Eschweiler - Einkaufen in Frankreich: Im Netz bestellen, mit dem Auto holen

Einkaufen in Frankreich: Im Netz bestellen, mit dem Auto holen

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Gruppenbild im Rathaus von Albert: Schüler des Eschweiler Berufskollegs besuchten jetzt die Partnerschule in Frankreich. Natürlich zählte auch Paris zu den Ausflugszielen.

Eschweiler. Gibt es eigentlich Unterschiede bei der Ausbildung im Einzelhandel zwischen Deutschland und Frankreich? Sind die französischen Supermärkte wirklich anders als die deutschen? Auf diese und andere Fragen versuchten 17 Auszubildende des Einzelhandels vom Berufskolleg Eschweiler während eines dreitägigen Frankreich-Aufenthaltes genauere Antworten zu erhalten.

Begleitet wurden sie von ihrem Fachlehrer Josef Peters, der auch Koordinator für den Einzelhandel ist, und dessen Kollegin Evi Spennes, die als Koordinatorin für internationale Schulkontakte die sprachliche Verständigung unterstützte.

Umfangreiches Programm

Bereits seit 20 Jahren besteht die Schulpartnerschaft zwischen dem Berufskolleg Eschweiler und dem Lycée Lamarck in Albert in der Picardie. Während vor zwei Jahren die französischen Kollegen mit ihren Auszubildenden in Eschweiler zu Besuch waren, erfolgte nun der Gegenbesuch. Die französischen Kolleginnen Isabelle Weiss-Janssens und Salwa Barjoud hatten für die deutsche Gruppe ein umfangreiches Programm vorbereitet. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine stellten die französischen Schüler unter Anleitung ihrer Deutschlehrerin Anne Cazzulino den deutschen Gästen ihre Schule vor.

Im Anschluss daran traf sich die deutsche Gruppe, die sich aus Teilnehmern dreier Klassen des Einzelhandels (Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel) zusammensetzte, mit den französischen Auszubildenden zur Präsentation ihrer Ausbildungsbetriebe. Die Präsentationen, teilweise in englischer Sprache, sowie zwei kurze Informationsfilme in französischer Sprache über das Berufskolleg Eschweiler, hatten die Auszubildenden und eine Klasse der Höheren Handelsschule bereits in Eschweiler vorbereitet. Während die Ausbildung in Deutschland im dualen System im Betrieb und in der Berufsschule erfolgt, ist die Ausbildung im Lycée Lamarck eine rein schulische, die durch Praktika im Einzelhandel ergänzt wird. Dass die deutschen Schüler eine Ausbildungsvergütung erhalten, war für die Gastgeber überraschend. Der erste Tag wurde offiziell mit einem Empfang im Rathaus der Stadt Albert abgeschlossen, wo die 20-jährige Schulpartnerschaft mit einem kleinen Umtrunk und dem Austausch von Gastgeschenken gebührend gefeiert wurde.

Der Folgetag stand im Zeichen einer gemeinsamen Fahrt der deutschen und französischen Schüler nach Paris. Dort hatten sie zunächst Gelegenheit zum Besuch der Galeries Lafayette, deren Preise zu Spekulationen über hohe Gehälter bei den französischen Arbeitnehmern führten. Vervollständigt wurde der Tag mit einem Spaziergang entlang der Pariser Prachtboulevards zum Louvre. Dort war der Gruppe sogar die Möglichkeit gegeben, die Mona Lisa und weitere bekannte Gemälde aus der Nähe zu sehen. Natürlich durfte auch das obligatorische Foto vom Eiffelturm nicht fehlen. Der ereignisreiche zweite Tag endete mit einem abendlichen Ausflug ins benachbarte Amiens, wo alle die beleuchtete Kathedrale bestaunten und im Altstadtviertel Saint-Leu den Abend ausklingen lassen konnten.

Am dritten Tag konnten die Schüler einen „Hyper-Marché“ in Albert besuchen, der mit einer Verkaufsfläche von 13.000 Quadratmetern zu den kleineren Märkten seiner Art in Frankreich zählte – für deutsche Verhältnisse aber sehr groß war. Auf besonderes Interesse stieß dabei das in Frankreich vor zehn Jahren eingeführte „Drive“-System: Die Kunden bestellen die gewünschten Produkte im Internet und können ihre Bestellung dann nach Absprache im Supermarkt abholen, wo die fertig zusammengestellten Waren direkt ins Auto eingeladen werden. Dieser Service ist in Frankreich in den meisten Märkten üblich, weil dadurch neue Käuferschichten erschlossen wurden, die sich nicht die Zeit für ausführliche Einkäufe im Supermarkt nehmen können oder wollen. Überzeugend im Innern des Supermarkts war vor allem das große Angebot an frischen Lebensmitteln. Natürlich wurden auch nach einem kurzen Einkauf die Selbstbedienungskassen mit Scanner ausprobiert, um den Warteschlangen an den anderen Kassen zu entgehen.

Blick über die Grenzen

Die Eschweiler Auszubildenden zeigten sich sehr zufrieden mit ihren Erfahrungen im benachbarten Gastland. Der Blick über die Grenzen machte ihnen aber auch klar, dass wir hier in Deutschland bei relativ moderaten Preisen einen hohen Lebensstandard haben, der nicht unbedingt selbstverständlich ist. „Diese Erfahrungen sind es, die wir nur bekommen, wenn wir uns gegenseitig besuchen – von Mensch zu Mensch. Dann ist das Ausland ganz nah und vertraut“, bewertet Thomas Gurdon, der Schulleiter des Berufskollegs Eschweiler, die Reise seiner Schüler, die auch in den nächsten Jahren wiederholt wird.

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