Eischwiele: Hier feiert „das beste Publikum der Welt“!

Von: J. Jemaat
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Macht als JTP-Moderator immer eine gute Figur: Sparkassenleiter Lothar Müller. Foto: B. Jabt

Eschweiler. Die Lebensfreude stand ihm ins Gesicht geschrieben. Und das nicht nur in Form von Lippenstiftabdrücken. Prinz Wolfgang II. strahlte übers ganze Gesicht, als er von der Sparkassenbühne an der Marienstraße aus auf die tausendköpfige Menge blickte, die ihm da zujubelte.

Für Tollität ein Vorgeschmack dessen, was ihn am Montag erwartet, wenn er hoch oben auf seinem Prunkwagen durch Eschweilers Straßen rollt. Am Donnerstag war er samt Zerm Frank Stargast unseres 14. Jecke-Tön-Festivals. Und zeigte mit musikalischer Unterstützung der Inde-Singers, dass auch er in Sachen Fastelovendsgesang bestens mithalten kann: Wolfgang und Frank boten eine mitreißende Live-Version ihres Sessions-Hits „Mir stonn op ons jecke, jecke Stadt“.

Begonnen hatte das „tollste Open-Air-Festival der Region“, so Sparkassen-Chef und Moderator Lothar Müller, um 11.30 Uhr – nach dem Freibier-Anschlag im Rathaus. Den „Eisbrecher“ machten diesmal „Puddelrüh“, die neben ihrem Hit „Schatzepaav“ und anderen Sahnestückchen auch ihr neues Stück „Kölsch schwaade“ im Gepäck hätte. Die Indestädter zeigten sich nach langer Tour durch die Session froh, wieder zu Hause zu sein. Denn: „Das Eschweiler Publikum ist das beste der Welt!“ Auf „Puddelrüh“, deren Bitte „Oh leever Jott, jevv os Wasser“! Petrus (noch) nicht erhörte, folgten die Inde-Singers.

Deren „Veteran“ Mathias Junk war es, der vor fast anderthalb Jahrzehnten die Idee zu einem Open-Air-Mundart-Festival hatte – eine Idee, die der musikalische Kopf der Truppe, Christian Leuchter, sofort aufgriff und mit der Sparkasse und unserer Zeitung zu der Spitzenveranstaltung entwickelte, die sie heute ist. „Was wir hier in Eschweiler haben, das ist einmalig, und das kann uns keiner nachmachen!“, strahlte Leuchter, ehe er und seine Mitstreiter dafür sorgten, dass das Publikum etwas tat, „was leider im Karneval immer mehr verloren geht“, so Leuchter: ausgiebig schunkeln.

Mitten im Potpourri kölscher Lieder, dargeboten von den Inde-Singers, eroberten Prinz und Zerm die Bühne. Wolfgang II nutzte die Gelegenheit, sich von ganzem Herzen bei all denen zu bedanken, die bislang zum Gelingen dieser Session beigetragen haben. Und Norbert Weiland, der als Präsident des Eschweiler Karnevalskomitees dem Festival mit seinen Komiteekollegen ebenfalls die Aufwartung machte, schloss sich an: „Eischwiele, ich ben stolz op Üch, dat Ihr all heh set!“ Während sich Prinz und Zerm über den erstmals von der Sparkasse herausgegebenen Orden freuten, den Gebietsdirektor Klaus Wohnaut ihnen überreichte, freute sich das Komitee über einen Umschlag, mit dessen Inhalt die Sparkasse die Brauchtumspflege fördert.

Dann gehörte die Bühne den „Kröetsch“, der Eschweiler Mundartformation, die seit über 30 Jahren nicht nur die Bühnen an der Inde zum Beben bringt, sondern sich längst auch in Köln und Düsseldorf einen guten Ruf erspielt hat. Auf sie folgten die „Fröngde“, ebenfalls von den Bühnen der Region nicht mehr wegzudenken. Dass sich Petrus bei ihrem Auftritt an die Bitte von „Puddelrüh“ („Jevv os Wasser!“) erinnerte und Schneeregen vom Himmel schickte, konnte weder Publikum noch Band die Feierfreude nehmen. Das Motto der „Fröngde“: „Komm, loss mer fiere, nit lamentiere!“

Einen rockigen Schlusspunkt unter mehr als drei Stunden „Jecke-Tön-Festival“ setzten die Jungs von „Stabelsjeck“, die ohne Zugaben nicht von der Bühne kamen. Ihr musikalischer Schluss-Akzent stammt ursprünglich von einer Düsseldorfer (!) Band, deren Name „Die Toten Hosen“ genau das Gegenteil von dem aussagt, was Fastelovend an der Inde ausmacht. Der Song passt dennoch: „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit, an Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit...“

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