Eschweiler - Eischwiele gibt Gas, aber ohne Glas!

Eischwiele gibt Gas, aber ohne Glas!

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Absolut tabu für Kinder und Jugendliche - auch wenn die häufig dazu übergehen, Papas Schnapsvorrat in unauffällige Plastikflaschen umzufüllen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Es ist eine Erfolgsstory, auf die die Verantwortlichen bei Stadt, Feuerwehr und Polizei durchaus stolz sein können.

Seit sie vor einigen Jahren mit vereinten Kräften darangegangen sind, jugendlichen - schlimmer noch: kindlichen - Schnapsleichen an Weiberfastnacht die Rote Karte zu zeigen, hat sich die Situation drastisch verbessert.

Um gute 80 Prozent, so resümiert Feuerwehrsprecher Paul Velten-Christopher, ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die oft schon am Morgen sturzbetrunken ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, seither zurückgegangen.

Mittels Informationen an Eltern und Geschäftsleute, Wirte und Karnevalsgesellschaften und den entsprechenden dringenden Appellen, die Jugendschutzbestimmunen einzuhalten, versuchen Bürgermeister Rudi Bertram und seine Mitarbeiter, die Zahl auf Null zu drücken. Ein Kampf gegen oft uneinsichtige Jugendliche und eine gewiefte Industrie, die in Zeiten um sich greifenden Glasverbots längst dazu übergegangen ist, gefährliche Alkopops in Kunststoffflaschen zu verkaufen.

„Wir versuchen, auch die aus dem Verkehr zu ziehen”, verspricht Franz-Josef Schroeder, der wie seine Kollegen vom Jugendamt und Ordnungsamt ein „Näschen” für derartige Getränke entwickelt hat. Wer Weiberfastnacht und Rosenmontag auf und um den Markt feiern will, der muss sich gefallen lassen, dass die Hüter öffentlicher Ordnung einen Blick in seine Taschen werfen. Jugendliche mit Alkohol - das gibt Ärger. Zumindest nämlich wird der „Stoff” konfisziert. „Besonders hochwertige Alkoholika nehmen wir mit ins Rathaus, die können sich die Sprösslinge in Begleitung ihrer Eltern später abholen. Oder wir kippen das Zeug einfach in den Gulli”, sagt Schroeder.

Für dennoch alkoholisierte Teens, die entweder per Rettungswagen ins Krankenhaus oder von der Mobilen Jugendarbeit nach Hause oder - bei Abwesenheit der Eltern - ins Haus St. Josef gebracht werden, heißt es: Samt Eltern antreten zum Nachgespräch mit dem Jugendamt. Und da wird dann unter anderem auch geklärt, ob die Eltern ihrer Aufsichtspflicht genüge getan haben. Dass solche Gespräche meist durchaus fruchten, kann Schroeder nur bestätigen.

Gefruchtet hat auch das Glasverbot auf dem Marktplatz. Die Teams in der Unfallhilfsstelle neben dem Einsatzleitcontainer der Einsatzkräfte auf dem Marktplatz selbst können das ebenso bestätigen wie die Mitarbeiter des St.-Antonius-Hospitals: Auf der früheren Glasscherbenwüste kam es häufiger zur Stürzen - und die hatten fast immer böse Schnittverletzungen zur Folge, die im Hospital genäht werden mussten. Das ist nun vorbei.

Komitee-Präsident Norbert Weiland setzt auch darauf, dass die organisierten Narren im Rosenmontagszug darauf achten, keine Alkoholikafläschchen an Minderjährige zu verschenken. Und sogar einzuschreiten, wenn sie am Zugweg Minderjährige Alkohol konsumieren sehen. „Außerdem kann jede weggeworfene Flasche zur bösen Stolperfalle erden oder ein Fahrzeug per Plattfuß lahmlegen”, hofft Weiland auf einen unfallfreien Rosenmontagszug. Mit von der Partie: rund 6000 Aktive, 138 Wagen, 57 Musikeinheiten, 145 Kostümgruppen - und neben Dutzenden von Mitarbeitern von Ordnungs- und Jugendamt, Sicherheitsdienst und Hilfsorganisationen an die 100 Polizeibeamte.

Das Desaster bei der Loveparade in Duisburg sorgte dafür, dass auch das Sicherheitskonzept für Deutschlands drittgrößten Rosenmontagszug, seit Jahren als vorbildlich geltend, noch einmal auf den Prüfstand von Polizei und Städteregion musste. „Bis auf Kleinigkeiten wie die Bemannung von Absperrungen ist alles bestens”, betont Rainer Neitzel vom Ordnungsamt.

Der Zugweg ist der selbe wie in den Vorjahren. Anwohner können sich schon jetzt auf das am Rosenmontag geltende Halteverbot einstellen. Wer´s vergisst, wird am Karnevalsssonntag per Zettel hinterm Scheibenwischer daran erinnert. Und notfalls am Rosenmontag abgeschleppt. Aber das traf in den vergangenen Jahren gerade mal je sechs oder sieben Fahrer und ihre Karossen.
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