Eine gelungene Sache: Eschweilers „neuer“ Weihnachtsmarkt

Von: Rudolf Müller
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„Made with Love“ – mit Liebe gefertigt – ist das Motto, unter dem Heike Linzenich (links) mit einigem Erfolg ihre Dekoartikel feilbietet. Foto: Rudolf Müller
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Ein „Renner“ ist auch der Eierpunsch, den es wenige Hütten weiter gibt. Foto: Rudolf Müller
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„Ich kann diesen Weihnachtsmarkt nur als positiv bewerten.“ Othmar Krauthausen hat fünf Jahre Hütten-Erfahrung am Markt.

Eschweiler. Zugegeben: Das Wetter ist nicht gerade dazu angetan, kauf-, plausch- und verzehrfreudige Indestädter in hellen Scharen auf den Marktplatz zu locken. Die Temperaturen kratzen deutlich an der 10-Grad-Grenze – eigentlich zu warm für Glühwein & Co. Und der Nieselregen lädt eher zu einem Abend auf der heimischen Couch ein als zu einem Bummel über Eschweilers Weihnachtsmarkt.

Aber es sind nicht nur die unbeeinflussbaren äußeren Umstände, die dem ersten „offiziellen“ Eschweiler Weihnachtsmarkt seit Jahren schaden. Dass von acht Verkaufsständen vier in der Woche geschlossen bleiben, stößt Marktbesuchern wie Händlern sauer auf. Mag sein, dass sich die Öffnung an Werktagen nicht rechnet – aber dann lasse ich‘s doch lieber ganz und schade durch das ungastliche Bild verrammelter Buden nicht auch noch denjenigen Händlern, die hier bei der Stange bleiben, hört man im Gespräch mit Marktbeschickern. Auch der Umstand, dass das große Zelt nur an den Wochenenden geöffnet ist, stößt bei vielen Marktbesuchern auf Unverständnis.

Dennoch: „Im Großen und Ganzen muss ich sagen, das es gut gelaufen ist“, resümiert Othmar Krauthausen, der seit fünf Jahren bereits mit edlen Tropfen im bisherigen Weihnachtsdörfchen vor dem Wein-Bistro Sylvino vertreten ist und nun auf den Marktplatz umgezogen ist. „Am Wochenende war der Marktplatz schwarz vor Menschen – das war sehr, sehr schön. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Jahr fortsetzt. Insgesamt kann ich diesen Weihnachtsmarkt – trotz der geschlossenen Buden – nur als sehr positiv bewerten.“

Eierpunsch: „Spitze“

Das sieht auch Heike Linzenich ähnlich. Die gelernte Industriekauffrau aus Mausbach hat ihr Herz an kreative Deko-Ideen verloren. Dass ihr Stand „Made with Love“ heißt, kommt nicht von ungefähr. Fantasievoll Gebasteltes und Floristik haben es ihr angetan. Und „sehr viel positives Feedback“ bestärken sie in ihrer Absicht, sich auch außerhalb des Weihnachtsmarkt mit einem entsprechenden Geschäft selbstständig zu machen.

Ob sich der Weihnachtsmarktstand unterm Strich rechnet? „Keine Ahnung. Die Resonanz am Wochenende war Spitze – seit Montag dagegen sind die Besucherzahlen drastisch eingebrochen. Die Leute sind richtig deprimiert.“ Ob sie im nächsten Jahr wieder mitmachen würde? „Jein.“

Bestnoten gibt es von Gabi Stolz. Die junge Frau und ihr Ehemann sind aus Düren an die Inde gereist und am Stand von Sylvia Götting „hängengeblieben“. Deren Eierpunsch hat es den beiden angetan: „Wir sind schon fast überall gewesen – nirgendwo war der Eierpunsch so gut wie hier!“

Einig sind sich die beiden mit Sylvia Götting und weiteren Besuchern, die mit Einbruch der Dunkelheit auf den lichtergeschmückten Markt kommen, auch darin, dass die triste Front der geschlossenen vier Buden dem Image des Marktes abträglich ist. Positiv, so die Gastronomin, sei dagegen das Bühnenprogramm. „Das haben die wirklich prima hinbekommen!“

„Die“, das sind die Verantwortlichen des Citymanagement-Vereins. Dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Bartholomy sieht das Experiment Weihnachtsmarkt als durchaus gelungen an. „Das erste Wochenende war stark! Stärker als erwartet. Die Aussteller im Zelt, mit denen ich gesprochen habe, waren hochzufrieden. Wir können uns nicht beklagen: Der Markt wird im Wesentlichen positiv gesehen.“

Natürlich gebe es ein paar Punkte, die sofort verbesserungsfähig seien: Bei großem Andrang seien die Bedienzeiten bei Getränken zu lang gewesen. Dann natürlich die Sache mit den geschlossenen Hütten. Und eine klarere Kommunikation, was die Öffnungszeiten von Markt und Festzelt betrifft.

Bisheriges Fazit des Citymanagement-Vorsitzenden: „Ich denke, das wird nächstes Jahr fortgesetzt. Es gibt genügend Leute, die mir gesagt haben, sie würden sich gerne mit um den Weihnachtsmarkt kümmern. Das einzige, was uns einen Strich durch die Planung machen kann, wäre ein Umbau des Marktplatzes durch die Stadt im kommenden Dezember.“

Noch zwei Tage

Noch aber zeigt der Kalender 2014. Sollte Petrus mitspielen, rechnen die Marktbeschicker auch am Samstag und Sonntag mit einem proppenvollen Weihnachtsmarkt. Geöffnet ist der am Samstag und Sonntag von 11 bis 21 Uhr. Auch das Zelt lädt dann Besucher ein: Hier zeigen 32 Hobbykünstler, was sie können. Und auch auf der Bühne tut sich einiges: Hier tritt am heutigen Samstag um 18 Uhr die Phoenix-Bigband auf, deren Turmbläser zuvor, um 17 Uhr, bereits vom Balkon des Gasthauses am Markt weihnachtliche Klänge über den Platz geschickt haben. Am Sonntag beginnt das Programm um 13 Uhr mit einem Weihnachtsliedersingen mit Christian Leuchter, ehe die Phoenix-Musiker um 17 Uhr vom Balkon und um 18 Uhr auf der Marktbühne für den guten Ton sorgen.

Wenn nichts dazwischen kommt, werden am Samstag und Sonntag alle Buden des Weihnachtsmarktes geöffnet sein. Und gemeinsam mit Besucherscharen für ein versöhnliches, optimistisches Abschlussbild des „neuen“ Weihnachtsmarkts sorgen. Wenn auch Sylvia Götting grundsätzlich ganz anderes vorschwebt: „Der Weihnachtsmarkt gehört in die Einkaufsstraßen, auf die Plätze an der Marien-, Graben, Neu- und Uferstraße!“

Für Klaus-Dieter Bartholomy allerdings ist dies keine Option: „Wir planen für den Marktplatz. Wenn der Weihnachtsmarkt durch die Einkaufsstraßen verteilt werden soll, dann sollen sich gefälligst andere darum kümmern!“

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