Eschweiler - Eleganter Pop der 80er in der Schnellengasse

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Eleganter Pop der 80er in der Schnellengasse

Von: psi
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Grant Stevens, Susanne Ahlbrecht und Micki Meuser (v.l.) von den „Nervous Germans“ lieferten eleganten 80er-Pop in der Schnellengasse ab. Nicht im Bild: Gitarrist Gary Schmalzl. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. In den Achtzigern waren sie eine Band mit durchaus klangvollem Namen. Die „Nervous Germans“ schafften es seinerzeit im Fahrwasser des „New Wave“, dem musikalischen Provinzmief der Region zu entkommen und die Segel in Richtung Erfolg zu setzen.

Sänger und Gitarrist Grant Stevens sowie Bassist Micki Meuser sicherten sich auch in der Zeit danach in vielen Genres einen Namen in der landesweiten Musikszene, vom Film über Musical und Werbung bis hin zu Co-Produktionen etwa mit „Unheilig“. Am Freitagabend präsentierten die beiden gemeinsam mit dem Gitarristen Gary Schmalzl und der Schlagzeugerin Sabine Ahlbrecht eine Wiederbelebung der „Nervösen Deutschen“ im Rio in der Schnellengasse.

Die „Nervous Germans“ machen einfache Unterhaltungsmusik, für die man kein Studium der Gehirnchirurgie benötigt. „Leicht, luftig und geerdet zugleich“, wie es der offizielle Pressetext der Band beschreibt. Und tatsächlich: der Unterschied zu Popmusik aktueller Prägung ist gar nicht so groß. Vielleicht ein Beleg dafür, dass die Band damals ihrer Zeit einfach nur weit voraus war. Ebenfalls nach eigenen Aussagen weist die Band ähnliche Rezepturen auf, mit denen Combos wie The Cure und Siouxsie & The Banshees es kurze Zeit später zu Ruhm und finanzieller Sorglosigkeit brachten.

Hauch von David Bowie

Schließt man die Augen und lauscht, dann vermag man in Stücken wie „Superstars and Superheroes“ sogar einen Hauch der Musik von Altmeister David Bowie zu erkennen. Grant Stevens hat einfach eine Stimme, die sich bestens für emotionsgeladene Songs eignet, die beinahe schon hymnenartigen Charakter besitzen. „On Fire“ etwa ist eine tolle Ballade und ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. Schade, dass am Freitagabend der Sound etwas unausgewogen und Grant Stevens Gesang nicht immer so deutlich vernehmbar war.

Wovon sich die „Nervous Germans“ schon damals beeinflussen ließen, war in dem Welthit und Evergreen „Eloise“ von Barry Ryan zu hören, der auch auf der CD „Volatile“ enthalten ist. Der Schmachtfetzen ist mittlerweile nicht nur stolze 47 Jahre alt, sondern entwickelte in der Vier-Personen-Rock-Version durch die Band einen durchaus frischen, neuen Charakter. Dazu trugen vor allem die Berliner Gary Schmalzl an der Gitarre und die junge Schlagzeugerin Sabine Ahlbrecht mit tollem Gefühl für Timing und Klangräume bei.

Was also bleibt von einem Abend mit den wiederauferstandenen „Nervous Germans“? Eine spielfreudig aufgelegte Singer-Songwriterin Andrea Porten im Mini-Vorprogramm und eine professionelle Band für Qualitäts-Pop, die beide ein paar mehr Zuschauer, als nur ein knappes Dutzend verdient gehabt hätten. Die nächsten Auftritte finden in Kassel und Berlin statt. Wünschen wir den „Nervous Germans“, dass das Volk etwas reichhaltiger herbeiströmt als in Eschweiler.

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