Eischwiele: 150.000 fiere met de Kopp voll jecke Tön

Von: S. K. Paden Und K. P. Träjer
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Der Prinz kam ganz schön ins Schwitzen: Bei oft strahlendem Sonnenschein warf er reichlich Kamelle und Rosen. Foto: K. Melle
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Fantasievoll wie diese Gruppe zeigten sich einmal mehr die vielen Zugteilnehmer. Die Zuschauer hatten viel zu gucken. Foto: B. Geisternd
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Skelette müssen gar nicht gruselig sein, wie diese Dame eindrucksvoll beweist. Foto: A. Drett
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Eine Gruppe Minnie-Mäuse darf beim Rosenmontagszug natürlich nicht fehlen. Foto: G. Punktet
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Alaaaaaf: Diesen Damen flogen beim Umzug die Herzen der Zuschauer zu. Foto: G. Bützt
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Atomkraft, nein danke: Dieser Mann gab ein eindeutiges Statement. Foto: A. Tom
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Diese Vogelscheuchen haben die Wolken vertrieben. Foto: K. Riert
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Blumen gehen beim Rosenmontagszug immer. Foto: G. Pflanzt

Eischwiele. Der kleine Cowboy am Straßenrand ist lernfähig: „Alaaaaaf!“, schreit er aus voller Kehle und ebensolcher Überzeugung. Kurz zuvor hatte er noch ein kräftiges „Helau“ angestimmt. Gottseidank hatte das außer seiner Mutter kam jemand gehört. Die stammt aus Eschweiler, lebt aber seit Jahren am Niederrhein. „Da heißt es eben Helau“, sagt sie entschuldigend.

Karneval am Niederrhein? „Bei uns in Geldern dauert der Zug ganze zwölf Minuten. Da komme ich doch lieber wieder hierher!“

Die weiteste Anreise lohnt sich. Und so präsentierten sich die 6000 Jecken, die Prinz Ralf II. auf seinem Zug durch die Indestadt begleiteten, auch diesmal wieder einem internationalen Publikum. Gut 150.000 Besucher, so das Karnevals-Komitee, säumten die Straßen. Und erlebten einen fröhlichen, friedlichen, farbenprächtigen Umzug, wie er Eschweilers Markenzeichen ist.

Unsicherheiten ob eventuellen schlechten Wetters gab es in diesem Jahr nicht. Im Vorjahr hatte noch am frühen Morgen des Rosenmontags ein Krisenstab getagt und beraten, ob der Zug überhaupt stattfindet. Er ging, allerdings kamen deutlich weniger Zuschauer, als man das in Eschweiler gewohnt ist. Das sah nun wieder ganz anders aus.

Pünktlich geht es los

Der närrische Lindwurm setzte sich pünktlich um 12 Uhr an der Brücke zur Bergrather Straße in Bewegung. 23 Gesellschaften waren auch im Jahr 2017 dabei. Angeführt wurde der Zug von der Rote-Funken-Artillerie, den krönenden Abschluss bildete – wie das üblich ist – zunächst die Gesellschaft des amtierenden Prinzen, also die KG Lätitia Blaue Funken Weisweiler – und ganz zum Schluss die Gesellschaft des Prinzen aus dem Vorjahr.

2016 hatte die KG Onjekauchde Röhe den Narrenherrscher der Indestadt gestellt. Der Zug schlängelte sich von der Inde-straße aus über die Dürener Straße, durch die Fußgängerzone bis hin zur August-Thyssen-Straße, wo die vielen Zugteilnehmer dann fertig waren.

Prinz Ralf II. kam im Sonnenschein ganz schön ins Schwitzen und warf Tausende Rosen und tonnenweise Kamelle. Auch die übrigen Zugteilnehmer ließen sich nicht lumpen und feuerten aus allen Rohren.

Vespa-Ladys & Co.

Die Zugteilnehmer zeigten (natürlich) einmal ihre Kreativität. Da gab es Skelette der etwas anderen Art, niedliche Minnie-Mäuse, Vespa-Ladys gaben auf ihren rosafarbenen Gefährten mächtig Gas und Vogelscheuchen vertrieben immer wieder die Wolken am Himmel. Es ist jedes Jahr aufs Neue schön, die vielen bunten Kostüme der Jecken zu sehen. gut, dass wir keine Preise für die schönsten Kostüme vergeben müssen. Die Wahl fiele sehr schwer. Auch die Zuschauer am Straßenrand hatten alles aufgefahren, was das Kostümherz begehrt.

Ebenfalls auffällig: Es gab etliche neue Wagen im Rosenmontagszug. Ein Dank muss an dieser Stelle wie jedes Jahr an die Wagenengel gehen, die dafür sorgen, dass keine Zuschauer zu Schaden kommen. Die Zugteilnehmer – auch das hat in der Indestadt Tradition – sind nicht nur aus Eschweiler. Aus den Niederlanden und England kommen sie ebenso wie aus Nachbarstädten und vielen anderen Regionen Deutschlands. Der Eschweiler Rosenmontagszug hat Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus. Zu Recht.

Das Müllproblem

Gleich nach dem Ende des Rosenmontagszugs machten sich die Reinigungstrupps an die Arbeit. Und – auch das ist leider Tradition – die fleißigen Helfer haben alle Hände voll zu tun. Zwar ist das „Müllproblem“ in den vergangenen Jahren kleiner geworden, dennoch muss jede Menge Unrat entsorgt werden. Auch die vermehrt aufgestellten großen Müllcontainer erzielen da noch nicht das gewünschte Ergebnis.

Auch wenn Komiteepräsident Norbert Weiland wie jedes Jahr an seine Jecken appelliert hatte. „Vergesst bitte nie: Nicht alle Bürgerinnen und Bürger sind Freunde unseres heimatlichen Brauchtums. Viele haben kein Verständnis dafür, dass die Stadt Eschweiler die immens hohen Reinigungskosten für uns übernimmt und somit den Fortbestand des Rosenmontagszuges sicherstellt.“ Die Kosten seien für das Karnevalskomitee auf gar keinen Fall zu stemmen. Sagen wir es mal so: In Sachen Müllentsorgung ist noch Luft nach oben. Das gilt übrigens auch für die Zuschauer.

„De Kopp voll jecke Tön“

Nach dem Ende des Zugs feierten viele Karnevalisten bis in die späten Abendstunden weiter. Die meisten friedlich, einige wenige leider nicht.

Das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler hatte den Rosenmontagszug unter das Motto „Eischwiele – De Kopp voll jecke Tön“ gestellt. Dem können wir uns voll und ganz anschließen. Und die Gäste vom Niederrhein mit Sicherheit auch.

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