Eischwiele is wirklich en jecke, jecke Stadt

Von: G. Freut und R. Froren
Letzte Aktualisierung:
4970397.jpg
Tausendfaches „Eischwiele Alaaf“ gab es gestern für Prinz Wolfgang II. Der Narrenherrscher bedankte sich für so viel Zuneigung mit reichlich Kamelle und Blömcher.

Eischwiele. Prinz Wolfgang II. stand oben auf seinem Wagen, blickte in die jecke Menge und sagte nur: „Wahnsinn!“ Der Narrenherrscher hatte am Montag seinen großen Tag. Mit Zeremonienmeister Frank brachte er Unmengen Kamelle unter die 150.000 Besucher.

Sein Prinzenlied hätte nicht besser gewählt sein können. Dass der Refrain „Mir stonn op uns jecke, jecke Stadt“ nun tatsächlich auch wirklich wahr ist, davon konnten sich die Burgwächter überzeugen. Wo der Prinz vorbeifuhr wurde es laut. Die Narren, die einmal mehr aus Nah und auch Fern angereist waren, jubelten dem Narrenherrscher und seinem Tross zu.

Zahnbürsten und Duftbäume

Prinz Wolfgang II. hingegen kam fast gar nicht nach, Kamelle „zu feuern“. „Ich brauche mehr Hände“, rief er zwischenzeitlich mit einem Lachen aus und vergrub seine zehn Finger wieder in den Hunderten Kilogramm Süßes. Und natürlich zeigte er auch, warum dieser Tag Rosenmontag heißt. Es flogen reichlich Blumen rechts und links aus dem Wagen.

Petrus verschonte den närrischen Lindwurm weitestgehend. Es war zwar bitterkalt, bis auf ein paar Schneeflocken flogen aber nur Kamelle & Co. auf den Eschweiler Boden.

Um kurz nach 12 Uhr hatte sich der Zug an der Brücke Bergrather Straße in Bewegung gesetzt. Über 460 Gruppen zogen in den nächsten Stunden an den vielen Jecken vorbei und warfen reichlich Kamelle. Natürlich gab es auch wieder etliche Überraschungen wie Zahnbürsten, Taschenlampen, Duftbäume fürs Auto, die entlang der sechs Kilometer langen Strecke verteilt wurden. Angeführt wurde der närrische Tross von den Blauen Funken Eschweiler und den Grünen Funken.

Traditionell mussten der Prinz und sein Anhang der Nothberger Burgwache noch eine Weile warten, bis auch sie sich in Bewegung setzten. Die Gesellschaft des Prinzen war auch am Montag wieder an vorletzter Stelle unterwegs, der Prinzenwagen bildetete natürlich den krönenden Abschluss.

Danach heizte die Narrengarde den Jecken noch einmal ein, unter anderem hatten die Kaafsäck rockigere Töne im Gepäck. Ansonsten herrschten viele Partyhits. Aus vielen Kehlen hörte man laut „Sie hatte nur die Schuhe an“, und die Toten Hosen haben es mit „Tagen wie diese“ auch tatsächlich in den Karneval geschafft.

Löwen, Clowns und Superhelden

Bevor die lustige Nothberger Schar jedoch vorbeizog, gab es für die 150 000 Besucher sehr viel anzusehen. Eschweiler Karnevalisten sind eben kreativ. Es gab ganz klassisch Clowns, aber auch Superhelden wie Batman & Co., fliegende Teppiche, Wikinger, Löwen, und auch viele andere Tiere wie Krokodile und Giraffen. Und natürlich nahmen wieder Gäste von außerhalb der Indestadt teil, etwa aus den Nachbarstädten Wattrelos sowie Reigate & Banstead, aus den Niederlanden. Auch etliche Pferde waren wieder Teil des Umzugs.

David Beckham war auch da

Die Besucher standen dem aber in fast nichts nach. Fußballer David Beckham (der eigentlich seinen ersten Einsatz in der obersten französischen Fußballliga haben sollte) ließ sich entlang der Strecke ebenso blicken wie wilde Affen, Ärzte und Teufel. Ja, der eine oder die andere hatte sogar das eigene Haustier verkleidet. Wenn schon jeck, dann auch richtig.

Der Einsatzstab zog am Montag um 17.30 Uhr ein erstes positives Fazit. 22 Einsätze mit dem Rettungswagen habe es gegeben, sagte Axel Johnen von der Eschweiler Feuerwehr. Im Vorjahr waren es 23. In den meisten Fällen hatten die Patienten zu tief ins Glas geschaut. Zudem sei die Tendenz zu Schlägerein abnehmend, wie Johnen erfreut feststellte. Die vielen Maßnahmen, die Feuerwehr, Polizei und Komitee ergreifen, scheinen immer besser zu greifen.

Für Wolfgang II. und Zeremonienmeister Frank endet die närrische Zeit heute. An diesen Narrenherrscher werden sich die Eschweiler aber sicher gerne erinnern. Der Prinz hielt Montagnachmittag noch ein Mal kurz inne und fand ein Wort für den stimmungsvollen Rosenmontagszug und seine Zeit als Prinz: „Wunderschön!“

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert