Elf Tore und Tränchen vor Aufregung

Von: Sonja Essers
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446 Zuschauer schauten sich das Spiel interessiert an und fieberten vom Spielfeldrand aus mit dem deutschen Team mit. Gleich elf Tore konnten die Fans bejubeln.
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Sie meisterten den Einlauf mit den Spielerinnen mit Bravour: die Kinder des Kindergartens St. Josef in Dürwiß.
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Sie sorgten für ein Highlight im Sportpark am See: Das deutsche U-19-Nationalteam (links) trat gegen die U-21 aus Belgien an. Foto: Sonja Essers
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Freuten sich über eine Spende : Frank Dickmeis, Klaus Wohnaut, Margret Röber, Marc Müller, Andrea Spix-Essers und Bürgermeister Rudi Bertram (von links).

Eschweiler-Dürwiß. Die deutsche Nationalhymne erklingt. Die Fans im Fußballstadion erheben sich von ihren Plätzen und singen lauthals mit. Ein Gänsehautmoment, der die Besucher auf den Rängen und die Spieler miteinander verbindet. Dann geht es los, das Spiel beginnt.

Fangesänge ertönen und Fahnen in jeder Größe bestimmen das Bild im Stadion. Solche Szenen gehören zu jeder Partie der deutschen Nationalmannschaft dazu. Länderspielatmosphäre herrschte am Samstag im Dürwisser Sportpark am See.

Grund dafür war die deutsche U-19-Nationalmannschaft der Frauen. Ihr letztes Testspiel vor der anstehenden Europameisterschaft in Wales bestritten die Fußballerinnen gegen die U-21-Nationalmannschaft aus Belgien. Zwar hörte man an diesem Vormittag keine Fangesänge und auch schwarz-rot-goldene Fähnchen und Hüte sah man nur vereinzelt. Doch immerhin hatten 446 Neugierige den Weg in den Sportpark am See gefunden um sich die Fußballkünste der jungen Sportlerinnen einmal genauer anzusehen.

Einlaufkinder im Mittelpunkt

Dazu zählten auch die Kicker der ersten Mannschaft des FC Germania 07 Dürwiß. Sie sorgten als Ordner für einen reibungslosen Spielablauf und natürlich schauten sie sich auch ganz genau an, was die DFB-Frauen alles am Ball können. „Die Jungs sind von den Spielerinnen schon angetan und haben mich bereits nach den Telefonnummern gefragt“, witzelte Frank Dickmeis, Vorsitzender von Germania Dürwiß.

Doch auch auf sportlicher Ebene lohnte sich der Blick auf das Spielfeld. Bereits im Vorfeld hatte Trainerin Maren Meinert ein offensives Spiel angekündigt und dies setzten ihre Schützlinge von Beginn an um. Das erste Tor erzielte Theresa Panfil bereits in der 5. Minute und schnell wurde deutlich, dass die Belgierinnen chancenlos waren. Die vielen Zuschauer wurden nicht enttäuscht und durften sich über elf Tore der Deutschen freuen. Vier davon erzielte Lina Magull. So hatte auch Stadionsprecher Tim Schmitz, der auch bei den Stadtmeisterschaften im Einsatz war, viel zu tun.

Doch bevor das Spiel richtig losging, standen nicht die Profis im Mittelpunkt, sondern ihre Einlaufkinder. 20 Mädchen und ein Junge aus dem Kindergarten St. Josef in Dürwiß waren trotz Sommerferien zum Sportpark am See gekommen, um die Fußballerinnen auf das Spielfeld zu begleiten. Nicht nur Eltern, Großeltern und Geschwister, die die Kleinen an diesem Tag begleiteten, sondern auch Leiterin Margret Röber war sichtlich stolz. „Wir haben den Kindern und ihren Eltern in der vergangenen Woche vor Ort gezeigt, wie es heute ablaufen wird“, erklärte sie.

Die Kleinen freuten sich zwar sehr auf das besondere Ereignis, waren jedoch auch mehr als aufgeregt. Da kullerte bereits vor dem Spiel das ein oder andere Tränchen. Doch ihre Aufgabe als Einlaufkinder meisterten sie mit Bravour. „Vielleicht möchten nun auch unsere Mädchen Fußball spielen“, meinte Margret Röber, die sich an diesem Tag noch über eine besondere Geste freute. Während sich die Teams zur Halbzeit mit einem Zwischenstand von 7:0 in die Kabinen verabschiedeten, fand im Vereinsheim des FC Germania Dürwiß eine Spendenübergabe statt.

1600 Euro für Kindergärten

Im Rahmen der Fußballhallenmeisterschaften, die von Germania Dürwiß ausgetragen wurden, übergaben Vorsitzender Frank Dickmeis, Bürgermeister Rudi Bertram und Klaus Wohnaut von der Sparkasse den Verantwortlichen der Grundschule und den Kindergärten in Dürwiß die gesammelten Spenden, die insgesamt 1600 Euro betrugen und auf die verschiedenen Einrichtungen aufgeteilt wurden. Margret Röber nahm diese für den Kindergarten St. Josef entgegen, Andrea Spix-Esser für den Kindergarten „Der kleine Prinz“ und Marc Müller für die Grundschule Dürwiß. „Die Jugend kann das Geld immer gut gebrauchen“, meinte Wohnaut und Bertram fügte hinzu: „Wenn die Jugendarbeit gefördert wird, dann weiß ich, dass das Geld gut angelegt ist.“

Als der Pfiff zur zweiten Halbzeit ertönte, konzentrierte man sich wieder auf das Spiel. Dank des schnellen und sicheren Passspiels gewann das deutsche Team schnell die Oberhand. Selbstbewusst und erzielten die jungen Spielerinnen ein Tor nach dem anderen. Da staunten auch die Jungs von Germania Dürwiß nicht schlecht, die nach dem Spiel meinten: „Fußball kann ja so einfach sein.“ Während die Besucher am Spielfeldrand mitfieberten, gab Trainerin Maren Meinert klare Anweisungen. Das wurde auch von den männlichen Besuchern am Spielfeldrand anerkannt. „Oss, die spille jot“, resümierte ein Besucher. Für die Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft steht nun die Europameisterschaft in Wales an, bei der sie in der Gruppenphase auf die Teams aus Norwegen, Schweden und Finnland treffen.

Die Torschützen im Überblick: Bereits in der 5. Minute fiel das 1:0 durch Theresa Panfil. Nur kurze Zeit später, 11. Minute, traf Pauline Bremer zum 2:0. Das 3:0 erzielte Lina Magull in der 18. Minute per Foulelfmeter. Nur zwei Minuten später, in der 20. Minute, verwandelte Magull zum 4:0. Linda Dallmann nutzte ihre Chance in der 28. Minute und traf zum 5:0. In der 41. Minute erhöhte Pauline Bremer auf 6:0. Nur eine Minute vor Ende der ersten Halbzeit traf Bremer erneut.

Auch nach der Halbzeitpause ging es mit vielen Toren weiter. In der 46. Minute schoss Silvana Chojnowski das 8:0. Das 9:0 erzielte Fabienne Dongus in der 74. Minute. Kurz vor Abpfiff verwandelte Lina Magull gleich zwei Mal. In der 81. Minute schoss sie das 10:0, per Foulelfmeter, und in der 83. Minute traf sie zum 11:0.

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