Einsparungen: Emotionales Treffen in St. Michael

Von: tob
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Die Kirchen St. Michael (im Bild) und Herz-Jesu sowie das Pfarrheim in Röhe werden künftig nicht mehr vom Bistum bezuschusst. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Die Auswirkungen des Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM) sorgen weiter für Unmut bei vielen Gläubigen. Alle Gemeinschaften der Gemeinden müssen rund 30 Prozent einsparen. In Stadtmitte bedeutet das, dass die Kirchen St. Michael und Herz-Jesu sowie das Pfarrheim in Röhe künftig nicht mehr vom Bistum bezuschusst werden.

Im Pfarr- und Gemeindezentrum St. Michael gab es eine Aussprache, bei der es teils recht emotional zuging. Zu dem Treffen hatten Annegret Hennings, Hans Coenen und Helmut Billig eingeladen.

Gleich zu Beginn wurden noch einmal die nackten Zahlen auf den Tisch gelegt. Rund 40.000 Euro betragen die laufenden Kosten des Gebäudes, der Investitionsstau für Dach- und Betonsanierung liegt bei 120.000 Euro. Summen, die die Pfarre aus eigenen Mitteln nicht stemmen kann.

Vor der Aussprache hatte es eine Messe in St. Michael gegeben. Eine, die recht gut besucht war. Hans Coenen sagte dazu: „Wenn die Kirche bei den Gottesdiensten immer so voll wäre wie heute, dann stünden wir vielleicht anders da.“ Diakon Bernhard Habermeyer belegte den Rückgang der Besucherzahlen. So habe es im Jahr 2000 noch 1845 Gottesdienstbesucher gegeben, 2012 nur noch 782.

Einen Grund für den Rückgang der Besucherzahlen sehen die Gemeindemitglieder in der neuen Gottesdienstordnung, die der Gemeinde „den Todesstoß versetzt“ habe. Damals entfielen die Gottesdienste am Wochenende in Herz-Jesu und St. Michael, dafür gibt es einen am Samstagabend im Krankenhaus. Das Klima dort sei jedoch schlecht, vor allem bei vielen Besuchern.

„Ohne Sonntagsgottesdienste kann sich kein Gemeindeleben entwickeln“, waren sich die Besucher der Versammlung einig. Es gab weitere Kritikpunkte. So seien die Mitglieder der Pfarre St. Michael nicht in den Verlauf und die Entscheidungen im Rahmen des KIM-Prozesses eingebunden gewesen, sondern man habe sie vor vollendete Tatsachen gestellt.

Über die Zukunft wurde auch noch diskutiert. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass Lösungen, die Kirche vielleicht doch noch zu erhalten, schwierig werden. Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen Träger, der die Kirche vielleicht ab und an zur Verfügung stellt.

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