Einwohnerzahl stabil: Familien fühlen sich in Eschweiler wohl

Von: Andreas Gabbert
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Eschweiler. In der Indestadt sterben mehr Menschen, als Säuglinge geboren werden. Doch obwohl die Differenz bei rund 200 Personen pro Jahr liegt, schrumpft die Bevölkerung nicht in dem selben Maß.

Im Gegenteil, die Einwohnerzahl liegt ziemlich konstant bei rund 55.500. Über einen längeren Zeitraum gesehen, ist die Zahl der Bevölkerung sogar gewachsen. Während im Jahr 1980 noch 53.475 Menschen in Eschweiler lebten, waren es im Jahr 2010 exakt 55.505. Das liegt daran, dass es mehr Leute hinzu- als fortziehen. In Eschweiler zu wohnen, scheint attraktiv zu sein.

Die an Stammtischen immer wieder gerne hochgehaltene Rivalität zwischen Eschweiler und Stolberg lässt sich anhand von Zahlen nicht belegen. Enge Verbindungen zu der Kupferstadt aber sehr wohl. Denn im Jahr 2009 kamen die meisten Zuwanderer aus Stolberg (353), gefolgt von Aachen (296) und Alsdorf (162). Gleichzeitig sind dies auch die Orte, die von Eschweiler Bürgern bei einem Wohungswechsel bevorzugt werden. 324 Personen zog es im Jahr 2009 nach Stolberg, 270 nach Aachen und 112 nach Alsdorf. Das geht aus dem Kommunalprofil der Stadt Eschweiler des Statistischen Landesamtes hervor.

Setzt man diese Zahlungen in Beziehung zueinander, wird deutlich, woher die größten Zuwächse kommen. Die größte Differenz ergibt sich zwischen Eschweiler und Alsdorf mit 50 Personen zugunsten Eschweilers. 32 Personen sind es im Fall der Stadt Würselen, 29 im Fall der Stadt Stolberg. Auf der anderen Seite gibt es die größte Differenz zwischen Eschweiler und Aldenhoven. In diesem Fall verzeichnet Aldenhoven einen Zuwachs von 27 Personen zum Nachteil Eschweilers. Auf dem zweiten Platz liegt Düren mit 16 Personen, gefolgt von Baesweiler mit 14 Personen.

Betrachtet man die Altersstruktur, ist zu erkennen, dass mehr unter 18-Jährige her- als fortziehen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den 30- bis 50-Jährigen und etwas schwächer auch bei den 25- bis 30 Jährigen. Wahrscheinlich handelt es sich also um Familien mit Kindern, die gerne in der Indestadt leben wollen. Auch bei Senioren ist Eschweiler beliebt, wenn auch nicht ganz so stark wie bei den Familien.

Bürgermeister Rudi Bertram führt dies auf „ein flächendeckendes Angebot an Schulen und Kindergärten” zurück, aber auch Kultur- und Freizeitangebote der Stadt und nicht zuletzt Arbeitsplätze würden Eschweiler für Familien attraktiv machen. „Es zieht nur jemand her, wenn er hier auch einen Arbeitsplatz findet und eine adäquate Wohnqualität vorfindet”, meint Bertram. Durch den Ausbau des Industrie- und Gewerbeparks hätten sich viele neue Firmen angesiedelt und weitere Arbeitsplätze geschaffen.

Nur eine Altersgruppe zieht es fort: die 18- bis 25-Jährigen. Dabei dürfte es sich wohl um Studenten oder Auszubildende handeln, die in eine andere Stadt umziehen müssen. Auffällig sei aber, dass viele später wieder zurückkommen würden, sagt Bertram.

In Zukunft gelte es nun, die vorhandenen Angebote weiter auszubauen. Wichtig sei dabei, die Stadt für Senioren barrierefrei zu gestalten und bezahlbaren Wohnraum für Jüngere bereitzustellen, so der Bürgermeister.
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