Eine Fundgrube für Feuerwehrliebhaber

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
9146683.jpg
Der im Jahr 2008 aus dem aktiven Dienst ausgeschiedene Hauptbrandmeister Egon Frings präsentiert im Lendersdorfer Augustinus-Krankenhaus alles rund um die Feuerwehr, vom Rauchgashelm anno 1900 über eine Löschkarre für den Behördenselbstschutz bis zu 360 Helmen. Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Sammelleidenschaft, die Anfang der 70er Jahre begonnen hat. Foto: Jörg Abels
9146686.jpg
Der im Jahr 2008 aus dem aktiven Dienst ausgeschiedene Hauptbrandmeister Egon Frings präsentiert im Lendersdorfer Augustinus-Krankenhaus alles rund um die Feuerwehr, vom Rauchgashelm anno 1900 über eine Löschkarre für den Behördenselbstschutz bis zu 360 Helmen. Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Sammelleidenschaft, die Anfang der 70er Jahre begonnen hat. Foto: Jörg Abels

Lendersdorf. Damit sie keine giftigen Rauchgase einatmen, tragen Feuerwehrleute in der Regel Atemschutzmasken und Sauerstoffflaschen auf dem Rücken – vor allem, wenn sie den Brand im Inneren von Gebäuden bekämpfen. Für den Nachschub an frischer Luft sorgt nicht selten ein Spezialcontainer des Feuerschutztechnischen Zentrums des Kreises aus Stockheim in sicherer Entfernung zum Brandort.

Das aber war nicht immer so. Wer das kleine Feuerwehrmuseum im Südflügel des Augustinus-Krankenhauses in Lendersdorf betritt, erfährt anschaulich von Egon Frings, wie die ersten Gehversuche unter Atemschutz anno 1900 aussahen. Der Hauptbrandmeister a.D. nimmt einen Blasebalg in die Hand, der über einen Schlauch mit einem ledernen Rauchgashelm verbunden ist. Das Problem: „Damit genügend Frischluft beim Kameraden ankam, durfte sich dieser nicht zu weit entfernen“, erklärt Frings. Maximal 20 Meter Schlauch standen zur Verfügung. Das zeigt, wie begrenzt der Einsatzradius der Helfer noch vor rund 110 Jahren war. Zum Glück ist das heute anders.

Rund 360 Feuerwehrhelme

Der Rauchgashelm von 1900 ist nur eines von weit mehr als 1000 Original-Ausstellungstücken, die der Hauptbrandmeister, der 2008 nach 38 Jahren aus der „Hauptamtlichen“ der Dürener Wehr ausgeschieden ist, in den vergangenen Jahrzehnten aus aller Herren Länder zusammengetragen hat. „Klein, aber fein“, nennt der Vollblut-Feuerwehrmann „seine“ Sammlung. Dabei braucht sich die Ausstellung wahrlich nicht zu verstecken, zumal der 66-Jährige auch zu fast jedem Exponat eine Anekdote parat hat – beispielsweise die von einem Strahlrohr, das er am Rande der Steubenparade von der New Yorker Feuerwehr erhielt und das später bei der Ausreise den US-Zoll auf den Plan rief.

Rund 360 Feuerwehrhelme aus allen Teilen der Welt kann der Besucher im Frings‘schen Museum bewundern, aus Südkorea, Hongkong, den USA und natürlich aus allen Dürener Partnerstädten. Frings war während seiner aktiven Dienstzeit Partnerschaftsbeauftragter der Dürener Feuerwehr. Die meisten seiner Exponate hat der Rentner selbst auf Trödelmärkten und Reisen zusammengetragen, andere haben Freunde und Bekannte von Auslandsaufenthalten mitgebracht. Besonders stolz ist Frings auf seine französischen Feuerwehrhelme, die den Zeitraum von 1860 bis heute komplett abdecken.

Aber auch die zahlreichen Strahlrohre aus Messing und Kupfer dokumentieren die Entwicklung der Löscharbeit. Egon Frings zeigt zum Beispiel ein Versuchs-Schaumrohr der Firma Total aus dem Jahr 1930, zu dem er passend auch das spätere Serienrohr präsentiert, das 1942 in Produktion gegangen ist.

Daneben stehen Lederlöscheimer, die noch in den 1870er und 1880er Jahren – als es noch nicht überall freiwillige Feuerwehren gab – jeder Haushalt per kaiserlichem Erlass vorhalten musste. „Im Brandfall wurden dann Eimerketten gebildet, um das Feuer zu löschen“, erklärt Frings. Einen mit Nieten besetzten Löscheimer aus dem Jahr 1880 hat Frings auf einem Blumenmarkt in Heerlen erstanden, „für ganze fünf Gulden. Der Verkäufer dachte, es wäre ein Blumentopf“, sagt er schmunzelnd. Tatsächlich dürfte die Rarität ein Vielfaches wert sein.

Die Frings‘sche Sammlung, die das kleine Museum bis unter die Decke füllt, birgt noch weitere Schätzchen, beispielsweise eine noch komplett bestückte Löschkarre, wie sie alle größeren Behörden noch während des „Kalten Krieges“ zum Selbstschutz vorhalten mussten. „Diese hier stammt aus der LVR-Klinik“, erklärt der 66-Jährige. Auch auf ein Blaulicht aus dem Jahr 1950 ist Frings stolz, weil es nach dem „Leuchtturmprinzip“ funktioniert. „Das geschliffene blaue Glas dreht sich um den Leuchtkörper“, verrät er.

Und so findet sich noch vieles in den Vitrinen und Schränken: Paradebeile und -säbel, wie sie früher die Feuerwehrleute zu ihrer Paradeuniform trugen, Signalhörner aller Art und Suchfackeln einer französischen Feuerwehr aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als man zur Personensuche noch nicht auf elektrisches Licht zurückgreifen konnte.

Auch wer Zinnfiguren oder Modellautos liebt, wird bei Egon Frings fündig. Mehr als 400 Modelle aller erdenklichen Feuerwehrfahrzeuge hat er zusammengetragen. 120 handbemalte Zinnfiguren zeigen Feuerwehrleute aus aller Welt. Nicht fehlen dürfen Gürtelschnallen, vor allem aber Orden und Ehrenzeichen – für Freunde der Feuerwehr ist das kleine Museum im Augustinus-Krankenhaus eine wahre Fundgrube.

In Egon Frings finden sie einen kompetenten Gesprächspartner, der stundenlang über die Geschichte der Feuerwehr, insbesondere der Dürener, erzählen kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert