EMF: „Abba Review“ nah dran am Original

Von: Irmgard Röhseler
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„Abba Review“ feierte mit etlichen Tausend Besuchern eine 70er-Jahre Party vom Feinsten. Foto: I. Röhseler
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Wo Carlos rockt, da bebt die Bühne. Der indestädtische Musiker mit spanischen Wurzeln ließ es richtig krachen. Foto: I. Röhseler
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Rocken wie ein Großer: Der fünfjährige sohn von Carlos, Sabino, begeisterte die Zuschauer. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. „Thank you for the Music“, Max Krieger! War das ein EMF-Samstag – die geballte 70er-Jahre-Power. Und die schwappte von der großen Open-Air-Bühne auf dem Eschweiler Marktplatz aber mal ganz locker rüber aufs Publikum, als „Abba Review“ auf die Bühne stürmte und „Waterloo“ anstimmte.

Hinter „Abba Review“ verbirgt sich eine Formation, die mit viel Leidenschaft ihren Idolen nacheifert und der schwedischen Kultband bis ins kleinste Detail gerecht werden will. Da stimmen die Frisuren und die „heißen“ Outfits von „Agnetha“ und „Anna-Frid“ ebenso wie die weißen Anzüge mit Schlaghosen und Plateauschuhen von „Benny“ und „Björn“.

Offenbar hatte der EMF-Organisator mit „Abba Review“ den Geschmack des Publikums getroffen, denn die Formation, die komplett auf Playbacks verzichtet, erwies sich als wahrer Energielieferant. EMF-Moderator Patrick Nowicki hatte nicht zu viel versprochen, als er die Abba-Coverband mit lobenden Worten ankündigte.

Mit einer rund anderthalbstündigen Show, die Nostalgie aufkommen ließ, die berührte und begeisterte, rockte die Coverband die Bühne und das Publikum. Zugegeben, das Original ist unerreichbar. Doch „Abba Review“ ist schon nah dran und bewies am Samstagabend ein gutes Gespür für das, was die Fans hören wollten. Sie brannten mit Ohrwürmern wie „S.O.S“, „The Winner takes it all“, „Money Money Money“, „Dancing Queen“, „Fernando“, „Ring Ring“, „Voulez vous“, „Knowing me, knowing you“ und vielen Stücken mehr ein wahres Feuerwerk ab, das seine Wirkung nicht verfehlte.

Der proppenvolle Markt pulsierte und vibrierte, als die Menschen die Refrains lautstark mitsangen und eine flotte Sohle aufs Parkett (wenn der Platz es zuließ) legten. Die flirrende Atmosphäre zwischen Musikern und Publikum machte einfach Spaß.

Eine Stimmung, die auch der große Chor der Waldschule einmal hautnah miterleben durfte, denn die Mädchen und Jungen intonierten gemeinsam mit „Abba Review“ den Song „I have a Dream“ und ernteten einen tosenden Applaus. Für die kleinen Sänger war das wohl ein sehr emotionaler und packender Moment mal auf der Bühne zu stehen, wo sonst die Weltstars zum Mikro greifen. Und wer will schon gehen, wenn es am schönsten ist? Also legte „Abba Review“ noch einen obendrauf und verabschiedete sich mit „Thank you for the Music“ .

Die Aufwärmrunde vor dem „Abba Review“-Konzert bestritt kein Geringerer als Carlos Cachafeiro. Der Indestädter mit den spanischen Wurzeln ist einer der angesagtesten jungen Musiker in der Region. Der Mann lässt es nicht nur richtig krachen, wenn er in die Saiten und zum Mikro greift, er hat auch geniale Entertainer-Qualitäten. So parlierte er frisch, fromm, fröhlich und frei aus dem Nähkästchen und verriet: „Ich bin Abba-Fan. Genauer gesagt, ich bin Abba-, Bee-Gees- und Boney-M-Fan und freue mich auf diesen Abend!“ Mit einer gelungenen Mischung aus Rock und Pop hatte er das Publikum schnell im Griff und verwandelte den Markt in einen Hexenkessel. Mit Ohrwürmern wie „Verdammt lang her“, „An Tagen wie diesen“, „La Bamba“ und „Smoke on the Water“ stimmte er die Fans auf die die 70er-Jahre-Party ein.
Sabino rockt wie ein Großer

Lediglich für den Song „I was made for lovin‘ you“ der Hard-Rock-Band Kiss brauchte Carlos Unterstützung: „So hoch komme ich mit meiner Stimme nicht, da brauche ich Verstärkung!“ Sprach‘s und holte seinen fünfjährigen Sprössling Sabino auf die Bühne. Wie sein Papa griff auch er in die Saiten seiner Mini-Gitarre und zeigte eine Bühnenpräsenz, die man kaum beschreiben kann. Und ganz nach dem Vorbild von Kiss verabschiedete sich das Duo mit einer brillanten Pyroshow von seinen Fans.

„Das war ein wunderschöner Abend, den wir so schnell nicht vergessen werden“, resümierten viele EMF-Besucher, die sich anschließend zur Kneipenrallye aufmachten. Denn warum gehen, wenn es gerade so schön ist?


Das Geheimnis des EMF-Erfolges seit über zwei Jahrzehnten liegt wohl in der guten Balance der musikalischen Zutaten. Dafür hat der EMF-Organisator und Kulturmanager der Stadt Eschweiler ein Händchen. Das beweist er jedes Jahr.


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