Eschweiler - Eine Zeitreise mit einem Bronzemodell

Eine Zeitreise mit einem Bronzemodell

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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So detailliert wie das Modell des Aachener Doms wird die Kirche St. Peter und Paul wohl nicht zu sehen sein. Wie groß und genau das Modell der Eschweiler Innenstadt aus den 50er Jahren wird, hängt davon ab, wie viel Geld zusammenkommt. Foto: Stock/Imagebroker

Eschweiler. Die Mitglieder des Eschweiler Geschichtsvereins (EGV) erleben diese Situation immer wieder. Sie führen Menschen durch die Innenstadt und sagen Sätze wie: „Hier war damals die Bachstraße.“ Ältere Indestädter erinnern sich, oftmals ernten die Geschichtsvereinsvertreter jedoch fragende Blicke, verbunden mit dem Wunsch, die alte Ansicht der Innenstadt zu zeigen.

Das soll nun in einem ambitionierten Projekt geschehen. Der EGV plant in Abstimmung mit der Stadtverwaltung die Aufstellung eines Bronzemodells der Eschweiler Innenstadt. Und zwar der Innenstadt, wie es sie nicht mehr gibt – aus den 50er Jahren.

Initialzündung zu diesem Projekt war in der Tat eine von Armin Gille geleitete Stadtführung mit jüngeren und zugezogenen Indestädtern. Trotz der exakten Beschreibung fehlte den Teilnehmern eine genaue Vorstellung, wo Mühlen-, Bach- und Judenstraße verliefen, wie sich die Inde einst durch die City schlängelte. Im EGV-Vorstand wurde anschließend über die Vermittlung der alten Struktur der nördlichen Innenstadt diskutiert. „Plakatwand oder Bronzemodell?“, lautete die Frage.

Die Wahl fiel auf Letzteres. Franz-Josef Surges, seit rund einem Jahr Leiter des EGV-Arbeitskreises Baudenkmale, erklärt, anhand welcher Kriterien entschieden wurde: „Nicht nur Nostalgiker sollten einen Ausflug in längst vergangene Zeiten machen können. Auch für diejenigen, die die Stadt in dieser Form nie kennengelernt haben, sollte das Modell ein ‚Denk-mal‘ im Wortsinn sein.

Der Wandel der Zeit und damit die gesellschaftlichen Anforderungen an eine Stadtplanung sollten begreifbar werden. Aber es sollte auch eine Mahnung an Planer und Politiker sein, mit gewachsenen Strukturen sorgsam umzugehen.“

In der vorigen Woche fiel schließlich die Entscheidung, ein Bronzemodell mit erklärenden Hinweisen in Blindenschrift aufzustellen. Zudem soll die Möglichkeit der Nachrüstung mit einem vergleichenden Stadtplan bestehen. Die Stadt unterstützt das Projekt.

So wird das Bauordnungsamt die für die Umsetzung notwendigen Pläne zur Verfügung stellen. Eine weitere Grundlage bilden Fotos des Geschichtsvereins. Auch finanziell greift die Stadt unter die Arme. Stimmt der Lenkungsausschuss für die Vergabe von Mitteln aus der Städtebauförderung zu – und daran besteht laut EGV kaum ein Zweifel – wird für jeden gesammelten Euro Spende ein gleich hoher Zuschuss von der Stadt gewährt.

Und beim Thema Spenden kommen auch die Bürger ins Spiel. Der EGV hofft, dass sich Firmen, Vereine, Privatpersonen, Banken etc. beteiligen (siehe Infobox). Natürlich trägt der EGV auch finanziell zu diesem Projekt bei.

Wie viel das Modell kosten wird, kann also noch gar nicht gesagt werden. Man müsse jedoch mindestens 15.000 Euro anlegen, „um etwas Vernünftiges“ auf die Beine zu stellen, erklärt Kurt Manthey, Vorsitzender des EGV. Die Größe der dargestellten Fläche sowie die Detailgenauigkeit wird von der Höhe der Spendensumme abhängen. Das Bronzemodell soll in Marktnähe aufgestellt werden.

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