs und tougher Mädels dabei, die riesige Bühne – Innenmaße: 16 mal 13 Meter – über der Freitreppe des neugestalteten Eschweiler Marktplatzes zu montieren. Drei Sattelschlepper Material mussten dazu aus Koblenz angefahren werden. Weitere Lkw mit Licht- und Tontechnik folgen.

Wie viele Leute insgesamt mit Vorbereitung und Durchführung des diesmal viertägigen Open-Air-Festivals befasst sind, kann Krieger nur ungefähr sagen: 16 Mann kümmern sich um den Auf- und -abbau, acht um die Technik, vier um Bühnenumbauten, 16 Mann stark ist die Security-Abteilung, rund 20 Leute umfasst das Team von Ordnungsamt, Ersthelfern und Feuerwehr, das bei einer solchen Großveranstaltung nicht fehlen darf, weitere Mitarbeiter sind mit organisatorischen Aufgaben betreut – und wie viele Mitarbeiter an den Festivaltagen in den umliegenden Gastronomiebetrieben dafür sorgen, dass das leibliche Wohl der Besucher nicht zu kurz kommt, kann nur geschätzt werden. 60 bis 100 dürften es wohl sein.

Nach den guten Erfahrungen, die Krieger im vergangenen Jahr im Vorfeld des Eschweiler Music Festivals mit einem großen Opern-Galaabend gesammelt hat, ist die Klassik diesmal fester Bestandteil des EMF: Am Donnerstagabend bieten rund 85 Künstler auf der Freilichtbühne eine Aufführung von Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“. Eine Aufführung des Roncole Verdi Orchesters mit dem Chor der Opera Polski und italienischen Solisten, die seit Jahren in ganz Europa gefeiert wird.

Eine Aufführung in stilvollem Ambiente: Mit Sitzreihen auf dem markt und Sekt- und Weintheken vor den umliegenden Restaurants. Und anders als im vergangenen Jahr, gibt es Getränke am Opernabend in Gläsern statt in Kunststoffbechern. Mit von der Partie: Roberval Cardoso, brasilianischer Startenor mit eigener Fernseh-show und dem TV-Bekanntheitsgrad eines Stefan Raab. Er wird vor Beginn der Oper brasilianische Klänge zu Gehör bringen. Wobei das Verdi-Orchester von brasilianischen Percussionisten und Gitarristen verstärkt wird.

Die Herren, denen die Bühne am Freitagabend gehört, gehören zu den ganz Großen ihrer Zunft: Die Original Blues Brothers Band wurde im Kinofilm mit John Belushi und Dan Akroyd zum Kult, der seit Jahrzehnten anhält. Die Besetzung liest sich fast wie ein Who is Who der gehobenen Soul- und Bluesmusik: Steve „The Colonel“ Cropper (Git.) , Lou „Blue Lou“ Marini (sax.), Leon „The Lion“ Pendarvis (keyb.), „Smokin‘„ John Tropea (git.), Eric „The Red“ Udel (bass), Lee „Funkytime“ Finkelstein (drums), Larry „Trombonius Maximus“ Farrell (tromb.), Steve „Catfish“ Howard (trump.), Bobby „Sweet Soul“ Harden (lead voc.), Rob „The Honeydripper“ Paparozzi (lead voc., harmonica) und Tommy „Pipes“ McDonnell (lead voc.).

Und die Hits der Truppe, die am Freitag aus Lettland einfliegt und von Eschweiler nach Norwegen weiterreist, sind längst Standard in allein einschlägigen Musiksammlungen: „Gimme Some Loving“ gehört ebenso dazu wie „Shake Your Tail Feather“, „Shot Gun Blues“, „Sweet Home Chicago“, „Rubber Biscuit“, „Soul Man“. „Green Onions“ und „Eve-rybody Needs Somebody to Love“.

Die Vorband der Blues Brothers kommt übrigens aus Eschweiler und ist in der Region längst keine unbekannte mehr: Chain of Fools.

Ein Hauch von Funk und Soul liegt auch am Festivalsamstag in der Luft, wenn die Hermes House Band gemeinsam mit Lou Bega zur großen Sommerparty auf dem Marktplatz einlädt. Und eine Megaparty dürfte auch am Sonntagnachmittag den Marktplatz beben lassen, wenn gleich drei kölsche Bands, deren Hits nicht nur in unseren Breiten jeder kennt, auf der Bühne in die Saiten greifen: Cat Ballou („Et jitt kei Wood“), Bläck Fööss („Kaffeebud“, „Drink doch eene met“, „Mir bruche keener“, „Leev Linda Lou“ und und und...) sowie Kasalla („Pirate“) freuen sich auf 5000 begeisterte Besucher: Das Konzert ist ausverkauft.

Zum Nulltarif können Musikliebhaber am Festivalfreitag und -samstag auf ihre Kosten kommen: Ab 22.30 Uhr machen zahlreiche Bands in den Kneipen der Altstadt die lange Nacht zum Tage. Und am Samstagnachmittag (ab 13 Uhr) zeigt der regionale Nachwuchs auf der großen Bühne, was er drauf hat: die Bands „Ass Loud Ass Possible“, „TalÄntfrei“ und „Street Kids“ lassen es krachen.

Deutlich ruhiger geht es am Sonntagvormittag ab 11 Uhr zu: beim traditionellen ökumenischen Festival-Gottesdienst in der Peter-Paul-Kirche am Markt, zelebriert von Vertretern von vier Glaubensgemeinschaften und musikalisch begleitet von der Renew Brass Band.

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