Einhard-Denkmal: Umzug zum Markt?

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
11155117.jpg
Ein Treffen am Einhard-Denkmal, auf den Tag genau 25 Jahre nach der Einweihung: Simon Küpper, Berna Sperlich und Leo Braun (von links) am Gedenkstein für den Gelehrten, der erstmals den Ort Eschweiler erwähnt hat. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Vor 25 Jahren wurde das Einhard-Denkmal an die Eschweiler Bürger übergeben. Es erinnert an den Gelehrten, der vor bald 1200 Jahren den Ort Eschweiler erstmals erwähnt hat. Zweimal musste es umziehen, es steht nun im Stadtgarten. Jetzt bringt anlässlich des Jubiläums der Ehrenvorsitzende des Eschweiler Geschichtsvereins, Simon Küpper, einen neuen Standort ins Gespräch: den Marktplatz.

Durch die Initiative des ehemaligen Stadtdirektors Bernhard Sperlich und durch Spenden wurde vor einem Vierteljahrhundert das Einhard-Denkmal möglich gemacht. Bei der Einweihung am 30. Oktober 1990 erinnerte sich der damalige Bürgermeister Günter Wagner: „Ich werde nie vergessen, wie Bernhard Sperlich bei der Feier seines 80. Geburtstags zu vorgerückter Stunde im Alten Rathaus auf einen Stuhl stieg und spontan verkündete, er wolle Spenden für ein Einhard-Denkmal sammeln.“

Das tat Sperlich mit großem Eifer, gemeinsam mit einem „Freundeskreis zur Errichtung des Einhard-Denkmals in Eschweiler“. Mehrere 10.000 Mark kamen zusammen, vor allem durch Spenden Eschweiler Firmen und Geldinstitute. Das Denkmal wurde von der Eschweiler Bildhauerin Maria Schaen aus belgischem Marmor gefertigt. Das Relief auf diesem Stein ist einer französischen Miniatur aus dem 9. Jahrhundert nachempfunden, das den Berater und Freund Karls des Großen darstellt.

Einhard, geboren um das Jahr 770 im Maingau, gestorben am 14. März 840 im Kloster Obermulinheim, dem heutigen Seligenstadt, war Berater des Kaisers Karl der Große, er schrieb unter anderem dessen Biografie, die „Vita Karoli Magni“, und leitete den Bau bedeutender Bauwerke wie etwa der Aachener Pfalzkapelle. In einer seiner Schriften, einer Sammlung von 67 Erzählungen über Wunderheilungen, schildert er die Heilung eines herzkranken Mannes aus Eschweiler: „Ascvilare heißt ein Königsgut, vier Meilen von der Aachener Pfalz entfernt...“ Dieses Ascvilare ist identisch mit dem heutigen Eschweiler, und Einhards Schrift von 828 ist damit die erste Erwähnung des Ortes, vor jetzt 1187 Jahren.

Erster Standort des Denkmals war die Ecke Marienstraße/Parkplatz Kaiserstraße. Bei der Umgestaltung dieses Areals wurde der Stein versetzt, er kam in die Nähe des Carbyn-Denkmals am Talbahnhof. Seit einigen Jahren steht er im Stadtgarten, in der Nähe des C&A-Kaufhauses. Damit nicht Hunde ihre Beine an dem Gedenkstein heben, wurde das Denkmal ringsum mit stacheligen Berberitzen bepflanzt, berichtete am Donnerstag Leo Braun vom Eschweiler Geschichtsverein. Braun pflegt diese kleine Grünanlage regelmäßig.

Auch in Aachen gab es vor 25 Jahren die Bestrebung, mit einem Denkmal an Einhard zu erinnern. Eschweiler war damals schneller, und bis heute ist aus den Aachener Plänen nichts geworden. Es gibt nur zwei Denkmäler, die an den frommen Gelehrten erinnern – das in Eschweiler und ein zweites in Seligenstadt.

Freitag, am 25. Jahrestag der Einweihung, trafen sich im Stadtgarten drei Eschweiler Persönlichkeiten, die mit der Geschichte des Einhard-Denkmals eng verbunden sind. Neben Leo Braun waren es Berna Sperlich, Witwe des Denkmal-Initiators Bernhard Sperlich, und Simon Küpper, damals Vorsitzender und heute Ehrenvorsitzender des Geschichtsvereins.

Dass dieses Denkmal etwas abseits steht und dadurch nur wenigen Eschweiler Bürgern bekannt ist, finden alle drei bedauerlich. „Es gibt ja nicht einmal ein Schild, das auf den Eingang des Stadtgartens hinweist“, monierte Berna Sperlich. Der Stadtgarten zwischen Kaiserstraße und Marienstraße war früher größer. Durch den Bau des Kaufhauses C&A, des Parkhauses und der Eckbebauung Kaiserstraße/Moltkestraße ist die Fläche erheblich geschrumpft.

Simon Küpper äußerte die Idee, einen neuen Platz für das Denkmal vorzuschlagen. Seine Vorstellung: Das Denkmal sollte dort stehen, wo das einstige Ascvilare, das Königsgut aus der Zeit Karls des Großen, tatsächlich gelegen hat, nämlich am Markt. Der Marktplatz wird gerade jetzt umgebaut. Eine gute Möglichkeit, so Küpper, das Denkmal noch einmal zu versetzen. Damit mehr Bürger als bisher wissen, wer das eigentlich war, dieser Einhard, und warum er für die Indestadt so wichtig ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert