Eintrittsgeld für See-Bad könnte Natur gefährden

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Im Sommer sehr gut besucht: da
Im Sommer sehr gut besucht: das Strandbad am Blausteinsee. Die Grünen befürchten, dass die Erhebung eines Eintrittsgeldes in der maximalen Höhe des Eintrittspreises fürs nahe Freibad zahlreiche Besucher in die illegalität naturgeschützter Gebiete treiben und dort die Probleme mit Müll und dem Schutz von Fauna und Flora verschärfen würde. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Mit dem kostenlosen Badespaß am Blausteinsee ist es möglicherweise bald vorbei. Denn die luxemburgische Fondsgesellschaft, die am See eine große Hotel- und Appartementanlage errichten möchte, will neben anderen weiträumigen Flächen rund um das Seezentrum auch den jetzt noch frei zugänglichen öffentlichen Badestrand kaufen.

Darauf weisen jetzt Eschweilers Grüne hin. Den für die Eschweiler Bürger reizvollsten Uferabschnitt könnten die Investoren dann in ein bewirtschaftetes Strandbad umwandeln, wo die Seebesucher Eintritt zahlen müssten - sehr zum Leidwesen der Eschweiler Grünen, die diese Variante auch mit Blick auf den Naturschutz im Gegensatz zur Ratsmehrheit ablehnen.

Bürgermeister Rudi Bertram hatte vor einigen Tagen öffentlich und wörtlich erklärt, dass „der See weiterhin für jeden zugänglich ist”.

Die Grünen ergänzen diese Aussage nun insofern, dass „zugänglich” bezogen auf den Badestrand nicht unbedingt „kostenlos zugänglich” bedeuten müsse. Jedenfalls sei nach aktuellem Sachstand ausdrücklich auch die Möglichkeit zur Einführung eines bewirtschafteten, sprich kostenpflichtigen Badebetriebs vorgesehen.

Auf Eintrittsgeld verzichten

Dies deckt sich nach Auffassung der Grünen nicht so ganz mit den politischen Beteuerungen, wonach der Blausteinsee trotz der privatwirtschaftlichen Resort-Pläne in erster Linie ein See für die Eschweiler Bürgerinnen und Bürger bleiben solle.

Grünen-Fraktionssprecher Franz-Dieter Pieta hofft nun, dass die potenziellen Investoren in weiteren Gesprächen dazu bewegt werden können, von sich aus dauerhaft auf die Einführung von Eintrittsgeldern zu verzichten.

„Unsere große Sorge lautet, dass sich viele Seebesucher kurzerhand andere Badeplätze suchen werden, wenn sie für den Zugang zum eigentlichen Strandbad plötzlich zahlen müssen”, so Pieta, „es ist zu befürchten, dass die Leute vermehrt in die naturgeschützten Uferbereiche oder zu Stellen ausweichen, wo das Baden nicht sicher ist.”

Schon jetzt sei es schwer genug, den Naturschutz am See zu gewährleisten. „Wenn am einzigen erlaubten Badeplatz gezahlt werden muss, würde sich die Probleme in Sachen Müll und Schmutz für Flora und Fauna in den anderen Uferzonen sicherlich weiter verschärfen. Dies kann weder im Interesse der Stadt noch der potenziellen Resortbetreiber liegen”, betont Pieta.
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