„Eiserne Lady“: Barbara Kuster zieht in den Wahlkampf

Von: jw
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Barbara Kuster begeisterte das Publikum des Talbahnhofs mit ihrem Programm. Foto: Jacqueline Winkler

Eschweiler. „Deutschland braucht Barbara Kuster“. Das behauptet die angehende Bundespräsidentin zumindest von sich selbst. Mit den Worten „Lang lebe Barbara“ kam die Kabarettistin in den Talbahnhof und begrüßte das Publikum händeschüttelnd zu ihrem Wahlkampfauftakt.

„Wer soll es sonst werden, wenn nicht ich?“, fragte sie. Barbara Kuster zeigte sich vollkommen von sich überzeugt und versuchte auch, ihr Publikum von sich zu begeistern. Was ihr in ihren zwei Reden, etlichen Liedern und Ansprachen im Rahmen ihres Programms „Die Eiserne Lady“ auch gelang. Barbara Kuster ist aber nicht nur amtierende Bundespräsidentin, sondern auch Weinbeauftragte. Wie sie nämlich verriet, hat sie einen Glascontainer im Vorgarten: „Die Deutschen trinken zu viel, das ist aber alles nur eine Frage der Kondition.“

Mutige erste Reihe

Sie bezog schon zu Anfang ihres Programms das Publikum mit ein und sprach die Gäste in den ersten Reihen des Talbahnhofs an. Denn wer vorne sitze, habe Verantwortung übernommen und sei mutig.

Ihr erstes Lied an diesem Abend handelte: von ihr selbst. Sie wusste nämlich schon früh, dass sie ins Rampenlicht gehört. Sie ging nach und nach auf die Deutschen ein und erklärte, dass jeder vierte übergewichtig sei und dass die Deutschen dazu noch arm seien. Früher war diese Situation genau andersrum. Die Industrie habe sich jedoch darauf eingestellt und für diese Leute auch Läden in Übergrößen mit massig Klamotten erstellt, wo hingegen es für die Reichen und Dünnen Designläden gibt, an denen drei Kleidungsstücke an einer Stange hängen und alle Größe „0“ haben. Die Frauen, die dort einkaufen, sind für Barbara Kuster „Trockenobstfrauen“. Sie veranstalten Charity-Veranstaltungen für hungernde Kinder, weil sie sich so gut in diese hineinversetzen können.

Jeder braucht einen Hometrainer

Die alternative Energie war auch ein Thema, das von Barbara Kuster angesprochen wurde. Sie sagte, dass die Nordmenschen für diese Energie den Wind haben und die Südmenschen diesen Wind brauchen, das zu realisieren aber viel zu teuer ist. Deswegen hatte sie den ultimativen Vorschlag, um gegen dieses Problem anzugehen: Jeder braucht einen Hometrainer mit eingebautem Generator. Für Fernseher oder die Herz-Lungen-Maschine müsse man treten. Jedoch seien die Trockenobstfrauen dafür zu schwach, sie schafften nur einen Kurzfilm. Aber auch das habe Vorteile. Schließlich müssten sie sich Personal suchen und würden damit Arbeitsplätze schaffen.

Seitdem sie letztens im China-Restaurant war, denkt Barbara Kuster, dass sie wegen ihres komplexen Denkens ferngesteuert ist, denn sie hatte einen Keks, indem ein Zettel drin war und darauf stand: „Sie werden Großes leisten.“ Ihre Reaktion darauf: „Woher wussten die das?“

Die Entertainerin liebt es, Reden zu halten. Sie übe zu Hause auch immer das Schreiten über den roten Teppich, auf dem noch die Spuren des Rollstuhls von Helmut Kohl zu sehen seien. Sie hat eigentlich nur noch ein Problem: ihren Mann. Denn dieser möchte keine First Lady sein. Jens Rainer ist ein Macher und war SPD-Geschäftsführer. Er war ein Weltverbesserer und hat gekämpft in seinem Leben. Doch jetzt ist er im Ruhestand und macht auch auf Ruhe. Er ist so ruhig, dass Barbara sich schon denkt: „Was steht denn da im Wohnzimmer? Das stand doch vorher nicht da.“ Er entschleunigt alles und steht rund um die Uhr auf Stand-by-Modus. Da er nicht mit auf den roten Teppich möchte, hat Barbara sich jemand neues im Publikum gesucht.

Häschen in der Grube

Barbara Kuster hat natürlich auch eine Sekretärin. Diese kommt aus Bangladesch. Shiva hat Barbaras Laptop auf der Müllkippe gefunden und wusste somit alles von ihr, daraufhin hat Shiva Barbara angerufen und wurde eingestellt.

Ihr Programm endete mit der Frage: „Was steht zum Schluss über dich in den Geschichtsbüchern?“, Die Antwort hatte sie dafür natürlich: „Häschen in der Grube saß und schlief.“ Tierschützer würden daraufhin entgegnen: „Armes Häschen bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst?“ Die Grünen würden fragen, ob das Gras schadstoffbelastet ist. „Brot für die Welt“ wirft Brot in die Grube. Der Behindertenverband würde fragen, warum das Häschen in einer Grube schläft und nicht in einer barrierefreien Wohnung wohnt. Und die Bürgerinitiativen vermuten eine Atommülldeponie unter der Grube. Somit beschäftigen sich alle mit der Frage und damit auch mit der Person Barbara Kuster.

Barbara Kuster brachte das Publikum zum Lachen und mit ihrer sozialkritische Sicht auf das Publikum an manchen Stellen auch zum Nachdenke. Es war ein Abend, den die Zuschauer so schnell nicht vergessen werden.

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