Eschweiler - Einsatz für mehr Baudenkmäler in Eschweiler

Einsatz für mehr Baudenkmäler in Eschweiler

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Ebenfalls in der Liste der 195 Baudenkmäler: Der Broicher Hof in Dürwiß. Der Hof ist ein ehemaliger Rittersitz in Dürwiß, der jahrhundertelang im Besitz der Familie von Broich war. 1434 wurde die Familie erstmals als Besitzer des Hofes erwähnt. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Die Kirche St. Peter und Paul steht in der Liste der denkmalgeschützten Gebäude der Indestadt. Das ist nicht weiter verwunderlich. Allerdings ist dieses Wahrzeichen Eschweilers das bis dato letzte Gebäude, das in diese Liste aufgenommen wurde – im Jahr 2011 war das. 195 Baudenkmäler gibt es hier derzeit. Der Arbeitskreis 6 „Baudenkmäler“ des Eschweiler Geschichtsvereins hat mit Franz-Josef Surges einen neuen Leiter und will die Aufnahme weiterer Gebäude vorantreiben.

Im Jahr 1980 war Nordrhein-Westfalen das letzte Bundesland, das ein Denkmalschutzgesetz erließ, 1982 wurde in der Indestadt begonnen, Gebäude in die Liste aufzunehmen. Mit dem Haus Kambach wurde 1982 der Anfang gemacht und inzwischen zählt die Liste 195 Denkmäler. Franz-Josef Surges bedauert, dass das Gesetz in NRW so spät erlassen wurde. „Die Indestraße wäre so wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn es das Gesetz schon gegeben hätte“, sagt er und grinst. So ging es in Sachen Denkmalschutz erst in den 80er Jahren richtig rund, in den 90er Jahren kamen weitere Denkmäler hinzu, das letzte stammt eben aus dem Jahr 2011.

Von Herz Jesu bis F.A. Neuman

195 scheint für eine Stadt wie Eschweiler eine hohe Zahl, es gibt aber noch viele weitere Ideen seitens des Arbeitskreises. „Eschweiler ist ein Traum für jeden Denkmalinteressierten. Hier gibt es viel zu sehen“, sagt Surges, der selbst in einem denkmalgeschützten Objekt zu Hause ist.

So diskutiert der Arbeitskreis unter dem Motto „Zukunft für unsere Vergangenheit“ unter anderem über den Bergbau im Propsteier Wald, die entwidmeten Kirchen St. Michael und Herz Jesu, Industriebauten wie F.A. Neuman, die Hovermühle, die Stahlbrückenkonstruktion an der Inde, das Umspannwerk Aue und Grabplatten auf dem Friedhof Röhe.

Auch das Kraftwerk Weisweiler müsse man jetzt schon im Blick haben, schließlich sei die Schließung absehbar. Gerade die Industrie habe Eschweiler immer sehr geprägt und es wäre daher sehr wünschenswert, Teile davon unter Denkmalschutz zu stellen, sagt der Arbeitskreisleiter.

Bis ein Gebäude oder Teile davon unter Denkmalschutz stehen, können oft Jahre vergehen, weiß Surges. Der Arbeitskreis kann lediglich Hinweise geben, Anträge können nur die Untere Denkmalbehörde (UDB) und die jeweiligen Eigentümer stellen. Ist das geschehen, erstellt die UDB ein Gutachten. Im Anschluss erstellt das Denkmalpflegeamt des Landschaftsverbandes ebenfalls ein Gutachten. Natürlich wird der Eigentümer danach informiert, erfolgt keine Einlassung seinerseits, kann Grünes Licht gegeben werden.

Grünes Licht würde Franz-Josef Surges zu gerne auch für ein Bauwerk ganz in der Nähe des Tunnels Stich bekommen. An der Ecke Röthgener Straße/Eisenbahnstraße befindet sich ein Taxiunternehmen. Was viele Bürger oft übersehen: In den 50er Jahren war das unverkennbar eine Tankstelle. Auch an der Dürener Straße (gegenüber des Friedhofs) gibt es Überbleibsel einer solchen Tankstelle.

Diese einstigen Tankstellen verkörpern laut Surges nicht zwingend das, was die meisten Bürger unter „schön“ verstehen, allerdings stünden sie für das Lebensgefühl der damaligen Zeit. „Wir wollen ein Gefühl für Heimat vermitteln und so auch die Lebensqualität verbessern“, sagt Surges. Zudem wolle man zum Nachdenken anregen.

Es gibt ein weiteres Projekt, das der Arbeitskreis prüft: An den Baudenkmälern könnten QR-Codes angebracht werden, so dass sich jeder Interessierte Informationen online abrufen kann. Unter dem Motto „Zukunft für unsere Vergangenheit“ gibt es für den AK noch jede Menge zu tun.

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